Erinnerungsgutsele / Vorspiel auf dem (endgültig nun entträumten?) Theater

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Unlängst ein Blick aus der Ferienwohnung auf den flüchtenden See frühmorgens

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Und als meine Frau nach der ersten Nacht in unserer Ferienwohnung, da am westlichsten Ende des Überlinger Sees, das Dachfenster aufkippte und ausrief, das sei ja Ebbe da unten und erzählte, wie sie das erste Mal mit ihren Eltern an die Nordsee, das große Versprechen, man fährt ans Meer, die See, der Ozean, Kolumbus, Magellan, Captain Cook und Georg Foster und sie rannte über die Düne und dann war sie nicht da, die See, Ebbe ein ihr unbekanntes Phänomen und wie sie weinte und stammelte: „Das Meer ist nicht da!“, und so ihre Eltern bezichtigte einer Lüge, eines Betruges gar, vor allem einer schmerzlich enttäuschten Erwartung und ich mich aus dem Bett riß und einen See erblickte, der mir in seiner Dürftigkeit, Bedürftigkeit fremd wurde, fremder denn je, schlagartig, kann man artig zuschlagen ich mich fragte, so schrie es in meinem verkaterten Hirn und mir klar wurde, daß nun es höchste Zeit sei sich zu erinnern an alte Fluten, zu danken, zu danken für dieses Geschenk, die etlichen Zeiten in Frieden und gab meinem Gaumensegel die Order zu schweigen und zurückzukehren zum Reim, in der Hoffnung mit weniger und nicht fremdzitierten festgemauerten Worten der höllischen Geschwätzigkeit allenthalben entfliehen zu dürfen. Vielleicht.

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„Insum“ nennen wir, meine Frau und ich, den Herbst, den wir gerne betrachten. Der indianische Sommer. Verzweifelt erinnernd halten die Bäume, ihre alle und letzten und allerletzten Äste beauftragend, die flüchtenden Blätter zu halten feste und lassen sie dann trotzdem erleichtert fallen. Irgendwie, irgendwo, gewiß aber irgendwann. Wenn sie es können. Davor werden aber die Farben gefeiert. Viel Rot. Mehr Gelb. Kaum noch Grün. Zwischentöne. Mischungen. Bastarde. Schattierungen. Unlängst las ich von Menschen, welche sich gegenseitig die Werke von Karl Marx vorlesen statt miteinander zu sprechen. Es existiert alles, was existiert.

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Habe mich eben beim Pegel Konstanz als Mitglied eingemeldet. Man wird mich fortan regelmäßig über die Stände des alten Sees informieren.

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Stimmverluste / Wdhs / Gratulationen

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Ich wiederhole mich ungern. Was soll nach einer Premiere schon noch groß kommen? Die Zweite mit der man dann besser sieht? May be! Mantren akzeptiere ich eh lieber in eher spirituellen Zusammenhängen. Sonst: Na ja! Andererseits ist auch mir der Zwang oder der Trieb zur Wiederholung, vermehrt im fortschreitenden Alter austretend … Danke lieber Sigi Freud für den Verschreiber! … also auftretend im forttaumelnden Altwerden, als eine seltsame Mischung von prädementer Sentimentalität und postjuveniler Vitarechtfertigungsmanie, nicht gänzlich fremd.

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(Vielleicht dient tägliches Wiederkäuen ja der Verdauung älterer Steine in den mentalen Mägen. Oder das Wiederholen ist trauriges Zurückholenwollen. Was halt it kloppt bzw klappt. Oder it? Herzlichst: Der Säzzer. Very pleased too today!)

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Heute jedoch wiederhole ich mich gerne: For he’s a jolly good fellow!

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Halt! Ich freu mich wirklich! Congratulation und in two years bitte den Titel at home! Es gibt eben solche Harrys und dann die anderen Harrys. Gelle!

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Erinnerungsgutsele / Zueignung

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Unlängst gegenüber unserer Ferienwohnung ein entkernter Austin Morris stand

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Geschichte

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Ein rückwärts geschriebener Buchstabe
Die Hand am Kopf vorbeigeführt
Und die Zeit
Um die man morgens aufsteht
Rostige Sonne
Geschmolzenes Glas
Stilleben
Der Luftzug schließt meine Tür
Und die Träume haben mich aufgeweckt

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Da ist noch eine Kerze die brennt

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(aus: Pierre Reverdy: Sources du vent)

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Der elfte Oktober neunzehnhundertsechsundfünfzig. Dann fahr’n, fahr’n auf der Autobahn, vor uns liegt ein …?

