Zwesche Finsterbredd un Stenz / Teil 24

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Blick vom Stadtgarten Richtung Hafenausfahrt mit Imperia / KN / Foto: A. Haas

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Zurück auf dem Boden des Wasserglasses oder Handyweitwurf ist auch keine Lösung

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Eigentlich wollte ich mich gestern in Braunfels, im Schatten der Burg, in jenes kleine Café setzen, in jenes kleine Café am Markt, im dem ich letztes Jahr kurz vor Weihnachten mit meiner Frau saß, bevor ich in die hiesige ATOS-Klinik eincheckte, mir mein Hüftersatzteil abzuholen. Von da an tat es weh. Leider hatte das kleine Café am Marktplatz Sommerpause und so sitze ich ein paar Blocks weiter im ersten Haus am Platz. Es war schon immer etwas teurer einen guten Geschmack zu haben.

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Zurück zum Wasserglas. Ich war zwischen Mitte Mai und Ende Juni dreimal runter an den Bodensee gefahren. Hatte es hier erwähnt und beschrieben wie und warum. Nach einer langen Phase der Nüchternheit – irgendwo zwischen freiwillig und gezwungen – fing ich dort unten wieder an zu trinken. Man kehrt schnell zurück zum alten Level. Eigentlich hatte ich mich beim ersten Aufbruch noch im Aufbautraining befunden, mußte die Physiotherapie unterbrechen, was mir die neue Hüfte etwas übelnahm. So dachte ich, falsch, ich dachte natürlich nicht, alte Reflexe übernahmen das Kommando, zwecks Schmerzbekämpfung und Belastungssteuerung in jeder Hinsicht, ein zwei Glaserl san schon okee. Aber wenn jemand in seinen Taschen ganze Fortsetzungsbände von Ausreden und Rechtfertigungen mit sich rumträgt, dann ist es der Trinker. Habe vorgestern ein kleines Liedchen darübergeschrieben. Das Lügenlexikon der Säufer. Ein Boogie. Wird wohl Bestandteil des Liederabends, an dem ich zur Zeit bastle. Heimata und andere Gesänge. Und es gibt wohl die Möglichkeit das Programm unten am See, vor den Toren der Stadt, dort, wo der Bodanrück beginnt, zum Vortrage zu bringen. Nächstes Jahr. Wir werden sehen.

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Wenn man in die Vergangenheit reist trifft man auf die Vergangenheit. Lässt sich nicht vermeiden. Das kann sehr erfrischend sein, wenn man leicht beduselt auf den See hinausschaut und alten Geistern und neueren Gespenstern beim Tanzen und Herumsegeln zuschauen darf. In sich und einigem alten Mist, mal erfreulich, mal weniger, versunken. Oft aber tritt die Vergangenheit auf zwei Menschenbeinen auf die Bühne, hält gerne, wie du selbst, Getränke in den Händen und man arbeitet sich gemeinsam Schritt für Schritt zurück. Gestern. Vorgestern. Studium. Kneipennächte. Verliebheiten. Schulhof. Kann sehr schön sein, aber Stolperfallen lauern allenthalben. Es kann schnell kippen und es wird bitter und man landet dort, was solche Rückführungen gerne sind: Kindergarten. Vergoß’ne Milch. Und plötzlich taumelt man am Rande des Großen Canyon Aufrechnung entlang und landet bei Abrechnungen. Rechnungen sollen beglichen werden, die schon etliche Male bezahlt wurden. In bar. Oder per Dauerauftrag von Deinem Konto abgebucht wurden. Jahr für Jahr. Falsche Hälse schlucken begierig jeden schludrig trunkenen Satz und es winkt das Drama. Und Bitterkeit. Hilfloses Wüten. Schade eigentlich.

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Ich war noch nie ein großer Freund des HÄTTEWENNUNDÜBERHAUPT gewesen. Werde es auch nicht mehr werden. Wollen auch nicht. Las unlängst im hier zitierten „Der Kinoerzähler“ von Gert Hofmann wie der Großvater dort sagt: „Ach, das Schreckliche ist lächerlich und das Lächerliche schrecklich.“ Ist was dran. Besser der Vergangenheit nur noch stocknüchtern entgegenzutreten. Oder es sein zu lassen. Die Gegenwart und die nähere Zukunft halten genug Herausforderungen bereit.

