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D-Mark, D-Mark über alles oder: es sprach der Pessimist: „Es kann nicht mehr schlimmer kommen, als es ist!“ Entgegnete der Optimist: „Doch!“
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Texte. Vergessen, wiedergefunden, wiedergekäut. Neues aber auch. Autor: Christian Lugerth
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D-Mark, D-Mark über alles oder: es sprach der Pessimist: „Es kann nicht mehr schlimmer kommen, als es ist!“ Entgegnete der Optimist: „Doch!“
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Von den unregierbaren Träumern
Oder
Die Mär vom „Souverän“
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Schachmatt Tankrabatt
Ranzen voll und nimmersatt
Am Tellerrande Stacheldraht
Der Untergang er naht er naht
Ich bin reich und hab kein Geld
Die Klage steigt zum Himmelszelt
Alles Nutten aus M…
Mein Leben Drama einzig Drama
Klein mein Herz doch rein rein rein
Veränderung war niemals mein
Ein jeder soll vor seiner Tür
Doch meine klemmt und ab dafür
Mein Schlüssel dreht sich um im Schloß
Mein Motor brummt was wollt ihr bloß
Freie Fahrt ich bin so froh
wird immer sein war immer so
Gelle schnelle trulala
Oktoberfest und rumstrara
Wunschpunsch Wunschkonzert
Wünsche Träume Punsch Punsch Punsch
Ansonsten zieh ich einen Flunsch
Verweiger mich stets aller Härt‘
Drück Glück Gaspedal
Der Rest der ist mir sch…
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(unlängst im September 2026)
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Damals, 1974, ein Jahr vor dem Abitur sollten wir darüber nachdenken, was unsere Zukunft eher beschreiben könnte: Orwells „1984“ oder Huxleys „Brave new world“. Ich als (selbst)gerechter Linkling plädierte selbstredend für Orwell. Feinde überall und man selber träumt von hehren Partisaneneinsätzen, selbstredend mit 13ten Monatsgehalt und Weihnachtsgeld. Einer meiner ältesten Freunde, immer noch, hielt Huxley die Stange. Allein die zum T – Remember Ford T- Model! – umfunktionierten Kreuze auf den Kirchen hatten ihn überzeugt. Desweiteren riet er uns, ab und an in die FAZ zu schauen, schon allein wegen des Wirtschaftsteils.
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Ante portas der immer noch für etliche – gewiß nicht für alle – recht seligen Insel Germanien – „1984“ gibt es gewiß in allen 4 Himmelsrichtungen, aber drinnen, hier in Ost und (!!!!!) West, denk ich an den Tankrabatt und ähnliche sinnentleerte Gießkannenaktionen, die eh nur die größten Häufen bewässern und nicht einen einzigen Wähler „entbläuen“, gebe ich meinem alten Freund recht. Schon länger! Aldous was right!
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Lese zudem häuptsächlich nur noch oben genannte Zeitung. In Papierform. Noch vor kurzem drängelte sich alles in der Mitte, jetzt ist hier Platz, Platz zum Nachdenken. Ein bisserl emotionsloser als an den Rändern.
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Zitiere zum Abschluß meinen so lang schon verstorbenen Vater: „Alles im Leben ist relativ! Eine Minute im Bett mit einer schönen Frau ist relativ kurz. Eine Minute mit dem nackten Arsch auf einer heißen Herdplatte ist relativ lang!“ Und die Rechnung reichen wir wieder weiter an die Nachgeborenen.