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„Keiner komme ohne Geschichte aus, sagte Xia, selbst der größte Gauner müsse sich noch eine Geschichte spinnen, in der er zum Helden wurde, um seinen eigenen Anblick zu ertragen.“ (aus: Ingo Schulze: Das Wasser im August)

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„Man kann es so oder so machen. Ich bin für so.“ (Gerhard Schröder)

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„Man muß nicht alles gut finden, aber wollen wir einander nur noch bescheinigen, daß wir Idioten sind?“ (Volker Bouffier)

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„Wir müssen wahrscheinlich dazulernen, daß die Menschen immer nicht dazulernen.“ (Wolf Biermann)

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„Do könn wir gar nüscht machen, gar nüscht! Do könn wir gar nüscht machen!“ (aus: Ingo Schulze: Neue Leben)

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„Bliev do, wo de bess,

Halt dich irjendwo fess

Un bliev su, wie de wohrs:

Jraaduss.“  (BAP)

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„Leben ist das, was passiert, während du andere Dinge im Kopf hast.“ (John Lennon)

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„Keep on keepin‘ on.“ (Bob Dylan)

(Übertragung: „Und wie?“ „Ei! Als weidder!“)

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„es ist als ob ich wiederkommen sollte / und etwas auch als wollt es mich vertreiben / es ist als ob noch keine zeit vergangen wäre“

(aus: Wolfgang Hilbig: fragwürdige rückkehr (altes kesselhaus))

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„Wir sind das Volk!“ (zu Leipzig und anderswo im Herbst 1989 skandiert)

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Vom Fahrrad aus staunend betrachtet auf dem Weg nach HoyWoy / Juli 2019

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Von den unregierbaren Träumern

Oder

Die Mär vom „Souverän“

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Schachmatt Tankrabatt

Ranzen voll und nimmersatt

Am Tellerrande Stacheldraht

Der Untergang er naht er naht

Ich bin reich und hab kein Geld

Die Klage steigt zum Himmelszelt

Alles Nutten außer M…

Mein Leben Drama einzig Drama

Klein mein Herz doch rein rein rein

Veränderung war niemals mein

Ein jeder soll vor seiner Tür

Doch meine klemmt und ab dafür

Mein Schlüssel dreht sich um im Schloß

Mein Motor brummt was wollt ihr bloß

Freie Fahrt ich bin so froh

wird immer sein war immer so

Gelle schnelle trulala

Oktoberfest und rumstrara

Wunschpunsch Wunschkonzert

Wünsche Träume Punsch Punsch Punsch

Ansonsten zieh ich einen Flunsch

Verweiger mich stets aller Härt‘

Drück Glück Gaspedal

Der Rest der ist mir sch…

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(unlängst im September 2026)

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Damals, 1974, ein Jahr vor dem Abitur sollten wir darüber nachdenken, was unsere Zukunft eher beschreiben könnte: Orwells „1984“ oder Huxleys „Brave new world“. Ich als (selbst)gerechter Linkling plädierte selbstredend für Orwell. Feinde überall und man selber träumt von hehren Partisaneneinsätzen, selbstredend mit 13ten Monatsgehalt und Weihnachtsgeld. Einer meiner ältesten Freunde, immer noch, hielt Huxley die Stange. Allein die zum T  – Remember Ford T- Model! –  umfunktionierten Kreuze auf den Kirchen hatten ihn überzeugt. Desweiteren riet er uns, ab und an in die FAZ zu schauen, schon allein wegen des Wirtschaftsteils.

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Ante portas der immer noch für etliche – gewiß nicht für alle – recht seligen Insel Germanien – „1984“ gibt es gewiß in allen 4 Himmelsrichtungen, aber drinnen, hier in Ost und (!!!!!) West, denk ich an den Tankrabatt und ähnliche sinnentleerte Gießkannenaktionen, die eh nur die größten Häufen bewässern und nicht einen einzigen Wähler „entbläuen“, gebe ich meinem alten Freund recht. Schon länger! Aldous was right!

