„Die Todesursache wurde noch nicht bekanntgegeben!“

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Es wird gestorben derzeit. In dichter Taktung. Unfreiwillig. Sehr oft aber auch freiwillig. Manche kokettieren damit öffentlich rum diesen Weg mal beschreiten zu wollen, andere schweigen und tun es einfach und sind dann einfach mal weg. Während Hape Kerkeling der nächste Bundespräsident werden soll. Verzeihung für das Wortgespiele. Die Hinweise auf die Abgänge sind oft Spurenelemente. „Möchte meine letzten Jahre als Einsiedler in Alaska verbringen.“ Las ich eben. Dies sagte der nun Verstorbene, vielleicht schon länger innerlich Tote. Nach jahrelanger Krankheit? Auch so eine gerne wiedergekäute Formulierung. Alte Gefährten aber müssen sich selbstredend äußern: „So früh. So früh!“ Darf man dann auch noch lesen! Wie lange kann man Lebenszeit raushandeln als saufender Depressiver? Als depressiver Säufer? Ich weiß, ich spekuliere an den Rändern rum. Jedoch statt dem Menschen seine Möglichkeit der endgültigen Weltflucht zu gestatten, gibt es unten rechts (sic!) das Kästchen mit den Telefonnummern. Sind Sie suizidgefährdet? Rufen Sie uns an. Vorschlag: Nennen wir es einfach: Lebbe tut weh! Ist extrem gefährlich und führt sehr oft zum Tod. Oder wie es ein mir einst bekannter Blogist punktgenau formulierte: „Vor dem 24 Stunden und sieben Tage währenden Lärm der Stadt gibt es keinen Schutz.“  Ach nee?

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0800-1110111 oder keine warmen Worte mehr

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Wenn ich gehe

Gehe ich

Wenn ich schweige

Schweige ich

Wenn ich dich liebe

Habe ich es zumindest versucht

Wenn ich müde bin

Bin ich die ganze Nacht wach

Wenn ich mehr wüßte

Könnte ich es dir sagen

Nein

Schreiben tät ich es

Eine Postkarte aus Alaska

Oder vielleicht

Das letzte Telegramm

Aufgegeben im plattgemachten Postamt

Das mal ein Gegenüber mir war

Ich habe den Schlüssel mitgenommen

Zur Not und man weiß ja

Ein bisserl vielleicht

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(Heute / eben / Gießen)

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It was sixty years ago today: uns Uwe!

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Uwe Seeler beim Endspiel der Weltmeisterschaft 1966. (Photo by Sven Simon)

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Stolperte bei der heutigen Zeitungslektüre über einen dieser unzähligen Gedenktage, die das Alter so bereithält. Der von mir einst angehimmelte Wolfgang Overath, sein Oberkörper rauschte noch aufrechter als der des Kaisers über den Rasen, bemerkte im Interview, daß ihn die Frage, ob das dritte Tor vor oder hinter der Linie, nie wirklich interessiert hatte. Und wie sehr er Uwe Seeler für seine, trotz geknickten Kopfes, oder gerade deshalb, aufrechte Haltung nach dem verlorenen Finale dereinst bewundert hatte. In jenen Tagen, als man, so meine Erinnerung, noch würdevoll zu verlieren in der Lage war. Den Text unten hab ich im Januar 2020 anläßlich des Todes von Hans Tilkowski auf meiner alten Homepage gepostet. Wiedervorlage.

