Tote Kürbisse des letzten Jahres / Kompost Saisongarten / Auf der Hardt / Heuchelheim / April 2026
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Und es gibt tatsächlich welche, die mahnen und sich beklagen. Ein unchristlicher Narr hätte da geschossen. Wie bitte? Wie meinen? Sagen wir so: 3-mal ist Bremer Recht. Was nicht ist, darf werden. TOITOITOI. Wdh:
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Magic bullets klammheimlich
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Der eine Zentimeter
Lincoln JFK Martin Luther King Robert Kennedy
Gestern aber
Der eine Zentimeter nur
Zitternder Mut
Und hinter der Säule
Bürgerbräukeller
Die eine halbe Stunde zu spät
Damals aber gestern
Der eine Zentimeter lediglich
Schafe im Wolfskostüm heulen auf
Geschlossen auf Picknickdecken
Neben offenen Gräbern
Der eine Zentimeter nur vorbei
Hinter Konstanz fassten sie
Georg Elser
Lenken blinde Götter die Kugeln
Klammheimlich
Der eine Zentimeter nur
Weiter rechts
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(gießen / 14. Juli 2024)
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Ist das hier schon strafrechtlich von Bedeutung? Digitus tertius stultum impudit, meine Herren! Und Herr Eichwald darf nicht mehr in der AfD sein.
Im April 2026 / Hütte eines Kirschbauern / Am Kirschberg / bei Ockstadt (Hessen)
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„Es gibt Tage, an denen es geht, und Tage, an denen es nicht geht, aber ich muss an allen Tagen leben.“ (Michel Houllebecq)
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Bei der bewußt fahrlässig lückenhaft beschriebenen Zurückeroberung des Alltags festgestellt, daß so was wie Alltag gar nicht mehr existent ist in dem, was ich noch lebe, erlebe, durchlebe. Wollte ich beschreiben, was dieses DING war, was zurückerobert werden sollte, falls es jemals existent war, das DING, was ich mehr und mehr bezweifle, blicke ich in blinde Spiegel und sehe Chimären, die sich mir als Erinnerung verkaufen wollen, bestenfalls noch Reminiszenzen gut durchbluteter Tage, gefriergetrocknete Leidenschaften, geräuchert, abgehangen, vergessen und doch ständig präsent wie Füsslis „Nachtmahr“.
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„Nein, dieses Leben reicht nicht aus / Es kann nicht mal ein Tausendstel unserer Träume beinhalten.“ (Michel Houllebecq / 2)
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Lese dieser Tage bis zu fünf / sechs Bücher parallel. Konzentration fällt schwer, es mäandert, viel bleibt haften, verschwindet wieder, kommt zurück. Schwere Kost reiche ich mir, vom Entzug, Kontrollverlusten, Wahnbildern, Starrsinnigkeiten, von den guten alten Sackgassen wird erzählt, die einst begannen verheißungsvoll zu blinken und zu rufen, dann zerbröselten bis zur Lagerhaft, von Erkenntnisschränken, mit schweren Vorhängeschlössern gesichert, die grinsen verschlossen, deine Geduld wird eingefordert und der Verzicht auf das verlogene Besingen angeblicher Emphatie. Folgender Satz begegnet mir die Tage wieder und wieder. Ein Schriftsteller schreitet mit Fritz (Nietzsche) höchst unterhaltsam durch die Kammern dessen sich selbst auferlegten Wahns. Wider die um sich greifende „Timmysierung des Denkens“, sagt man, hilft nur eig’ner, von den Himmlischen geschenkter Wahnsinn.
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„… hatte geschrieben, daran erinnert er sich, daß aus den Leidenschaften Meinungen wachsen, die durch die Trägheit des Geistes zu Überzeugungen werden, was einer Erstarrung gleichkomme.“ (aus Otto Böhmer / Der Hammer des Herrn)
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Wahrscheinlich ist es Heuchelei, welche die ständige Wiederverwertung verdorbener Lebensreste verträglicher machen soll, wenn man das Entschwundene euphorisch und mit Zähren besingt, um sich der Existenz des eigentlich Nichtexistenten zu versichern, als hätte dies so und nicht anders stattgefunden und also belegbare Spuren beim Blick in den Spiegel hinterlassend, einen Hauch von Sinn hinter den Mühen, dem Eben, aufscheinen möge. Ich schätzte stets den Gang, die Fahrt zur Arbeit. Die Annäherung an den Alltag. Kaffee. Zigarette. Bahnsteig. Unbestimmtes. Ein Hauch von Freiheit. Bevor dann die vielen VARs eingriffen. Die zweite Ebene der Heuchelei griff zu.