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Lese zudem häuptsächlich nur noch oben genannte Zeitung. In Papierform. Noch vor kurzem drängelte sich alles in der Mitte, jetzt ist hier Platz, Platz zum Nachdenken. Ein bisserl emotionsloser als an den Rändern.

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Zitiere zum Abschluß meinen so lang schon verstorbenen Vater: „Alles im Leben ist relativ! Eine Minute im Bett mit einer schönen Frau ist relativ kurz. Eine Minute mit dem nackten Arsch auf einer heißen Herdplatte ist relativ lang!“ Und die Rechnung reichen wir wieder weiter an die Nachgeborenen.

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Zwesche Finsterbredd un Stenz / Teil 27

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Burghof Wallhausen bei Konschtanz / Abräumtisch Speisen / 6. 9. neulich

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Jailbreak oder wenn die Neugier stirbt

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In jenen Tagen als ich nächtens plante noch

Mich an zerfetzten aneinandergeknoteten Bettlakenstreifen

An den Mauern meines selbst errichteten Gefängnisses abzuseilen

In ungeahnt zu laut beklatschter Freiheit romantisch baumelnd

Bauchnabelpuhler und Theoretiker eines Lebenslaufes ohne Ziellinie

Da schienen mir die Sterne heller bis ich bemerkte

Es funkeln sich nur vorlaut knisternde Kürzschlüsse hinter der Iris zur Blüte

Tanzende Synapsen im Rausch

Steppende Teddybären auf der Flucht aus dem Kinderzimmer

Dann biss mich der Schwarze Hund in meine Wade

Dann suchte ich eine Heimstatt auf dem Sofa

Und blieb in langen Gesprächen mit meinen Wärtern

Insasse meines Selbst

Lebenslänglich

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Heute Nacht

Ich erwacht‘

Nach was gesehnt

Tür angelehnt

Lufthauch doch

Neugier

Noch

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(Im Regionalexpress von KN nach Karlsruhe / 9. September diesen Jahres)

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Nachträgliches Vorwort:

„Es ist elend schwer zu lügen, wenn man die Wahrheit nicht kennt.“

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(Peter Esterhazy, Harmonia Celestis)

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Dies Zitat zitiert aus: Ingo Schulze: Das Wasser im August. Seite 9

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Zwesche Finsterbredd un Stenz / Teil 26

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Burghof Wallhausen bei Konschtanz / Abräumtisch Getränke / 6. 9. neulich

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Vom Verlust oder Des glaub i doch it

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Aus dem müde beschlagenen Zugfenster

Blicke ich auf erschöpfte Landschaften

Der lang herbeigesehnte Regen fällt vorbei

An den zermürbten Bäumen

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Spatzen tanzten gestern auf meinem Tisch

Pickten die liegengelassenen Pommes klein

Und über dem See leuchtete ein Wetter mir

Zum Abschied scheint Gott ferner denn je

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Jedoch noch wachsen mir die Haare

Aus den Ohren aus der Nase

Und wenn ich mir das Haupt nicht wundschlage an tiefhängenden Wolken

Bleibt Hoffnung noch in kleinen Dosen

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„Und wenn man ein’ Nagel in den Himmel schlagen wollt’,

man brächt’ es nicht fertig, nur weil die Leut’ die Köpf’ zusammenstecken.“

Höre ich auch, wenn etwas geht?

Auf dem Feld? Oder im Wirtshaus? Woizeggle?

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So kreuze ich die Hände vor der Brust

Verneige mich vor den restlichen Tagen

Auch wenn sie noch so finster vielleicht

Eine Prise Dank am Morgen ist mir geworden Verpflichtung

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(Im Regionalexpress von KN nach Karlsruhe / 9. September diesen Jahres)

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Nachgeklapper:

„Ich könnte aus der Hose springen, wenn Leute ihre Neurosen an anderen Leuten abarbeiten, weil sie ihre drei Gefühlchen nicht sortiert bekommen. Nichts macht mich so wütend.“

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(Stefanie Stahl / Psychologin / im SPIEGEL unlängst)

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„Was ich gern früher gewusst hätte.“ (Eine Kolumne im ZEIT – Magazin)

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Neil Young hatte nach „second song“ ein neues Video vernetzt. Schönes Erinnern wieder. An was und wen auch immer. Mit Gefööhl!! Aber nicht blind oder vom sich selbst beweinenden Auge benetzet, sondern eine Rücksicht inklusive Rücksichtsnahme, weil sie auf ein Kategorisieren verzichtet. Und den Zeigefinger. Lassen wir Milde walten.