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Ein früher Lehrmeister in der Sache „Dem Unvermeidlichen ins Auge geblickt“ war mir der nun verstorbene Hans Tilkowski. 1966 – noch keine zehn Jahre alt – dürfte ich erstmals bei Bekannten der Eltern abends Fußball gucken. Borussia Dortmund gewann als erste deutsche Mannschaft den Europapokal der Pokalsieger. Schwarzweiß der Apparat, es grieselte über den Bildschirm und in Glasgow war es regnerisch und nebeltrüb, meine Wimpern sackten hinab, aber ich stellte mich wach. Ob ich diese seltsame Bogenlampe des Stan Libuda zum 2 zu 1 wirklich sah, damals? Ich weiß es nicht. Aber da war noch der Mann mit der coolen Kappe, stand auf der Linie seines Tores, guckte, zuckte und lag dann quer in der Luft. Ewig schien es mir, dem müden Bub, konnte der über dem nicht rasenbeheizten, dafür schlammigen Boden schweben. Robinsonade nannte man das damals. Der Hans Tilkowski, mein – trotz Siggi und Emma – HELD ward geboren. Ein paar Wochen später, unsere Familie durfte das erste Mal 10 Jahren nach der Republikflucht meiner Mutter auf Verwandtenbesuch in die DDR, sah ich ihn wieder. Vor der Reise nahm unser Vater meinen Bruder und mich ins Gebet. Kein schlechtes Wort über Russen, den Kosenamen Iwan tunlichst vermeiden! War gar nicht nötig. Mir gefielen die martialischen Plakate und Wandgemälde mit all den HELDENHAFTEN Bauern und Arbeitern. Drachentöter allenthalben. Dann der Endspieltag im Wembley und wir in Ilmenau. Die erste und zweite Halbzeit klemmten mein Bruder und ich in der Wohnung der Oma vor dem Radiogerät und die Großen saßen unterm Dach bei den Nachbarn mit dem gutem Westfernsehempfang. Helmut Haller machte die Führung und dann antworten die Engländer zweimal. Sind wohl einfach besser. Niederlage annehmen. Feuchte Augen. Nach Wolfgang Webers Ausgleich kurz vor Schluß platzte unser euphorisierter Vater ins Zimmer und holte uns, die wir nicht minder in die Höhe hüpften, mit nach oben. Wieder schwere Nebelschwaden, doch diesmal kein britischer Nebel, sondern etliche abgebrannte Caros, glimmende Zigarren, Biere und Wodka, die den kleinen Raum undurchsichtig machten. Dichtgedrängte Lebensfreude. Die Verlängerung. Dann der historische Moment. Natürlich nicht hinter der Linie. Der Schweizer, der auch noch Dienst heißt, traut sich nicht, er fragt den Russen an der Außenlinie und jener entscheidet: „TOR!!!“ Tumulte brechen aus in der Dachwohnung in der Straße des Friedens zu Ilmenau. „Der blinde Drecksiwan!“ „Das ist doch Betrug!“ „So sind se halt, unsere Brüder in Moskau!“ Und so weiter und so fort. Man fordere keine textgetreue Erinnerung. Ich war mir sicher in wenigen Minuten würde eine bewaffnete Kohorte der glorreichen ROTEN ARMEE das Haus stürmen und uns alle mitnehmen. Aber es kam anders. Die vernebelte Bude beruhigte sich, sie tröstete uns konsternierte Kinder, kippte den einen Kurzen und den anderen Längeren nach. „Aber gekämpft ham se!“ Man war trainiert in der Causa Ungerechtigkeit. Mit ziemlich vertränten Augen guckte ich hin wie der HELD Tilkowski und unser aller UNS UWE den Engländern gratulierten. Und das sah in meiner nebeltrüben Erinnerung aufrichtigst aus. Wünschte ich mir das alles gar nur? Nein: es war so.

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(7. januar 2020)

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Selbstzufriedenheit und Schlafenszeit

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Lieber Donald! Lieber Gianni! DANKE für „das großartigste, großartigste, großartigste Fest, welches die gesamte Menschheit jemals erleben durfte.“ Gut gebrüllt, ihr Süßen! Hoffe Ihr wurdet auch gerecht dafür entlohnt. Aber: ENTSCHULDIGUNG, es ist Zeit für mich zu geh’n.

  1. Das Spiel heute, welches mich schon tät interessieren, läuft zu einer Zeit, wo der Bub schon „in der Falle“ liegt. „In der Falle.“ Was für ein schöner Ausdruck!
  2. Angesichts der Dinge, die für morgen rund um das Finale angekündigt sind, fahr ich lieber hoch in unsere Parzelle und red‘ mit dem Gemüs‘.
  3. Es gibt keine neuen Erkenntnisse mehr zu gewinnen. Wie es nach solchen Ereignissen eh keine neuen Erkenntnisse gibt. Die einen sagen so, die anderen sagen anders. Siehe unten. Vielleicht die Tendenz, daß nach den Siegen das öffentliche Meinen aka Toben, den genialen Spieler feiert, nach Niederlagen gerne den Dummbatz von Trainer basht. Oder gleich entlässt. Nichts Neues. Gesamtgesellschaftliche Normalität in den Zeiten dahinsiechender EIGENVERANTWORTUNG, dafür mehr und mehr aufblühender und sehr winterharter SELBSTGERECHTIGKEIT. Gut, daß es Trainer, Regisseure, Eltern, Politiker, Partner und zur Not Geschwister gibt. Gelle. Ein Schuldträger wird sich schon finden lassen im Gewimmel der eigenen enttäuschten Erwartungen. Jens! Mach mir ein Kind!
  4. Ab zur Tour de France. Heute ist da Ulle zu Gast! Bei dem hat es ja auch gedauert mit der Übernahme von Verantwortung. Aber immerhin noch vor der Rente!