„Nur wo wir handeln, fühlen wir uns lebendig, und nur im Handeln gewinnen wir soziale Energie.“(Hartmut Rosa)
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Die Kugelschreiber sind verteilt, die Luftballons sind davongeflogen oder geplatzt, die Windrädchen atemlos stille. G., die Heldenstadt, ach was: das Heldenland – im folgenden Gihela – hat gewählt. Kommunal. Als jemand, der auf dieser Seite keck behauptet, an den Rändern lauerten die Erfahrungen, muß ich selbstredend Gihela, jener tendenziell selbstverliebten Melange aus weltgeistbewegtem ewigem Kinderladen und Einkaufseden für Co2-Junkies aus dem Umland, zum Wahlergebnis gratulieren, haben doch die fuffzig Prozent des Wahlvolkes, die wollten, obwohl sie durften, die Ränder stark kumuliert und panaschiert.
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Kurzer Blick in den neuen Magistrat: Die Wirtin des Vertrauens der Generation Bürgerpunk wird selbstlos um den Erhalt des identitätsstiftenden sinnlosen Betonmonsters Dickhäuterlocus kämpfen und den Aufstieg der Männerturner mit gezielten Pilsinfusionen fördern. Die erste und größte Friedenskämpferin und Nachlaßverwalterin der DDR auf mittelhessischen Boden hat, nachdem sie morgens neben ihrer Putinbüste erwacht war, hoch und heilig geschworen der Arbeiterklasse unter der Führung der Lehrerschaft von Gihela aus ohne Blutvergießen an die Macht zu verhelfen. Im Westen und Osten, koste es, was es dauert, während der letzte, altweis(ß)e Poltersozi und ehemalige Kapo aller Karusselschubser in die Weststadt zurückkehrte und sich nun frei gewählt darüber ärgern darf, daß die Sozen unter der Leitung äh Führung äh dem Vorstehen eines Pastors und ohne ihn sogar zugelegt haben. Man munkelt Lars, der Berliner Eisbär, denke darüber nach, nach Gihela zu ziehen. Er ist sich noch unschlüssig, ob er dann im Kinderladen oder bei Karstadt unterkommen will.
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Ich habe die gewählt, welche ich vor 5 Jahren gewählt habe und für die ich damals als Unterstützer ein paar politische Liedlein coronasicher eingesungen habe. Die sind so naiv wie ich, nicht benzinsüchtig und oder / aber auch fleißiger in der Sache unterwegs, finde ich, als die meisten anderen Fraktionen. Und wir teilen uns einen Lieblingsgegner. Die ahl Juffer Madame Kettensäge, die sich an der Macht genauso verbissen festklammert wie inzwischen an ihrem Rollator. Während den vorüberziehenden Teilzeitbewohnern und -wählern der Linken die Stadt Gihela in Sachen Entwicklung wahrscheinlich am Arsch vorbeigeht. Außer sie bleiben hier hängen. Hauptsache Haltung äh Kopf hoch!
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In letzter Zeit muß ich bei jedem zweiten Bucherwerb – Ja! Ich KAUFE und BEZAHLE Bücher und Musik, wohlwissend was falscher Geiz mit den Geldbeuteln der Künstler anstellt! – das Bestsellerpickerl vom Einband puhlen. Inflationär. – Zwischenruf: Herr Weimer! Schaffen Sie das ab! – Lese nun dieser Tage ein Buch von der Sachbuchhitliste pickerlfrei und mit höchstem Vergnügen. Schön, wenn ein anderer das ausdrückt, was einen so umtreibt und was in den letzten Jahren mir manche Freude u.a. am Beruf genommen hat. Zu oft wird dir die Rolle des Vollziehenden zugewiesen. Ein Handeln wird nervös beäugt. Bleibt im Alter gerne über die Rolle des Klugschwätzers. Auch nicht abendfüllend.
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Apropos Alter. Bei 3Sat ein vom Schweizer Fernsehen produziertes, amüsantes Interview mit dem Diogenes der deutschen Unterhaltung, Harald Schmidt, gesehen. In Sachen Alter äußerte er sich dahingehend, wer jenseits der 60 mit enger Lederjacke, mit den Schirm nach hinten gedrehter Kappe und Sneakers rumlaufe, den Schuß wohl nicht gehört habe. Das Lied Stell Dir vor erwähnte er nicht. Ich habe es nochmal gesungen.
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Appendix oder Eidechsenschwänzlein
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(…………………………………………………..…..) Hier bei Bedarf abtrennen!
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Sah ich heute auf dem Weg in den Botanischen Garten, einem der angenehmeren All(t)agsorte von Gihela. Wiederaufschließung war um 8 Uhr morgens. Ich war der ERSTE! „Putzig“, meinte meine liebe Gattin dazu. Ich konnte direkt eine reiche Bärlauchernte einfahren. Bisserl was ist noch über. Wenn man sich sputet! Und für die herbstliche Maroneneinsammlung habe ich mich gegen ein geringes Entgelt – Sind ja schließlich kein Volkseigentum die Kugeln! Gelle Genossen! – bei den Gärtnern eingetragen. Für den 11. Oktober 2026. Gegen 12 Uhr. Man sagte mir, ein paar preiswerte Timeslots zwecks Sammlung wären noch frei. Nach dem Motto: First Come! First Serve! Klingelbeutel nicht vergessen! Ach: Wo ist eigentlich mein alter „Willy wählen!“ – Anstecker?