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Jailbreak oder wenn die Neugier stirbt
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In jenen Tagen als ich nächtens plante noch
Mich an zerfetzten aneinandergeknoteten Bettlakenstreifen
An den Mauern meines selbst errichteten Gefängnisses abzuseilen
In ungeahnt zu laut beklatschter Freiheit romantisch baumelnd
Bauchnabelpuhler und Theoretiker eines Lebenslaufes ohne Ziellinie
Da schienen mir die Sterne heller bis ich bemerkte
Es funkeln sich nur vorlaut knisternde Kürzschlüsse hinter der Iris zur Blüte
Tanzende Synapsen im Rausch
Steppende Teddybären auf der Flucht aus dem Kinderzimmer
Dann biss mich der Schwarze Hund in meine Wade
Dann suchte ich eine Heimstatt auf dem Sofa
Und blieb in langen Gesprächen mit meinen Wärtern
Insasse meines Selbst
Lebenslänglich
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Heute Nacht
Ich erwacht‘
Nach was gesehnt
Tür angelehnt
Lufthauch doch
Neugier
Noch
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(Im Regionalexpress von KN nach Karlsruhe / 9. September diesen Jahres)
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Nachträgliches Vorwort:
„Es ist elend schwer zu lügen, wenn man die Wahrheit nicht kennt.“
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(Peter Esterhazy, Harmonia Celestis)
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Dies Zitat zitiert aus: Ingo Schulze: Das Wasser im August. Seite 9
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Vom Verlust oder Des glaub i doch it
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Aus dem müde beschlagenen Zugfenster
Blicke ich auf erschöpfte Landschaften
Der lang herbeigesehnte Regen fällt vorbei
An den zermürbten Bäumen
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Spatzen tanzten gestern auf meinem Tisch
Pickten die liegengelassenen Pommes klein
Und über dem See leuchtete ein Wetter mir
Zum Abschied scheint Gott ferner denn je
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Jedoch noch wachsen mir die Haare
Aus den Ohren aus der Nase
Und wenn ich mir das Haupt nicht wundschlage an tiefhängenden Wolken
Bleibt Hoffnung noch in kleinen Dosen
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„Und wenn man ein’ Nagel in den Himmel schlagen wollt’,
man brächt’ es nicht fertig, nur weil die Leut’ die Köpf’ zusammenstecken.“
Höre ich auch, wenn etwas geht?
Auf dem Feld? Oder im Wirtshaus? Woizeggle?
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So kreuze ich die Hände vor der Brust
Verneige mich vor den restlichen Tagen
Auch wenn sie noch so finster vielleicht
Eine Prise Dank am Morgen ist mir geworden Verpflichtung
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(Im Regionalexpress von KN nach Karlsruhe / 9. September diesen Jahres)
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Nachgeklapper:
„Ich könnte aus der Hose springen, wenn Leute ihre Neurosen an anderen Leuten abarbeiten, weil sie ihre drei Gefühlchen nicht sortiert bekommen. Nichts macht mich so wütend.“
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(Stefanie Stahl / Psychologin / im SPIEGEL unlängst)
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Neil Young hatte nach „second song“ ein neues Video vernetzt. Schönes Erinnern wieder. An was und wen auch immer. Mit Gefööhl!! Aber nicht blind oder vom sich selbst beweinenden Auge benetzet, sondern eine Rücksicht inklusive Rücksichtsnahme, weil sie auf ein Kategorisieren verzichtet. Und den Zeigefinger. Lassen wir Milde walten.
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Fahre morgen mal wieder an der See. Werde dort mit ein paar alten Geistern rumgeistern, worauf ich mich freue, hoffe aber den Gespenstern aus dem Weg gehen zu dürfen. Das mentale Pfefferspray jedenfalls ist besorgt. Bedenken jedoch bleiben. Manche Karusselle haben irgendwann mal den Bremser erschossen. Blöd!
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Eben las ich, was der italienische Künstler Maurizio Cattelan in der hier oben zitierten Kolumne geantwortet hatte. Ähnlich angenehm wie NY’s Video. Klaue das mal in Teilen. Genehmigt ungenehmigt.
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„Hüte dich vor dir selbst.
Ich kam, ich sah, ich missverstand.
Wir sind alle limitierte Auflagen.
Wenn du lachst, bist du bereits Komplize.
Etwas fehlt? Lass es so.
Trau dem Sockel nicht.
Das Wunder ist, dass eigentlich nichts geschehen ist.
Das Ego stirbt nie. Es wechselt nur sein Outfit.
Ich glaube nur an zerbrochene Ikonen.
Alle beten. Niemand hört zu.
Hinterlasse keine Spur. Hinterlasse einen Riss.
Ich wollte nie Künstler sein. Ich wollte frei sein.“
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(alle Zitate Auszüge aus Maurizio Cattelans Werk „BEWARE OF YOURSELF“)
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Mille Grazie, Signore Cattelan. A presto!