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„In Deutschland hat sich inzwischen die Trost- und Entschuldigungsformel von den großen nationalen Fußballtalenten etabliert, denen es nicht gelingen will, ‚ihr durchaus vorhandenes Potential abzurufen‘. Das frühe Ausscheiden der Nationalmannschaft beim Turnier dieses Sommers legt es dringend nahe, sie durch den nüchternen Begriff von nicht eingetretenen Individual-Entwicklungen zu ersetzen. (…) Sollte eine über den Sport hinausgehende typische Schwierigkeit deutscher Erwachsener im dritten Lebensjahrzeit (Nicht nur die!!! siehe oben. Der SÄZZER) existieren, denen die Sorglosigkeit, das ‚Selbstbewusstsein‘,  wie man früher gesagt hätte, bei der Übernahme von individueller Verantwortung innerhalb gemeinschaftlicher Aufgaben fehlt? (…) Ob Jürgen Klopp das keinesfalls auf den Sport begrenzte Problem der Einstellung zum Handeln für den Fußball mit einem zunächst entmutigtem Kader lösen kann, steht in den über Deutschland nur selten hell leuchtenden Sternen.“

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(Prof. Hans Ulrich Gumbrecht (Literaturwissenschaftler) in der FAZ vom 16. Juley 2026)

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„Die Qualität der Trainer bestimmt die Qualität des Sports, das ist eine weitere Erkenntnis dieser WM, die einen alten Grundsatz bestätigt.“

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(Philipp Lahm heute in der FAZ)

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Update vom 20.07.2026

Mit der Fußball-WM ist das wie mit Weihnachten. „Den Scheiß guck ich mir doch nicht an!“ versus „Dieses Jahr schenken wir uns aber nichts!“ Wenigstens hat Spanien diese traurig glitzernde Veranstaltung gewonnen. Und natürlich mußte ein deutscher sogenannter Taktikexperte an dem höchst amüsanten 6 zu 4 des Tages davor rumkritteln. Fußball wie auf dem Schulhof sei das gewesen. Es lebe die ewige miese Laune! Aber Ulle war dann doch beeindruckend. Freue mich auf die nächste Handball-WM im Radio.

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Mr OZZY, what went on in your Head?

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Nun ist die letzte schwarze Messe gesungen

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Er taumelte und torkelte in einem Reich zwischen der Realität und einer Freakshow namens Popindustrie: Zum Tod von Ozzy Osbourne, dem Miterfinder tonnenschwerer Musik.

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Das Ende war klar, und das Ende schien immer nah, doch dann hat es sich ein paar Jahrzehnte Zeit gelassen, dieses Ende, was einem wieder einmal vor Augen führt, dass man wirklich von nichts eine Ahnung hat. Aber jetzt war es dann doch so weit: Vierzehn Tage nachdem die Geldgier seiner Mitmenschen den Selbstdarsteller John Osbourne noch einmal auf eine Bühne gezwungen hat, bewegungsunfähig auf einem schwarzen Thron geparkt, daheim in Birmingham, ist Ozzy im Alter von 76 Jahren gestorben und damit dem ganzen Trubel um seine Person entkommen, außer sein Management lässt ihn jetzt plastifizieren und als moderne Mumie um die Welt reisen, wie gesagt, man kann es sich nicht vorstellen, was in diesen Köpfen so vorgeht.

Es fällt einem schon schwer zu glauben, was man als Ozzys Zeitgenosse hat miterleben dürfen oder müssen: Es war wohl 1970, als ich mir von einem Schulkameraden das titellose Debüt von Black Sabbath auslieh, nicht ahnend, was eine schwarze Messe war, was Satanismus und dass der Sänger, dessen Stimme am ehesten dem Schleifgeräusch einer Flex ähnelte, dies ebenso wenig wusste. So tasteten sich Popstar und Popfan in trauter Ahnungslosigkeit in die mal finster, mal gülden erscheinende Zukunft, und damit haben wir eigentlich auch schon den Seelengrund der Musik von Black Sabbath und von Ozzy Osbourne berührt: Dies war und ist Musik für junge, weiße Männer – für „lads“, wie das in Großbritannien heißt –, die ohne gutbürgerliches Urvertrauen durch ihr Leben torkeln und taumeln, durch eine zähe, sie ständig nach unten ziehende Klebmasse namens Realität, deren Regeln und Gesetzmäßigkeiten alle anderen zu verstehen scheinen, nur man selbst nicht.