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Ende 2020 hatte ich bei einem der vielen Eventtage im besetzten Dannenröder Forst ein bisserl Scherben und Gundi gesungen. Kampflieder, wie man so sagte. Nächste Woche werden wir das erste Mal über die neue A 49 fahren. Alles verändert sich. Ein paar Tage in nordhessische Wälder. Mal schauen, ob die neue Hüfte sich schon wieder mit Waldwegen anfreunden kann. Solange bleibt hier das gerupfte Schiff vor Anker und harrt aus in den Winden des All(t)tags.
„Und wilde Männer, die die Sonne liebten. Verstehen zu spät, es war ein Mißverständnis. Und klagen, fluchen, daß sie untergeht.“
(Dylan Thomas / aus: Die gute Nacht)
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Krankheit, behinderte Gesundheit, Rekonvaleszenz: ein Käfig. Weggesperrt von den alltäglichen Ablenkungen, aber auch alle Konzentration konzentriert auf den oder die Schmerzpunkte. Befreiend auf eine Art. Die Rückkehr in den All(t)tag kann da verwirren, verstören, überfordern. Muß ich mich da jetzt wieder drum kümmern? Hinschauen? Reagieren? Als geschwätzige Elster? Ich habe, erzählte schon davon, eine Zeitlang „kulturgeschafft“ in der JVA Butzbach. Und dort erzählt bekommen und auch mitgekriegt, daß doch einige nach der Entlassung recht schnell wieder einfuhren. Hinter Gittern ist man vor dem Leben etwas sicherer. Ich verstehe dies. Vor allem der kleine bittere Mönch in mir tut dies.
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Zu den ersten Zurückeroberungen des Alltags zählte für mich der Gang ins Cafe ums Eck. Zeitungslektüre. Und als überzeugt ideologiefreier Leser liegt da auch gerne die Focus-Kolumne von Herrn Fleischhauer neben meiner Kaffeetasse. Und ich gestehe, oft freue ich mich darüber. Unlängst gar etwas diebisch, was ja, sagt man, ein anderer Ausdruck für bitter ist. In etwa schrieb er davon, man müsse jederzeit mit der Feigheit der „Kulturschaffenden“ (Danke Reichskulturkammer für die sprachliche Hilfeleistung in Sachen Gendern!) rechnen und ihrer Opportunität im Namen der subventionierten – sicher ist sicher – Moralansprüche. Und mußte – Deja vu oh Deja vu! – lauthals auflachen, so daß eine der studentischen Bedienungen, die mich sonst als sehr störungsfreien Gast kennen, nachfragte, ob alles in Ordnung sei. Nun, ich konnte doch nicht erzählen, welche Bilder mit eben durch den Kopf schossen. Alte Kollegen, teils unkündbar, sonoren mit engagiert nachdenklicher Stimme, daß es gerade„in diesen Zeiten, in diesen schrecklichen Zeiten“ angesagt sei, stell Dir mal vor, Johns ewiges Lied zu singen. Gerade in der Heldenstadt G. (Von der bald mehr. Erstmal noch auszählen lassen!) Zuhause habe ich dann Fleischhauers Videotipp gegoogelt. Verstehen Sie mich nicht falsch, gelle!
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Wo war ich sitzen geblieben? Ich mag Texte, die sich die Zeitläufte vornehmen, vor allem wenn diese frustrierende, irritierende, menschenverachtende und gerne verbitternde sind, dann wenn sie es bei angemessener Düsternis belassen und sich verkneifen den Worten einen „positiv“ stimmen sollenden Appendix anzutuckern, sei dies ein Rezept, ein Wandertipp, eine Restaurantempfehlung oder, gerne genommen, eine sensitive und seelenbadende Naturbeobachtung. Der heimkehrende Kranich tanzt mit dem Eichhörnchen und der Eisvogel jubelt ein Lied dazu in die ihn erfreuenden Krokusse. Lenz, oh Lenz Du Kommender! Und klang’s das Liedlein gar nicht wie, äääh?
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Unlängst googelte ich nach einem Poem eines meiner Lieblingspoeten und stieß, drei- bis viermal um die berühmte Ecke, auf ein Stück von mir verlebtes Leben.
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ach es war ein baumstamm der im nebel unterging
die blase die vom grund stieg war kein letzter atemstoß
nein was am ufer schäumt ist sud von teer und fett
und rührt von keiner toten die sich hier verfing
(Wolfgang Hilbig / aus: Ophelia)
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Und ich kehrte einige tiefe Atemzüge lang zurück in jene All(t)tage, an denen ich unzählige Stunden hinter verregneten und / oder vertrauerten Zugfenstern verbrachte, den Schwarzen Hund molk, leere Weinflaschen sammelte und sandte dann Grüße, wohin auch immer, und dachte noch, hatte ich doch eben von Appendixi gesprochen: „Berühre den Schwanz der entwischenden Eidechse nicht, denn dann fällt er ab!“ Jedoch, so sagte man mir früher – war es gar mein Vater? – er wachse nach. Schmerzfrei.