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Es wird gestorben derzeit. In dichter Taktung. Unfreiwillig. Sehr oft aber auch freiwillig. Manche kokettieren damit öffentlich rum diesen Weg mal beschreiten zu wollen, andere schweigen und tun es einfach und sind dann einfach mal weg. Während Hape Kerkeling der nächste Bundespräsident werden soll. Verzeihung für das Wortgespiele. Die Hinweise auf die Abgänge sind oft Spurenelemente. „Möchte meine letzten Jahre als Einsiedler in Alaska verbringen.“ Las ich eben. Dies sagte der nun Verstorbene, vielleicht schon länger innerlich Tote. Nach jahrelanger Krankheit? Auch so eine gerne wiedergekäute Formulierung. Alte Gefährten aber müssen sich selbstredend äußern: „So früh. So früh!“ Darf man dann auch noch lesen! Wie lange kann man Lebenszeit raushandeln als saufender Depressiver? Als depressiver Säufer? Ich weiß, ich spekuliere an den Rändern rum. Jedoch statt dem Menschen seine Möglichkeit der endgültigen Weltflucht zu gestatten, gibt es unten rechts (sic!) das Kästchen mit den Telefonnummern. Sind Sie suizidgefährdet? Rufen Sie uns an. Vorschlag: Nennen wir es einfach: Lebbe tut weh! Ist extrem gefährlich und führt sehr oft zum Tod. Oder wie es ein mir einst bekannter Blogist punktgenau formulierte: „Vor dem 24 Stunden und sieben Tage währenden Lärm der Stadt gibt es keinen Schutz.“ Ach nee?
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0800-1110111 oder keine warmen Worte mehr
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Wenn ich gehe
Gehe ich
Wenn ich schweige
Schweige ich
Wenn ich dich liebe
Habe ich es zumindest versucht
Wenn ich müde bin
Bin ich die ganze Nacht wach
Wenn ich mehr wüßte
Könnte ich es dir sagen
Nein
Schreiben tät ich es
Eine Postkarte aus Alaska
Oder vielleicht
Das letzte Telegramm
Aufgegeben im plattgemachten Postamt
Das mal ein Gegenüber mir war
Ich habe den Schlüssel mitgenommen
Zur Not und man weiß ja
Ein bisserl vielleicht
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(Heute / eben / Gießen)
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Keine Premierenfeier oder sonst wie notwendige Zusammenkunft inklusive Körperschütteln ohne dieses Lied. Einst. Köln. Schauspielschule. Erste Engagements. Shivering with anti …. zipation. Heten, Frauen, Schwule und die anderen 27 Sexes versuchten sich in Tim Curry-Interpretationen. Stell Dir einen roten Teppich vor! Augenbraue hochziehen, manchmal Jaggers Hasenpfote in der Hose, erinnere mich sogar an ein Kölschglas an dieser Stelle, Buben durften Highheels antesten, die schwachen Bänder und Sehnen mißachtend. Es war ein Heiden(sic!)spaß. Seltsam unschuldig und sehr heiter. Urteilen wir morgen. Oder wenn das Buch in Gänze gelesen!
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Denke auch im Rückblick auf diesen fürchterlichen, hoffentlich bald enden mögenden, Sommer 2026, da ich im Gegensatz zu Frau Cpunkt Wahl das Schwimmen nicht als Möglichkeit von Erkenntnisgewinn in Betracht ziehen kann und mag, obwohl oder halt deswegen, da ich an einem See aufwuchs, vielleicht hätte ich auch in den Flüßen, Bächen und Tümpeln meiner jungen Jahre, in all meinen Lebensgewässern also, mehr Hungersteine hinterlassen sollen. Müssen gar? Wenn sich die Lebenswasser zurückziehen und so einiges trockenfällt, bleibt man gemahnt. Warte nicht auf bess’re Zeiten! Hätte man sich so sorgfältiger auf die unvermeidlichen anstehenden Brühe – sprich: Identitätsbruch – (Hallo! Lassen Sie diesen Vertipper – Brühe statt Brüche – bitte stehen. Selten gelang Ihnen in den letzten Tagen Sinnigeres. Gelle und so: Der Säzzer!) … also sich auf die unvermeidlich anstehenden Brüche einstimmen sollen? Zurück nach Gießen! Warte nicht auf bess’re Zeiten?
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„Könnte man Gott sehen, wäre man um keinen Deut weiter. Der Mensch ist eindeutig jenes Ding, das nichts um einen Deut weiterbringt.“
(Georgos Perros / Klebebilder)
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Nichts gegen Udo LPunkt und sein musikalisches, oft berührendes, in den letzten Wochen ordentlich abgefeiertes Deutschtextgenöhle. Aber: wer hats erfunden? Die beiden Ralphe, die sich trafen einst in Hessen, haben es erfunden. Ralph Christian Möbius. Und sein kongenialer Kompagnon Ralph Peter Steitz. Die wesentlichen Riffs von Keith Richards in den Fingern von Lanrue und Rio Reisers wütend melancholische Kampfliebesliederworte in eine hirn- und herzberührende Form zu gießen. Das war neu. Auch mal zu Gießen. Siehe oben. Die Einfügung gereimter Intelligenz in deutsche, nun auch rockende Musik. Zehn Jahre nachdem Herr Zimmermann dies jenseits des Atlantiks geleistet hatte. Also diese sinnstiftende Entdeckung, daß Hirn und Herz sich nicht ausschließen müssen. Die Einkehr des Intellekts ins Singen met Gefööhl. Und beide Ralphe sind später dann, aus verschiedenen Richtungen anreisend, mit fliegenden Segeln in die großen Häfen des Scheiterns eingelaufen. Jedoch klagefrei. Sehr sympathisch.