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Zurück zum Wasserglas also. Nach meinem Abschieds- und Nachdenksuff im Moseleck zu Frankfurt und anschließender hindernisreicher Heimkehr – Odysseus ließ kurz grüßen – bei knappen 40 Grad, konnte ich doch recht flott das Weinglas zurück ins Regal räumen. Mal schauen, wie lange es dort unbehelligt stehen bleiben darf. TOITOITOI. Es ist halt harte Arbeit. Schont jedoch den Geldbeutel, aber vor allem die Gefährtin, die mal Pause machen kann vom Co – Abhängigensyndrom.

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Jetzt sitze ich im Kurpark, das gewaltige Schloß schaut freundlich herab, ich überfliege die obigen Worte und hoffe sie sind mir klarer, assoziationsfreier und nicht von (leider gelegentlich notwendiger) Ironie komplett durchsuppt, gelungen, hatte mich doch meine Lektorin unlängst darauf hingewiesen, daß mein Geschreibsel Leser, die meine Art der Denke nicht kennen und vor allem überhaupt nicht mögen, sich schon mehrfach daran gestoßen haben. Und da die Lektorin nebenbei auch noch meine Stilberaterin ist, wechsle ich gleich die Strassenseite – das Frühstück war ausgezeichnet und hatte einen gerecht hohen Preis – und lasse mir Bart- und Haupthaar stutzen, soll ich doch, ich selbst hatte es ja gar nicht bemerkt, in letzter Zeit etwas verwildert, manche sagen gar pennerhaft auf meine Umwelt gewirkt haben. Wohlmeinend liebevolle Hinweise nehme ich mir gern zu Herzen. Und, ach ja, die Sache mit dem Handyweitwurf in der Überschrift wird bald aufgelöst. Aber erstmal zum Barbier.

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Kleine Anekdote zum Abschluß: Auf der Toilette des Cafés traf ich einen vor Schmerzen fluchenden älteren Herren – könnte sich auch mal wieder rasieren, dachte ich – der versuchte mit einer seiner Krücken die Türe zu öffnen. Deja vu. Wir kamen ins Gespräch. Ich erzählte, daß dieser, sein momentaner Zustand nicht so weit hinter mir läge. Er erzählte, daß er morgen in die Klinik eincheckt, die neue Hüfte abholen. Er hatte Humor und beschimpfte seine Schmerzen sehr phantasievoll. Wir wünschten uns gegenseitig viel Glück. Dann rief ich, ich liebe solche Begegnungen, meine Frau an und erstattete Bericht.

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Nachwehen:

Jetzt sitze ich wieder zu Hause und blättere, quasi zur Ermutigung im Sinne Biermanns – „Du lasst dich nicht verhärten in dieser harten Zeit, die allzu hart sind brechen, die allzu spitz sind stechen, und brechen ab sogleich!“ – in einem Buch, welches ich im Frühjahr mit Freude und Entsetzen gelesen hatte. Kleiner Auszug:

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„Ich hab Dr. Laumann gesagt, daß das auf jeden Fall ohne mich stattfinden wird. Wenn ich dich nur ein einziges Mal mit einem Glas sehe, Bier, Wein, Wodka – egal was -, bin ich weg.“

„Klar.“

„… Oder ob er das zu hart findet.“

„Und?“

„Das ist gut, hat er gesagt, und daß ich schon mal nicht co-abhängig bin. Das Hauptproblem bei vielen Leuten, die mit Suchtkranken zusammenleben, ist, daß sie endlos versuchen, ihren Partner durch gutgemeinte Hilfestellungen, falsch verstandene Rücksichtnahme oder auch einfach aus Liebe vor dem Untergang zu retten. Das funktioniert nicht nur nie, sondern hat oft sogar den gegenteiligen Effekt. Solange noch jemand da ist, der ihn unterstützt, ihm neue Auswege aus seinen selbst verursachten Katastrophen öffnet, entwickelt der Süchtige immer perfidere Strategien, dich so zu manipulieren, daß du seine Sucht unterstützt, damit er nichts ändern muß. Er verläßt sich einfach darauf, daß es schon irgendwie gut gehen wird.“

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(aus: Christoph Peters / Entzug)

Der Thomas, der Rio, der Olli und ich

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Im Juni 2006 in TiL zu Gießen