Meine Oma trifft im Hühnerstall die Götter, die Götter, die Götter …
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Sind die Götter Omas oder sind die Omas Götter? Sie hinterlassen jedenfalls beide breite Spuren im Zitierköfferchen. Spatzen in der Hand und Tauben auf dem Dach. Ein letztes Hemd ohne Taschen. Brötchen, welche man besser etwas kleiner backe. Omas Mühlen, die in aller Gemütsruhe vor sich hinmahlen, ähnlich denen der Götter. Oder wie mein hessischer Lieblingsopa aus Mainz einst sang: Es ist alles nur geliehen. Von den Göttern? Von den Omas?
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Und das Wenige sei mehr. Dies erkennt sogar jener, der sein drittes Segelboot abstoßen muß. Man käme ja mit der Freizeit äh … Arbeit nicht mehr hinterher. Im fortgeschrittenen Alter, wie man heutzutage das Alter nennt. Und so durfte ich irgendwann unter Zuhilfenahme der altvorderen Weisheiten meine Krücken in die Ecke stellen und damit die Illusion ad acta legen, daß irgendetwas irgendwie und irgendwann wieder würde wie davor. Träume sind aus Leergut gemacht. Seitdem humpelt es sich würdevoll voran. Greife einem nackten Mann mal in die Tasche. Beim Blick auf den zehn Gehminuten entfernten kleinen Fluß erledigen sich hochfliegende (sic!) Reisepläne sowieso von selbst. Fluch – statt Flugversuche? Eher nein.
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Keine Reime heute, da ich mir keine Reime machen kann auf die Zeitläufte. Keine Reime auf die in die Wohlstandsgesichter eintätowierten Klagen, die in der Lobby eines von Sklavenarbeitern hochgezogenen Hotels Bundeswehrflieger statt Drohnen einfordern, sie sicher nach Hause zu chauffieren. Man gönnt sich ja sonst nix. Kaum zu Hause angekommen, stehen sie dann vor den Zapfsäulen und schütteln die Faust Empörung gen Himmel und Regierung. Meine Steuer zahl ich nicht, nein meine Steuer zahl ich nicht, rumpelstilzt es in den Abendnachrichten und anderswo. Meine Freiheit. Meine Regeln. Nach der Schlacht ist vor der Schlacht.
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Seit Monaten nun endlich in Ansätzen schmerzfrei(er) wieder. Gut Ding und so. Die Oma grinst sich einen. Die Götter? Kein Kommentar. Was schrieb unlängst mein Wörterbuch als Mitteilung, da ich vergaß Korrektur zu lesen: „Hier schneit noch die Sonne!“
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Das nächste Mal von „Kulturschaffenden“, den schrecklichen positiven Schlüssen düsterer Texte und angedrohten weiteren Höhenflügen (Höhenflüchen?) der Heldenstadt an der Lahn.
Die Winkelzüge der Götter zu durchschauen, hinter ihrem Handeln eine Art Plan erkennen zu wollen oder vielleicht gar später den tieferen Sinn in den Händen halten zu dürfen: oh Menschlein, lassen wir ab davon.
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Es läßt sich nicht verhindern, daß man, will, kann oder muß man das Ghetto der Krankheit verlassen, um das hoch besungene freie Land der Gesunden wieder zu betreten, in die fröhliche Gemeinschaft der Gesunden sich wieder einzureihen, selbigen auf dieser wackligen Reise auch begegnet, wobei ich nicht reden will vom Zusammentreffen im Reiche der Pflege und Wiederaufforstung, sondern von den zufälligen oder verabredeten Begegnungen auf der Gass‘, in den Familien, sei es in natura oder in digitalis oder anderen Freundschaften. By the way: Begegnet man auch Feindschaften?
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Von der ängsten Vertrauten A. / 1
Was hinkt der rum noch uff der Gass‘
Schon schmerzt mein Knie ich sag Dir was
Mein Herz will fremdes Weh nicht seh’n
Schon lauf ich unrund kann nicht geh’n
Das Pumporgan was schneller schafft
Was beinah mich dahingerafft
Mir reicht mein tägliches Geraffel
Der Stress in meiner Denkerwaffel
Ach sei so gut und mach es besser
Was sagte ich? Da unterm Messer
Mußt Du Dir keine Sorgen machen
Warum tust Du jetzt blöde lachen
Und mit Deinem Gehstock klopfen
Verzeih muß weiter denn der Hopfen
Kann nicht warten
Geduld Geduld Geduld
Am Ende ist man selber schuld
Dies würd ich nie behaupten
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Der Kranke oder leicht bis schwerer Lädierte weiß manchmal nicht, wem er da ins gesunde Aug‘ schaut. Den Ängsten des Gegenübers? Oft. Diffusen Befürchtungen vor der Aussicht auf den eigenen nicht zu vermeidenden Verfall, der eventuell ähnliches bereithält? Augen auf und trotzdem nicht durch? Nichts in den falschen Kropf, Emphatie gibt es auch, aber ganz frei von … siehe oben … selten. Vor allem bei meiner Alterskohorte.
