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Meine Oma trifft im Hühnerstall die Götter, die Götter, die Götter …
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Sind die Götter Omas oder sind die Omas Götter? Sie hinterlassen jedenfalls beide breite Spuren im Zitierköfferchen. Spatzen in der Hand und Tauben auf dem Dach. Ein letztes Hemd ohne Taschen. Brötchen, welche man besser etwas kleiner backe. Omas Mühlen, die in aller Gemütsruhe vor sich hinmahlen, ähnlich denen der Götter. Oder wie mein hessischer Lieblingsopa aus Mainz einst sang: Es ist alles nur geliehen. Von den Göttern? Von den Omas?
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Und das Wenige sei mehr. Dies erkennt sogar jener, der sein drittes Segelboot abstoßen muß. Man käme ja mit der Freizeit äh … Arbeit nicht mehr hinterher. Im fortgeschrittenen Alter, wie man heutzutage das Alter nennt. Und so durfte ich irgendwann unter Zuhilfenahme der altvorderen Weisheiten meine Krücken in die Ecke stellen und damit die Illusion ad acta legen, daß irgendetwas irgendwie und irgendwann wieder würde wie davor. Träume sind aus Leergut gemacht. Seitdem humpelt es sich würdevoll voran. Greife einem nackten Mann mal in die Tasche. Beim Blick auf den zehn Gehminuten entfernten kleinen Fluß erledigen sich hochfliegende (sic!) Reisepläne sowieso von selbst. Fluch – statt Flugversuche? Eher nein.
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Keine Reime heute, da ich mir keine Reime machen kann auf die Zeitläufte. Keine Reime auf die in die Wohlstandsgesichter eintätowierten Klagen, die in der Lobby eines von Sklavenarbeitern hochgezogenen Hotels Bundeswehrflieger statt Drohnen einfordern, sie sicher nach Hause zu chauffieren. Man gönnt sich ja sonst nix. Kaum zu Hause angekommen, stehen sie dann vor den Zapfsäulen und schütteln die Faust Empörung gen Himmel und Regierung. Meine Steuer zahl ich nicht, nein meine Steuer zahl ich nicht, rumpelstilzt es in den Abendnachrichten und anderswo. Meine Freiheit. Meine Regeln. Nach der Schlacht ist vor der Schlacht.
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Seit Monaten nun endlich in Ansätzen schmerzfrei(er) wieder. Gut Ding und so. Die Oma grinst sich einen. Die Götter? Kein Kommentar. Was schrieb unlängst mein Wörterbuch als Mitteilung, da ich vergaß Korrektur zu lesen: „Hier schneit noch die Sonne!“
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Das nächste Mal von „Kulturschaffenden“, den schrecklichen positiven Schlüssen düsterer Texte und angedrohten weiteren Höhenflügen (Höhenflüchen?) der Heldenstadt an der Lahn.
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