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Wer sich ein wenig Zeit nehmen mag: mein eigentlich liebstes Livekonzert. Kurz vor dem Mauerfall. Wer weniger Zeit hat: hier das Lied, welches die Genossen damals rausschnitten aus obiger Übertragung. Das Ausgeträumte und die Reaktion des Volkes. Kein sich als Sonderzügler mit Fläschchen Cognac und Lederjäckle an die Macht Rangewanze halt. Wir haben dieses rausgeschnittene Lied einst zu Gießen ins Zentrum des Abends gesetzt.
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Dieses Land ist es nicht. Dieses Land ist es nicht. Dieses Land ist niiiiiicht.
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Was ich an diesen Musikern – nun, verzeihen Sie mir das folgende Wort – bewunderte und noch es tu, war deren steter Mut. Wer sich nicht in Gefahr begibt und so weiter und dann fort. Eines der letzten Lieder der Gefährten.
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Ich erinnere mich, weiß aber nicht mehr wie und wann genau, was nunmal Wesen oder Wesentlichkeit des Erinnerns ist, entgegen anderer Be- oder soll man sagen Enthauptungen, aber da war was, was mir gestern, als wir von Braunfels, anläßlich des Todestages von Elvis spielte im Schloßpark in der Konzertmuschel, welch ein angemessener Ort für die lauschende Klientel, eine sehr kompetente Amateurband aus der Region, angemessen gekleidet in memoriam der „Rückkehr“ der Hüfte (Pelvis! Gelle! Hüfte und Braunfels!) im Jahre 1968, ins Erinnern ploppte, als wir so nach Hause fuhren. Und die liebste Gattin ständig ihr Lieblingslied vor sich hin summte.
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Elvis Presley ist mir ein paarmal beruflich über den Weg gelaufen. Mitte der Achtziger (Ach so liebes Gießelein! Was für ein hochnotpeinliches Stadtfestwochenende war das denn? Verzeihung! Nur ein kleiner Touretteeinschub!) spielte ich in Düsseldorf mit meiner damaligen Freundin „Burning Love“ von Fitzgerald Kusz. Ein kleiner Prolet und Motorradschrauber liebt den King und träumt von einer Kawasaki 750 und davon einmal nach Graceland zu pilgern. Seine Liebste arbeitet im Vorzimmer einer Behörde. Eine Aufstiegsgarantie war das damals noch. Geht aber nicht gut aus die Geschichte. Der Regisseur war ein überzeugter Presleyianer und überreichte mir, das Grundstudium zu absolvieren, zwei Musikkassetten mit der Mucke des essentiellen Meisters. In unserer Südstadtkneipe zu Kölle reichte ich die zwei Teile über den Tresen. Eine lange, recht verknutscht und freudig trunkene Nacht war die Konsequenz. Ich war platt, was der Mann mit seiner Musik noch immer auslösen konnte.
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Jahre später, nun in Gießen, hat ein wunderbarer Kollege, Antonio Lallo, Verehrer, Maniac, einen kleinen Abend in Sachen König der Hüfte im damaligem TiL zusammengebastelt. Ich, damals noch aufstrebender Jung-(45!)-regisseur, hab mal – heißt so – draufgeguckt. Ein Jahr später ging Toni nach Oberhausen und es sollte zwecks Neueröffnung des dortigen Studios ein richtiger „Abend“ werden aus der kleinen szenischen Lesung mit karaokischer Musik. Haben wir verantwortungsvoll gerockt und ich durfte als ein dürrer Colonel Parker am Ende des Abends die legendären Worte „Elvis has left the building. Have a save drive home!“ sprechen.
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1977 trampte ich – erinnert sich wer noch an diese orangenen Rucksäcke mit Gestell? – mit meiner damaligen Liebsten durch Irland. Freundlichkeit ohne Ende. Mal protestantisch. Dann katholisch. The problem is here. Or over there? Eins, zwei, drei. Du mußt Dich entscheiden. Oder es einfach aushalten. Eines Morgens aber. Wie auch immer. Einsteigen. Den Dialog annehmen. Als Smalltalkneuling, der man stets bleibt in Fortbildung.