1970 hieß das weder Heavy Metal noch Stoner Rock, und Black Sabbath, die sich davon Erfolg versprachen, die anderen Jungs in eine Art akustische Geisterbahn zu locken, lieferten den idealtypischen Soundtrack zu genanntem Teenager-Ennui, darunter Kracher wie „Paranoid“ oder das Antikriegslied „War Pigs“. Warum das funktionierte und wie lang das funktionieren würde, das wusste der einst kleinkriminelle Ozzy so wenig wie seine Mitgeiseln in dieser Freakshow namens Popindustrie, und diese Verlorenheit ist es, die keiner so unverstellt nach außen kommunizieren konnte wie Ozzy Osbourne. Darum liebten wir ihn, wenn er aus Versehen einer auf die Bühne geworfenen toten Fledermaus den Kopf abgebissen hat, wenn er jede Droge ausprobierte, die ein Hobbychemiker sich hat einfallen lassen, wir liebten ihn mit Black Sabbath und als Solokünstler, als Star einer Realityshow im Musikfernsehen oder als zitternden Tatterich, der sich irgendwie durch die Show, die ja immer weitergehen muss, hindurchwurstelt, selbst am meisten überrascht, dass man immer noch da war nach all den Schicksalsschlägen und selbst verschuldeten Zerstörungsversuchen am eigenen Leib.

Legendär sein Grund, eine Entzugsklinik nach wenigen Tagen wieder zu verlassen: Er habe keine Lust, selber sein Bett zu machen. Diesen Job, neben tausend anderen, übernahm 1982 Ozzys zweite Frau Sharon, die als Tochter eines überlebensgroßen Londoner Gangsters und Musik-Promoters durch eine vermutlich harte Schule in Sachen Selbstbehauptung gegangen ist und nun aus dem Häuflein Ozzy-Elend einen der erfolgreichsten Solokünstler der Achtzigerjahre formte, obwohl ihm gerade sein neuer Gitarrist durch einen Freak-Flugzeugabsturz abhandengekommen war, die in den Neunzigern ihren eigenen Metal-Sommer-Tournee-Zirkus ins Leben rief, die in den Nullerjahren gut geschminkte Miene zum Reality-TV-Spektakel machte und den immer hinfälligeren Ozzy samt den eher kompliziert geratenen Kindern im Wortsinn wie im richtigen Leben gemanagt hat bis hin zu den immer wieder stattfindenden „letzten Konzerten“.

Und sollten Sie bis hierhin gelesen haben, ohne eine einzige Platte von Black Sabbath zu besitzen, so rate ich zum „Reunion“-Album von 1998, auf dem sich die verfeindeten Kumpels von einst zu einer entschlackten Mega-Stadionrock-Form hochjazzen, dass man glauben möchte, diese tonnenschwere Musik würde gerade jetzt erst neu erfunden. In diesem Moment der Euphorie wie Traurigkeit sei auch an zwei Dinge erinnert, die man vielleicht überhaupt nicht mit Ozzy Osbourne in Zusammenhang bringen kann oder will.

Da ist zum einen eine, wie man heute sagt, queere Komponente, die in dieser pickligen, schwitzenden, testosterongesteuerten und von ständigen Erektionen geplagten Jungsmusik zumindest überrascht, vielleicht auch erst heute als solche gelesen werden kann: So tragen schon 1970 Feen hohe Stiefel und tanzen ekstatisch mit einem Zwerg, heimlich beobachtet von Ozzy himself, und wie Ozzy sich auf dem Cover seines Solodebüts „Blizzard of Ozz“ von 1980 räkelt, geschminkt und lasziv gekleidet in seiner pummeligen, leicht buckligen Nichtschönheit, das erzählt von einer seltsamen Bodypositivity und auch sexuellen Neugier, welche die eine oder andere Masterarbeit lohnen könnte.