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Tuchel muß sich nach jedem Spiel was anhören. Halt einer derjenigen, die es niemandem recht machen können. Nun wird er kritisiert, gerne auch von solchen, die beim Anblick eines Pekinesen schon die Strassenseite wechseln, wegen „Feigheit vor dem Feind“, weil er nach der Führung der englischen Pöhler auf 5er-Kette umgestellt hatte. Sei’s drum. Ich glaube nicht, daß die erzmüden Engländer gegen die Dampfwalze Argentinien, die ja nebenher noch die Falklandinseln in Malvinias umbennen mußte, den Hauch einer Chance hatte. So oder so. Genausowenig wie am Tage zuvor die Blauen gegen die spanische Präzisionsmaschine. Aber dies ist nunmal ein zentrales Hobby der Menschen: die sogenannte, nachträgliche Betrachtung, gerne Aufarbeitung genannt, jedoch letztlich nichts anderes als das Besingen vergoß’ner Milch. Hosianna! Kreuziget ihn! Klar, ich hätte gerne ein finales Aufeinandertreffen der Ritter der Kokosnuß und der Froschschenkelfresser gesehen. Und wie Mick Jagger jubelt. Bleibt halt der Samstag. Heißt ja nicht umsonst Trostpreis. Schnief schnief!

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Ich mag den Tuchel. Weil ich mich gelegentlich in seinen Verbissenheiten und (unerfüllbaren?) Ansprüchen wiedererkenne. Oder sind es die Ohren? Erinnere mich an eine Vorstellung meiner Rio Reiser – Inszenierung, sie lief vier komplette Spielzeiten lang, stets volles Haus, inklusive Warteliste. Das Publikum hatte eben noch stehend applaudiert, als ich schon hinter die Bühne jagte und in ‚Tuchelscher‘ Gereiztheit das Ensemble ‚bat‘, sich bitte nicht zu sehr in der Gunst der Zuschauer zu suhlen, alle Tränchen der Selbstrührung zu streichen und einfach nur die Geschichte zu erzählen und zu singen. Dem Stück folgen. Egos in der Garderobe lassen. Dienen und Team. Spanisch quasi. Man war so gar nicht amused. Wie kann das arrogante Arschloch nur? Wir waren doch sooo gut. Nun denn, die nächste Aufführung war, in meinen Augen, dichter und konsequenter. Und wir hatten uns alle wieder ganz arg lieb. Zitiere dazu den guten Olli Kahn, der Tuchel, nachdem der nach dem Norwegenspiel seine Mannschaft kritisiert hatte, in Schutz nahm.

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Olli Kahn:

„Die Reaktionen folgten sofort. Und sie verraten mehr über unsere Zeit als über den Fußball. (…) Denn sie offenbaren eine Eigenart, die weit über den Sport hinausreicht. Wir glauben, Niederlagen seien der gefährlichste Moment einer Entwicklung. Tatsächlich ist es oft der Sieg. (…) Deshalb beginnt die eigentliche Führungsarbeit nicht nach einem verlorenen Spiel, sondern nach einem gewonnenen. (…) Er hat etwas getan, das im Spitzensport selbstverständlich sein sollte. Er hat verhindert, dass ein Sieg wichtiger wird als die Wahrheit.“

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Zurückeroberung des Alltags / Reset

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Die Christbaumkugel, die ich seit dem gestrigen Eingriff mit mir rumtrage

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Warum es gelegentlich einer Drainage bedarf, um Unnötiges abfließen zu lassen oder wie es in den alten Almanachen hieß: raus mit bösen Säften

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„Ich sah den Großvater nicht mehr, ich konnte ihn aber hören. Ich hörte ihn atmen und seufzen und in bestimmten Abständen auf seine Matratze schlagen.

Warum machst du das, fragte ich.

Was mach ich denn?

Den Lärm.

Ach, du meinst das Geräusch, sagte der Großvater und überlegte sich, warum er das Geräusch machte.

Jedesmal, wenn mir eine Sorge einfällt, stelle ich sie mir vor. Dann schlage ich drauf, sagt er.

Auf die Sorge?

Ja.

Also ist dir eben wieder eine eingefallen?

Wahrscheinlich.

Weißt du es denn nicht mehr?

Ich vergesse sie gleich wieder. Es sind so viele.“

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(aus: Gerd Hofmann / Der Kinoerzähler / Dank an GE für den Tipp)

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Und sonst? Gestern im Zufallsanstoßgeber ‚oblique stragies‘ :

Mute and continue

Heute wiederum:

Define an area as ‚safe‘ and use it as an anchor

Woher wissen das die Herren Eno und Schmidt? Schon seeltsam!