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Von der ängsten Vertrauten A. / 2
Den Stock den Stock den brauchst du nicht
Er ist nur Accessoire
Den Stock den Stock den brauch ich doch
Ich gehe schief sonst zwar
Ich weiß genau
Obwohl nicht grau
Dem Alter flieh ich nicht
Doch doch unendlich Jahre hast Du noch
begib dich nicht in dieses Loch
Man ist so jung wie ich mich fühle
Ach Freund dies wird dich nicht entzücken
Ich mocht sogar die beiden Krücken
Ich mußte ja
So endet dies Gedicht
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Die letzten Monate haben mir gewiß etliche Stecker gezogen und waren oft sehr schmerzlich. Aber ‚Derjenige von vor der OP‘ mag ich gar nicht mehr sein. Isch over! Ein bisserl was Anderes nehm ich mit und wahr. Was genau? Wird sich weisen. Solange gemächlich am Stock in Würde altern unter Verzicht auf alterspubertäre Schübe. Und nun hier zum dritten Mal die Ankündigung von den Flugversuchen zu denken. Solang halt nochmal von den ängsten Vertrauten. In, um und um mich herum. Die Rente ist sicher!
Quäle nie den Schmerz zum Scherz, denn er ist ein Tier mit Herz
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Nein, Ärzte sind sie nun wirklich nicht, die lieben Götter, deren Garagen überquellen von Streitwägen, mit denen sie ausfahren, der Schmerzen vielfältige unters hastig davoneilende Volk zu schmeißen wie ein überdrehtes Dreigestirn op der Vringstroß am Rosenmontag zu Kölle die Kamel(l)e. Nun die Verantwortung für die meisten Wehwehchen wollen wir damit nicht von den gesenkten Schultern der gerne und meist unaufrichtigen Aufrechtgeher nehmen, aber wo wir schon die Götter rumstehen haben, auch wenn wir sie kaum mehr benutzen, außer als Begrün(d)ung für Kriege aller Art, von irgendwo her müssen wir uns ja einen Schuldigen zusammenschustern.
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Erste und leicht klagende Schmerzensmelodei:
In jenem Haus des Laibes
Ich war und hieß‘ und hauste
Statt zu wohnen
Poltern Schmerzen
Die wie Drohnen
Nicht erkennen lassen jeglich Sinn
Wohin die AUAS fallen hin
Und her bis alle Nervenbahnen
Leiten Leiden leider weiter
Man finstert ein was wenig heiter
Bis ins klagend‘ weiche Hirn
Menschlein konntest Du nicht ahnen
Daß die Götter pinglig sind
Will man sie ver …
Arsch und Himmel und auch Zwirn
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Gewiß Manches ereilt einen. Und nimmt so (s)einen nicht erwartbaren Gang. Mal mit Schutzengel, mal ohne. Auf das Meiste sind die Meisten jedoch sehend blind zugerauscht. Man gönnt sich ja sonst nichts und erzähle mir nichts vom Pferd, welches den größeren Kopf hat und dem man deshalb, auf väterlichen Rat, das Denken überlassen hatte. Und wenn es mal wieder richtig weh macht und nicht vorangeht, geschweige denn schleicht, bestenfalls in so etwas wie Richtung „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ humpelt, hat man ja immer noch die Ärzte, die bekanntnerweise keine Götter sind und lediglich Verwalter der Schmerzen, aber vorzüglich zum Schuldigen taugen wie immer, zum Blindfuchs und Schuldschulterer – wenn nicht der klimaanverwandelnde Turbokapitalismus einspringt – ohne den wir nicht mehr atmen können, denken wir, falls uns nicht anheim oder von drohnenverschmierten Himmeln fällt zu ein Hauch von Dank für das ein oder andere AUA. Hätte man sich sonst wieder bewegt? Ohne eine Stunde Null ist Erkenntnis selten zu erwerben. Leider(n)! Wir erinnern uns: „Großhirn an Blutdruck: Steigen!“
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Innehaltende Schmerzmelodei, so nun als No Zwei:
Der Körper wird zur Diktatur
Was will er denn was hat er nur
Der Schmerz entgleitet meinem Griff
Wie war die Melodei die pfiff
Ein Gott mir von den Wolken runter
Wenn einem sowas widerfährt
Das ist schon einen …
Oder darauf einen Dujardin
Hallo mein Hirn bin Dein Cousin
So singt der Schmerz und
Und dies ist kein …
Den Reim erspare ich dem Hirn
Oh Arsch und Himmel und auch Zwirn
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Das nächste Mal von den Genesungswünschen und Flugversuchen (auf allen vieren).