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Fahre morgen mal wieder an der See. Werde dort mit ein paar alten Geistern rumgeistern, worauf ich mich freue, hoffe aber den Gespenstern aus dem Weg gehen zu dürfen. Das mentale Pfefferspray jedenfalls ist besorgt. Bedenken jedoch bleiben. Manche Karusselle haben irgendwann mal den Bremser erschossen. Blöd!

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Eben las ich, was der italienische Künstler Maurizio Cattelan in der hier oben zitierten Kolumne geantwortet hatte. Ähnlich angenehm wie NY’s Video. Klaue das mal in Teilen. Genehmigt ungenehmigt.

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„Hüte dich vor dir selbst.

Ich kam, ich sah, ich missverstand.

Wir sind alle limitierte Auflagen.

Wenn du lachst, bist du bereits Komplize.

Etwas fehlt? Lass es so.

Trau dem Sockel nicht.

Das Wunder ist, dass eigentlich nichts geschehen ist.

Das Ego stirbt nie. Es wechselt nur sein Outfit.

Ich glaube nur an zerbrochene Ikonen.

Alle beten. Niemand hört zu.

Hinterlasse keine Spur. Hinterlasse einen Riss.

Ich wollte nie Künstler sein. Ich wollte frei sein.“

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(alle Zitate Auszüge aus Maurizio Cattelans Werk „BEWARE OF YOURSELF“)

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Mille Grazie, Signore Cattelan. A presto!

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„Die Todesursache wurde noch nicht bekanntgegeben!“

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Es wird gestorben derzeit. In dichter Taktung. Unfreiwillig. Sehr oft aber auch freiwillig. Manche kokettieren damit öffentlich rum diesen Weg mal beschreiten zu wollen, andere schweigen und tun es einfach und sind dann einfach mal weg. Während Hape Kerkeling der nächste Bundespräsident werden soll. Verzeihung für das Wortgespiele. Die Hinweise auf die Abgänge sind oft Spurenelemente. „Möchte meine letzten Jahre als Einsiedler in Alaska verbringen.“ Las ich eben. Dies sagte der nun Verstorbene, vielleicht schon länger innerlich Tote. Nach jahrelanger Krankheit? Auch so eine gerne wiedergekäute Formulierung. Alte Gefährten aber müssen sich selbstredend äußern: „So früh. So früh!“ Darf man dann auch noch lesen! Wie lange kann man Lebenszeit raushandeln als saufender Depressiver? Als depressiver Säufer? Ich weiß, ich spekuliere an den Rändern rum. Jedoch statt dem Menschen seine Möglichkeit der endgültigen Weltflucht zu gestatten, gibt es unten rechts (sic!) das Kästchen mit den Telefonnummern. Sind Sie suizidgefährdet? Rufen Sie uns an. Vorschlag: Nennen wir es einfach: Lebbe tut weh! Ist extrem gefährlich und führt sehr oft zum Tod. Oder wie es ein mir einst bekannter Blogist punktgenau formulierte: „Vor dem 24 Stunden und sieben Tage währenden Lärm der Stadt gibt es keinen Schutz.“  Ach nee?

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0800-1110111 oder keine warmen Worte mehr

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Wenn ich gehe

Gehe ich

Wenn ich schweige

Schweige ich

Wenn ich dich liebe

Habe ich es zumindest versucht

Wenn ich müde bin

Bin ich die ganze Nacht wach

Wenn ich mehr wüßte

Könnte ich es dir sagen

Nein

Schreiben tät ich es

Eine Postkarte aus Alaska

Oder vielleicht

Das letzte Telegramm

Aufgegeben im plattgemachten Postamt

Das mal ein Gegenüber mir war

Ich habe den Schlüssel mitgenommen

Zur Not und man weiß ja

Ein bisserl vielleicht

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(Heute / eben / Gießen)

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