In Richtung akademische Anerkennung des Werks von John „Ozzy“ Osbourne weist auch die seit Jahrzehnten ungebrochene Beschäftigung renommierter Intellektuellen-Bands aus dem Bereich Punk und Indie. Seien es Pere Ubu, die Smashing Pumpkins oder Mountain Goats – der Einfluss von Ozzy und/oder Black Sabbath auf bestimmte Sound-Vorstellungen und Grundgestimmtheiten gehört ebenfalls gesichtet und benannt. Vor der Arbeit aber das Vergnügen: Black Sabbath hören, laut mitsingen bei „Mr. Crowley“, diesem irgendwie unschuldigen Toren und Miterfinder der lautesten Musik auf diesem Planeten die letzte, dann die allerletzte, dann die allerallerletzte Ehre zu erweisen, soll jetzt unsere vornehmste Aufgabe sein.“

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(Dank an Karl Bruckmaier / FAZ vom 24.Juli 2025)

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„Und dann fängt man eben an, Mist für Gold zu verkaufen, und so einen Unsinn zu reden, wie ich es da geredet habe.“ (Ricarda Lang nachdem sie fortging)

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Konschtanz / Stadtgarten / Weihnachtsmarkt / Freitag Der Dreizehnte Dezember 24 (Foto: A. Haas)

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Wieder mal Zeit für eine Pause hier. Den Restadvent nutzen, um drüber nachzusinnen, what the fucking x-mas-hassle is all about originally. In den rauen Nächten Zwiegespräche halten mit den Gespenstern. Den Anderen gelegentlich. Vor allem jedoch mit den Eigenen. Und in Erwartung des kommenden Jahres den Zeigefinger kürzer schleifen und sich nicht in Bitternis rumwälzen, weil die Welt, die man gerne externalisiert statt ihr beizutreten, nicht nach der eigenen Pfeife tanzt.

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Also ein besinnliches Fest begehen (Oh schöne alte Sprache, in die ich hineinwuchs!), wenn es dann ansteht und weil uns Donald nächstes Jahr Frieden auf Erden machen wird, müssen wir nicht auf den Dritturlaub verzichten, um ein braver Erdenwürger zu bleiben. Die Verschärfung des Klimas fällt aus nach Ansage vom Vorjahr und weniger denken vor all diesen Wahlen, hüte, oh hüte dich vor all den Qualen, gelle, Germania. Ach.

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Rauer die Nächte nicht werden, die Tage vielleicht gelegentlich

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Ab 2025 in neuen Strümpf

Vielleicht auch löchrigen Socken

Neugeboren runderneuert

Wird Erlösung angesteuert

Ampelbefreit sind wir bereit

Zur größeren Wende

Mit vollem Beutel Weltenende

Besingend händeringend

Weiterhin

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Oder nimm am Weltenkummer teil

Mach sie heil biete feil

Auf den Märkten eig’ne Häute

Nicht das Portmonnaie der fremden Leute

Auch Kleingeld klappert

Laut gelegentlich

Zur Not hilft auch ein Gin

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Besinnliche Zeit gewünscht von hier. Bis denne.

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“Es ist alles nur geliehen auf dieser schönen Welt!” (Heinz Schenk)

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Eine Küche in Gießen / Innenstadt / Februar 2023

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„Im blauen Bock, beim Äppelwoi,

Da laß dich ruhig nieder.

Da komm´n nur gute Menschen rein,

Und singen frohe Lieder.

Und warst du erst ein paarmal treu,

Dann sagst auch du beim Gehn.

Im blauen Bock beim Äppelwoi,

Da gibt’s ein Wiedersehn.

Im blauen Bock beim Äppelwoi,

Da gibts ein Wiedersehn.“

Im Jahre 1966 kaufte mein Vater unserem Haushalt den ersten Fernseher. Schwarz-weiß. Eigentlich die einzige Farbkombination, in der man Geschichten ernsthaft erzählen mag. Eine WM stand an. Uns Uwe. Der junge Franz. Emma. Sigi, mein Held. Das dritte Tor. Hans der Tilkowski.

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Ein Fernseher tat es nicht von alleine einst wie heute auf Knopfdruck. Antennen mußten her. Ästhetische Dachverzierer, aufsaugend fremde Wellen und Schwingungen zu Diensten stehend den erwartungsfroh Schauenden. Oft aber lediglich blieb Rauschen und Nebel grieselnd und eine Ahnung nur von der Welt. Mein Vater kletterte auf dem Dach rum, die Antenne zu fixieren, zu richten gen Hamburg, Mainz oder Stuttgart. Die Mutter in berechtigter Panik ob der Sandalen des Dachbesteigers. Der Bube bewundert jedoch, muß aber nach unten und über zwei Stockwerke hoch brüllen, ob da mehr als Rauschen und Nebel grieselnd wäre zu sehen. Oben auf dem Dach wird geflucht. Der Bub zu leise sei. Die Fünffingerrüge später folgte auf den Fuße. Also auf die Backe. Zwei Stockwerke tiefer dann.