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„Good Morning! Thanks for givin‘ us a ride. It’s a nice day. Is’nt it?“
„Fellows! This ain’t no nice day!“
„The sun is shining after three days of heavy rain! So what?“
„He’s dead. The King is dead! There cannot be nice days anymore!“
„Don’t get me wrong. Is’nt he a she? The queen is dead?“
„Hey you guys! I’m talking about the one and only King. About the REAL King!“
„OK! I’ll try to understand. I see you weeping.“
„The King is dead! But never forgotten!“
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Dann schob der Mann, der uns nach Galway mitnehmen wollte und es auch tat, eine MC in den Player. Ein wunderbares Kreuz wie Quer durch das durchaus ambivalente Schaffen von Elvis. Großartiges und auch die Songs aus den Movies. Ich hatte als Bube die seltsamen Filme mit Elvis in den Hauptverirrungen gerne geschaut. Ein Jahr später sollte auch ich raus aus dem Städtele. Erst nach Freiburg. Dann gen North Carolina. Dann Kölle. Das Puppenspiel zu erlernen. Den Vorwürfen aber enteilt ein Abreisender nie.
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Vor wenigen Tagen versuchte ich eine Pizza auf einem Porzellanteller zu zerteilen. Ein bisserl tattrig, wie man halt so ist inzwischen, schenkte ich dem belegten Teigteil mit zu (?) hartem und hastigem Schnitten eine erstaunliche Flugkurve, bis das schmackhafte Teil (ausnahmsweise kein Selbstlob) also auf dem Küchenfußboden die ewigen Jagdgründe begrüßen musste. Meine Frau hat das skizziert. Oder sagt man: festgehalten? Siehe oben im Header. Man beachte meinem Gesichtsausdruck und das Bandana um das noch nicht entfernte Haupthaar. Sorry KN. Kommt aber noch. Zeit für Liebesgedichtle, dachte ich dann am nächsten Morgen. Mal so. Mal so.
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The Big Mimimi der alten Buben oder zuviel Nutella auf dem hartem Toast Vergangenheit macht lediglich Bauchweh
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Und wie ich sah da sie
Die mir immer fremd und nun jene leider jene nun deren Hilfe ich benötige
Ein Buchstabe plus Punkt nur statt eines Namens
Meinen bald entkontrollierten Hintern zu bewischen
Deren Rufe nach Hochzeitskleidern im Rahmen alter Trotzkisten zu veralbern
Mir eine revolutionäre Ähre war
Nie geerntet schwacher Lenden Früchte wurden so einst
Und nun im seichten Gerinne eines Flüßleins voller Traurigkeit
Wir planschen und dort spüren alte Kraftreste
Ganz ohne Saft und allem müde davontreibend
Sah ich sie von mir davonkraulen
Ich auf dem Rücken gleitend in warmer Suppe
Allein und wieder allein und immer
So erlegte mein müder Bogen den letzten Eisvogel
Den ich zusammen mit einer Brötchentüte
Die Bäckerei an den Rändern besingend
Vor ihre Türe legte
Sie schlief und schlief
Nun wäre ich bereit zu einer and’ren Zeit‘
Noch könnte ich singen wohlfeil von den Klagen
Die mir aber selbst die Tauben
Nicht mehr glauben werden
Die begurrend mich da ich Rückenschwimmer
Koten auf meine Stirn
Rückwärts und nicht vergessen
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(Vorvorgestern / wütend / gewidmet)
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Nach den Irrtümern nötig
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Und wie die Sonne fiel ins Meer
Als sei es ein letztes Mal
Sang ich ein Lied
In die hereinbrechende Nacht
Der Abendwind strich meine Wangen trocken
Aus dem Zimmer hörte ich Deinen ruhigen Atem
Charon bat ich noch zu warten
Bis die Grillen schweigen
Für immer
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(irgendwann in Griechenland / wohl 2023)
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Liebesgedicht Nummer Sowieso
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Und wenn wir dann auf leisen Pfoten großmäulig leise besingen unsere Verluste die wir anderen zufügten
Ewige Fruchtwasserkrauler mit knirschender Freudlosigkeit zerkauend das Tun der Väter
Die Bäume jedoch schmeißen ihre Früchte schneller hinunter
Nun weiter vom Stamme denn nötig
Aber wenn wir uns bückten mal fern der Heimat
Madame
Darf ich sie um den nächsten Tanz bitten
Als sei es ein letzter
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(August / Gießen / Juley 2026 / es regnet nicht mehr / bratendes Gehirn)
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