Hoppe, hoppe Reiter, wenn was fällt dann schreit er
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Die Götter sind Spielkinder und lieben es den Zweibeinern zu Testzwecken kleine, fiese Aufgaben zu servieren. Sei es an den Mauern von Theben oder im schnöden Alltag eines zeitweise vierbeinigen Menschleins mit akutem Ödipus, also dem Schwellfuß nach EINGRIFF. Ob sie, die Götter, dabei in hämisch grinsender Betrachtung verharren oder lediglich den Zeigefinger lehrvermittelnd schwenken, wer weiß dies schon, wenn fataler Schmerz in die Leiste fährt und ein sinnloser Wutschrei sich aus der Kehle windet, wenn mal wieder etwas aus den zittrig ungeduldigen Fingern des Erdenmenschleins zu Boden stürzte und blöd nach oben schielte.
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Nun, kaum hatte der EINGRIFF mich am Vorabend meines Lebens zum Vierbeiniger gemacht, gefiel es der Gravitation mir all ihre Macht zu demonstrieren und dies, wie man so schön sagt, GEFÜHLT, ununterbrochen. Doch ganz allein mit dem dämlichen Schicksal hatten mich die sorgenden Geister nicht gelassen.
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Erstes Loblied auf die orthopädischen Hilfsmittel:
Es fällt, es fällt
Nach Vermählung mit der Welt
Strebt manche Sach
Die scheinbar unter Dach und Fach
Regalisiert und eingetütet
Und so der Schmerz im Hüftbein wütet
Der Griff gen Boden knirschend lähmt
Ach Burschi sei er nicht vergrämt
Und keineswegs voll Bange
Dem Dinge nach es greift die Zange
Dies muß man dankend lassen
Dem Orthopäd, den Kassen
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Zwei Engelein sitzen auf den Schultern. Der eine schwarz, die andere weiß oder pastellfarben. „Quäl Dich, Du Sau!“ ruft es von hier, „Geduld nur Geduld!“ von dorten. Hart, aber herzlich streifen die Flügel die Seele des innerlich etwas wund Geriebenen. Beides wohl zurecht eingesagt. Der Schwerkraft aber ist dies gleich. Die Gegenstände aller Form und Farb fallen und stürzen und trudeln grinsend zu Boden wie so mancher germanische Athlet dieser Tage vom Stockerl plumpste und vom sogenannt undankbaren Platz Vier hinauf winkte zum Dreigestirn. Man holt sich, wo die Schwerkraft waltet, seine Auszeichnungen mit dem Pöter ab und rodelt, kufenbewehrt zu Ehr und Beifall. Der Rest stochert, vierbeinig, den eigenen Erwartungen hinterher. „Quäl mich, Scheißgeduld!“
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Zweites Loblied auf die orthopädischen Hilfsmittel:
Auch wenn das rechte Hosenbein mit Tücke
Den Eingang Dir verwehret
Dann greif zur Krücke
Den der Alltag lehret
Dir nach und nach so manchen Griff
Qui vive
Und Krüppelstolz
Aus gänzlich andrem Holz
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Als nächstes von den mannigfaltigen Liedern, die der Schmerz einem singen kann und mag und verborgenen Flugfähigkeiten.
Wenn die Götter lieben, den prüfen sie auf Hüft‘ und Herz
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Ich weiß nicht recht, welche Götter ich mir in den letzten Jahren zum Feind gemacht habe. Weder blendete ich einen eingebildeten Göttersohn, noch verspeiste ich im Lotosrausch heilige Rinder, geschweige schlug ich ein becircendes Angebot – ich gestehe aber, daß ich schwankte wie ein trunkener Eber – aus, welches mir Unsterblichkeit bei gleichzeitigem Verzicht auf treuebewahrende Heimkehr angeboten hatte. Dennoch gefiel es dem Einem aus der Heerschar der himmlichen Wächter die nicht gerade für Extreme und Exzesse, sondern eher für wohltemperierte Langeweile und Selbstbeweihräucherung bekannte Kleinstadt in der ich lebe, seit dem Tage, da ich vierbeinig die Rehabilitationsanstalt mit einem Ersatzteil im rechten Bein verließ, mit rekordverdächtigen Schneemassen zu beschenken.
