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Don’t judge ä Gehstock by his Beigeschmack!
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Die Winkelzüge der Götter zu durchschauen, hinter ihrem Handeln eine Art Plan erkennen zu wollen oder vielleicht gar später den tieferen Sinn in den Händen halten zu dürfen: oh Menschlein, lassen wir ab davon.
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Es läßt sich nicht verhindern, daß man, will, kann oder muß man das Ghetto der Krankheit verlassen, um das hoch besungene freie Land der Gesunden wieder zu betreten, in die fröhliche Gemeinschaft der Gesunden sich wieder einzureihen, selbigen auf dieser wackligen Reise auch begegnet, wobei ich nicht reden will vom Zusammentreffen im Reiche der Pflege und Wiederaufforstung, sondern von den zufälligen oder verabredeten Begegnungen auf der Gass‘, in den Familien, sei es in natura oder in digitalis oder anderen Freundschaften. By the way: Begegnet man auch Feindschaften?
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Von der ängsten Vertrauten A. / 1
Was hinkt der rum noch uff der Gass‘
Schon schmerzt mein Knie ich sag Dir was
Mein Herz will fremdes Weh nicht seh’n
Schon lauf ich unrund kann nicht geh’n
Das Pumporgan was schneller schafft
Was beinah mich dahingerafft
Mir reicht mein tägliches Geraffel
Der Stress in meiner Denkerwaffel
Ach sei so gut und mach es besser
Was sagte ich? Da unterm Messer
Mußt Du Dir keine Sorgen machen
Warum tust Du jetzt blöde lachen
Und mit Deinem Gehstock klopfen
Verzeih muß weiter denn der Hopfen
Kann nicht warten
Geduld Geduld Geduld
Am Ende ist man selber schuld
Dies würd ich nie behaupten
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Der Kranke oder leicht bis schwerer Lädierte weiß manchmal nicht, wem er da ins gesunde Aug‘ schaut. Den Ängsten des Gegenübers? Oft. Diffusen Befürchtungen vor der Aussicht auf den eigenen nicht zu vermeidenden Verfall, der eventuell ähnliches bereithält? Augen auf und trotzdem nicht durch? Nichts in den falschen Kropf, Emphatie gibt es auch, aber ganz frei von … siehe oben … selten. Vor allem bei meiner Alterskohorte.
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Von der ängsten Vertrauten A. / 2
Den Stock den Stock den brauchst du nicht
Er ist nur Accessoire
Den Stock den Stock den brauch ich doch
Ich gehe schief sonst zwar
Ich weiß genau
Obwohl nicht grau
Dem Alter flieh ich nicht
Doch doch unendlich Jahre hast Du noch
begib dich nicht in dieses Loch
Man ist so jung wie ich mich fühle
Ach Freund dies wird dich nicht entzücken
Ich mocht sogar die beiden Krücken
Ich mußte ja
So endet dies Gedicht
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Die letzten Monate haben mir gewiß etliche Stecker gezogen und waren oft sehr schmerzlich. Aber ‚Derjenige von vor der OP‘ mag ich gar nicht mehr sein. Isch over! Ein bisserl was Anderes nehm ich mit und wahr. Was genau? Wird sich weisen. Solange gemächlich am Stock in Würde altern unter Verzicht auf alterspubertäre Schübe. Und nun hier zum dritten Mal die Ankündigung von den Flugversuchen zu denken. Solang halt nochmal von den ängsten Vertrauten. In, um und um mich herum. Die Rente ist sicher!
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