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Es war ein warmer Samstag. Juni oder Mai. Und die Kiste sprang sichtbar an. Zwei Sender nur. Wir wählten die Eins. Und da isser. Der Heinz Schenk. Frühkindliche Prägung. Wäre der FC Blauer Bock ein Fußballverein, jetzt noch wäre ich knallharte Kurve. Und Reno Nonsens mein ewiger Hrubesch.

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Das Bühnenbild aka der Hintergrund war eine fürchterliche Halle, ein Gemeindesaal oder ein Bürgerdings. Wo? Hessen. Was ist das? Wo ist das? Hätte mir damals jemand geflüstert, daß ich in diesem Bundesland, welches mir damals schon, ich saß am Ufer des Bodensees, als eine gnadenlose Manifestation obskurer Hässlichkeit? Immer noch ist es mir nicht möglich Äppelwoi zu trinken. Ich kann etliche Dialekte bundesweit nachäffen, aber dem Hessischen verweigern sich Glottisschlag, Stimmlippen und meine Zungenmuskulatur. Marmoush oder Yeboah hin oder her. Warum ich hier bin? Weil ich hier halt lebe. Jawoll Frau Wirtin. Das Loch im Eimer blieb.

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Heinz Schenk ist gebürtiger Mainzer. Dann ließ sich Schenk irgendwann zum Vorzeigehessen ummodeln. Unser David Bowie heißt Heinz Schenk singt es in einem der traurigsten und schrägsten Songs der Republik. Ich lebte wenige Monate in Mainz, welches ich, ohne groß zu klagen und trauernd hoffnungsfroh gegen Kölle eingetauscht hatte, um nach einer emotionalen Höllenfahrt in Hessen zu stranden. Ich mochte Heinz Schenk.

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Nie vergessen: „Herr Schenk, ich habe Sie in der Sportschau gesehen. Olympia in München. Sie sind beim 400m-Rennen mitgelaufen. Warum hatten Sie denn eine rote Krawatte umgebunden?“ „Das war meine Zunge!“ Morgen tät er dann 100 Jahre alt gewesen sein. Frau Wirtin! Ein Bembel!

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„Lässt Christmäss Ei gev Ju mei Hartt!“ (Schorsch Meikel / Helmut Cabbage)

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Riesenrad versus Dom / Erfurt / 9. Oktober 2021

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Oh wie ist das schön oh wieder schon

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Der Oberbürgermeister leckt am Glühweinbecher

Er tut dies nur aus Pflichtgefühl

Ein Pope ist nunmal kein Zecher

Und wenn nur in der Sakristei

Keiner nur der Herr dabei

Es regnet Hund‘ trotzdem Gewühl

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Im Hintergrund ein Riesenrad

Sich dreht und windet

Beleuchtet Nachbars Schlafeszimmer

Es zählt nur dies und das auch immer

Das eigne Freud auf fremdem Terräng stattfindet

Uns geht es gut denn Ander‘n schlimmer

Soll’n sich nicht so anstellen

In ihren Schützengräben

Eben

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Man wärmt und jung die Hände sich

Steht dichtgedrängt am runden Tisch

Gepanschter Mist glüht in den Tassen

Mein trunken‘ Hirn kann es nicht fassen

Und immer wieder dieses Lied

Obskure Sehnsucht schunkelt mit

Und das wohl noch vier Wochen

Oder so

Advent Advent oh jemino

Wie ist die Lage?

Fragen wir den Lorenz Flake

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PS und Aufdatierung vom 3. Dezember: Man verzeihe mir die mitschwingende Schadenfreude. Nach wenigen Tagen verletzt das neu erstandene, in Gießen jungfräulich eingesetzte, Renommier-Riesenrad ein Kind schwer und muß stillgelegt werden. Ein weiterer Spezial dieser an durch Geldmacherei verursachten Kuriositäten reichen selbsternannt größten Kleinstadt ganz Hessens. Mir tut unser Nachbarsjunge leid. Der wollte täglich Riesenrad fahren.