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Zwischenreim:
Ach der du hinkend und malad auf Krücken zweier
Schwankend Schritt und Dein Rumgeeier
Auf Strassen Wegen ungeräumt
Beim Blick aufs Smartphone hat versäumt
So manch Passant ach was
die Tür fällt zu vor Deiner Nas
Werd halt gesund und unsre Eil
Wie geil (ist das denn)
Macht nicht vor Pfützen halt
Du Bremsgestalt
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Doch, es gab sie schon, die Türaufhalter und Beiseitetreter. Jedoch: et tu, mein Sohn in alten raschen Zeiten? So also knirschte ich bei der schrittweisen (im wahrsten Sinne des Wortes) Zurückeroberung des Alltags manch Sätzlein der Reue in den Bart bezüglich meiner Ungeduld angesichts bremsender Malader und Maladerinnen im öffentlichen Raum, die ich einst nicht eben … sagen wir: begrüßte. Wie ich überhaupt feststellen durfte, daß der öffentliche Raum keine Spielwiese für all die Eingeschränkten ist. Körperlich selbstredend. Einschränkungen im Hirnbereich werden ja oft als Alleinstellungsmerkmal, Durchsetzungsfähigkeit oder als Wahlempfehlung besungen.
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Ein zweiter Zwischenreim und Hinweis:
Meide oh Hinkender heilende Bäder
Bist du nicht Privatbezähler
Sondern vom Gesetz gesandter
Und der Arzt nicht ein Verwandter
Vor allem in der Weihnachtszeit
Denn dann macht sich Leere breit
Wo eigentlich die helfend‘ Hand
Starrt der Kranke auf die Wand
Und begrüßt das Neue Jaaa … hrr
Immerhin die Putzfrau da
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Als nächstes von den Prüfungen meiner Lieblingsgöttin Gravitation und ihrer Muse Hüftsteifigkeit. Und was das mit dem Medaillenspiegel und so …
In der Heldenstadt sind die roten Nelken ausverkauft!
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Gießen feiert sich dieser Tage. Darf man. Nachdem etliche auf die „Panikmache“ im Vorfeld reingefallen waren – die bösen bösen Panikmacher eben – Frage: Wenn man auf Panikmache panisch reagiert, wer ist Schuld? Die „Panikmacher“? – war die Erleichterung ab Samstagnachmittag groß. Zu Recht. Der Gießener hat es den Rechten und der Welt gezeigt, vergißt dabei aber geflissentlich, daß nicht nur die Randalefreaks von außerhalb kamen, sondern auch ein erklecklich großer Haufen der Friedlichen. 70 Prozent? Weiß nicht. Manche Einwohner flohen im Vorfeld ins Umland, zu Mama und Papa oder – wie ich las – gar bis Südtirol. Skifahren für den Frieden! Viele haben ihre Geschäfte verbarrikadiert, als würde ein Hurrikan das Lahntal hinunter wehen wollen und die Innenstadt überfluten. Das es auch anders geht, zeigte mein persönlicher Glückwunschkartendealer. Er blieb offen, kam so mit vielen (Nicht)käufern ins Gespräch. Seine Schaufenster hatte er mit Postern voller guter alter humanistischer Sinnsprüche vollgehängt. Sein Motto? „es gibt wichtigeres als umsatz“. Der Zentralgastronom visavis hatte geschlossen. Als man nachmittags bemerkte, daß auch der Protestant (so ein Reporter in der Hessenschau!) konsumbereit ist – Zack! – war der Laden offen. Pecunia non olet! Gibt es neben Kriegs- eigentlich auch Demogewinnler?
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Gießen leuchtete also und brannte nicht. So der erste Bürger der Stadt. Er hatte am Montag letzter Woche den obligatorischen Weihnachtsmarkt eröffnet und man könnte meinen, daß das was eine Demokratie auszeichnet und was das Allererste der zu verteidigenden Kulturgüter ist, dies der deutsche Weihnachtsmarkt sei. So der erste Bürger der Stadt. Es wurde sogar – kostspielig – ein Shuttleservice organisiert, um dem geschockten und abgeschnittenen Umland den Besuch des Kulturguts zu ermöglichen. Doch ab Freitagmittag bis Sonntagabend machte davon kaum jemand Gebrauch. Schon gar nicht die Demonstranten. Da waren Gehbier, Kaffeebecher und ein Stück Pizza gefragter. Am gestrigen Montag war die Location dann wieder proppenvoll. Die hohe Kultur ist back in town. Und was gibt es Schöneres als überteuertes Zuckerwasser mit Alkohol aus Plastikkanistern in geschmackvoll designten Tassen zu süffeln?
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Gießen ist eine Kulturstadt und auch diese zeigte Flagge oder wahlweise gold-silberne Rettungsdecken. Warum? Bereitete man sich auf Wasserwerfereinsätze vor? Oder wollte man gegebenenfalls die unterkühlte Demokratie darinnen einwickeln? Flaggen wurden aus einigen – überschaubar – Fenstern gehängt. Einer reaktivierte sogar sein altes „Kein Blut für Öl!“- Bettlaken. Er heizt wahrscheinlich noch mit russischem Gas. Ein Konzert am Vorabend des bange erwarteten Samstags eröffnete ein Mime mit den markigen Worten, dies sei ein Konzert für Frieden und gegen rechts. Wahrscheinlich damals schon, als die alte Autokratin noch dem Musentempel vorstand, ein unerschrockener Kämpfer gegen antidemokratisches Gemauschel. Der Bandleader bat das Publikum dann zu tanzen. Derweilen machte sich in den Strassen der Stadt eine an die Pandemie erinnernde vibrierende Stille und Leere breit. Auf dem Kirchplatz knatterten drei einsame Fahnen im Wind. Klaus Meine pfiff dazu.
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Gießen, ja und gelle, Gießen konnte auch anders. Nachdem in den frühen Morgenstunden an den beiden Lahnbrücken, rechterhand gar nicht, linkerhand dann doch etwas mehr, die ersten Erregungs- und Aggrowellen ausgelaufen waren, füllte sich die Kreuzung vor der zentralen Bühne. Und da begann wirklich Erstaunliches. Eine gelassene Stimmung machte sich breit, man mäanderte von hier nach da, lauschte, länger, kürzer, wärmte sich in der Einkaufspassage. Auf dem Wochenmarkt stand ein einsamer Brotverkäufer und – anders als auf der anderen Seite des Flußes – sank das für das Zentrum dieser Stadt eigentlich typisch hohe Aggressionspotential gegen Null. Da der Hauptdealer der Punker- und Trinkerszene am Marktplatz geschlossen blieb, wurden diese nicht gesichtet. Die Freunde des Cracks und die dazugehörigen Händler mieden – Wer weiß, vielleicht hat der Polizist gerade nichts zu tun – ebenfalls das Zentrum. Die streunenden, sich in Grüppchen lautstark langweilenden Jungmänner saßen wahrscheinlich zu Hause vor der Daddelmaschine und – Tusch! – den „Hauptaggressoren“ Parkplatzsuchverkehr und Umlandshopper war es weder gelungen die Polizeiabsperrungen noch die widersetzlichen Blockaden zu überwinden. Außerdem war da ja noch die „Panikmache“. Die Stadt kurzzeitig wieder in den Händen der Bewohner. So schien es. Gelle Umland! Einschub 1: Und am erstaunlichsten war, daß am Ende des langen Demosamstags weitaus weniger Müll auf den Straßen lag, denn nach einem langen Einkaufssamstag oder einer vom Jungvolk befeierten Nacht. Können so viel mehr Menschen weniger rummüllen als weniger Menschen? Einschub 2: Noch erstaunlicher, daß entgegen der üblichen Praxis am Sonntagmorgen die Straßen in kürzester Zeit gereinigt waren. Weiter im Text: als nach dem wunderbaren Kurzauftritt von KRAFTCLUB die große Masse der Friedlichen und Freundlichen sich zerstreute, blickte man in tatsächlich strahlende Gesichter. Es gemahnte an die verzückte Atmo, nachdem in Kölle der Rosenmontagszoch vorübergezogen ist. Ein letztes Alaaf und „Es hätt noch immer jootgejange!“
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Gießen, heute mehr denn vorgestern Heldenstadt, fängt an ein bisserl zu hyperventilieren. Gewiß darf man das, wenn man in den samstäglichen Hauptnachrichten den Opener geben durfte aka mußte und auch das Netz überquillt wie bei einem Heringsfang im letzten Jahrhundert. Gewiß muß man das, da man in den Geschichtsbüchern ab sofort seinen Eintrag mit Sternchen gefunden hat. Die zwei Lokalgazetten, die eigentlich nur noch eine sind, schicken ihre Jungredakteure an die etwas arg starre Meinungsfront. „Wer ist schuld an der Eskalation?“ Sie beziehen in Sachen Gewalt Stellung neben den inzwischen entfernten Blockaden. Wie in den Gefechten im Kampf um die Meinungshohheit zwischen den Behelmten und den Vermummten bleiben die Zeigefinger weit ausgestreckt und man vermisst den guten alten Spruch von der Sinnhaftigkeit der Reinigungsarbeiten vor der eigenen Haustür. Von Feindbildern mag man nicht lassen. In „Heldenstädten“ steht man – zumindest bis zur Kommunalwahl – eben immer auf der rechten Seite. (Ein Hoch der Doppeldeutigkeit der deutschen Sprache!) „Hey Wiesbaden! Mach mir meinen Status nicht madig!“ Egal! Wiesbaden ist halt keine Heldenstadt. Pfeift Klaus Meine noch?
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Die Geburt der Heldenstadt Gießen war ein freudiges Ereignis. Aber auch mit gewissen (oder Gewissens..) Schmerzen verbunden. Und jetzt lauf los, Kleine! Feier Dich nicht zu lange und geh an die Arbeit! Nachdenken wie man dem braunen Haufen aus den Hessenhallen in Zukunft beikommt. Oder vertreibt. Und laß Dir ruhig ab und zu von Wiesbaden helfen. Auch wenn die keine ….etc ppp. Und draußen vor der kleinen Stadt stehen sich nicht mehr die Kontrahenten des letzten Samstags die Füße platt, sondern der Chef des Einzelhandels brüllt von seinem Hügel herunter: „Wer hat mir meine Millionen geklaut?“