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Als das Spiel noch ein einfaches Spiel gewesen war, 44 Beine und immer gewinnen am Ende eben die, sagte mal ein Engländer, doch nun und lange schon: isch over, gelle! Fortunately!

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Yesterday oder geschtern halt

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Yesterday

Kicken was such an easy game to play

Now I need a place to hide away

Oh, I believe in yesterday

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Why dess had to go

I don’t know, ich kann es nicht say

Was machte ich bloß wrong

Now I long for yesterday

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Yesterday

Rasenballsport was such an easy game to play

Now I need a place to hide away

Oh, I believe in yesterday

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Mmm-mmm-mmm-mmm-mmm, hmm-hmm

Ach, geschtern halt

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(Jacky „The Jo“ Mc Nailman / Songwriter)

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Manche Uhren bleiben steh’n lange vor der Zeit oder der werf‘ den letzten Stein

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Verdamp lang her

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Stand am Ufer allein

ließ einen Stein

über den See

flitschen

zählte die Dellen

auf der Wasseroberfläche

als mein Vater nach meiner Hand

griff und weiterhin

schwieg

als ich fragte nach dem

Krieg

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Ach nur

Bagatellen

höre ich

Hörte ich das?

da er meine Hand

losließ

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Bückte mich

das Schweigen erlernt

griff nach dem nächsten

Stein

flach geschmeidig

Plopp Plopp Plopp

Auch der See antwortete nicht mehr

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(Zwischen KN und GI / Dezember 2020)

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Auf fünftausend Hitzetote könnte ich schon verzichten. Aber auf meinen Sommerurlaub in der Ferne? Muß ja nicht gleich Death Valley sein. Oder?

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Mmm, when the walls cave in
And the lights go dim
And I drag you out again
Well, dystopian values are too hot to handle
And I’m going out in a blaze
Can we run any faster?
It’s a total disaster
I, I, I’m going down in the flames
Yeah, when they try to arrest you
I’ll come to your rescue
Life is a gambling game

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(The Rolling Stones / Divine Intervention)

Was haben die, was wir nit ham oder warum schütten wir uns Bier über die Köpp, wenn wir so tun als täten wir uns freun tun und könn es doch nit so recht

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Weißt du, setzt er noch mal an, als ich schon fast draußen bin, der Nestbeschmutzer ist der, der den Dreck ins Nest trägt. Nicht der, der rauskrabbelt und mit jemandem drüber reden muss. Ich nicke, er scheint ergriffen von seinen eigenen Worten. Ja, danke jedenfalls!

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(aus: Lena Schätte / Das Schwarz an den Händen meines Vaters)

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Zwesche Finsterbredd un Stenz / Teil 23

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Ehemaliges Kinderzimmer von außen / KN – Staad / Juni 2026

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Abschiedsbriefe oder Neulich in alten Schubladen wieder nix gefunden

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Da stimmt doch was nicht? Mit der Zählung? Oder? Oder it? Stimmt! Ich habe die letzten zwei Nachklappeinlassungen hier nach eigentlich selbstverordneter Pause in den Papierkorb geschoben. Falls es bemerkt wurde. Wenn nicht, auch gut. Das übliche Bessergewissere oder das Schlaulehinterhertreten in Sachen Pöhlerei. War mir dann doch eher peinlich. Vor allem, weil die deutschen Kickereiüberheblichkeiten einfach überhaupt kein Thema mehr für mich sind. Ala hopp! Nun die nächste Lichtgestalt vor den Toren der Nation? Schau‘n mer mal, Jürgen. Oder soll’s denn doch de Chrischtian besser mache? Driss-elmala-ejal.

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Ein Abschiedsbrief an Väter die keinen schrieben

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Du hättest vielleicht wissen sollen, daß ich dir keine Fragen hätte stellen können

So jung und blaß und Antworten suchend in dir fremden Sümpfen

Behaupte ich so unfrei wie ich einst war und weiter blieb

Zwischen den Flußpiraten vom Mississippi und den Alligatoren Vaterland und Einsamkeit

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Ein Hinweis nur da hinten da wohin du dich fortgemacht hingepickt

Mit Reiszwecken mit Nägeln besser noch Mann

Wer sucht der findet und wenn es ein langes Leben dauert

An einem der Ausgänge denen du ewig schon die Klinke gestreichelt hast

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Weil du es nicht hast gut gemacht in meinen trüblichen Augen

Lehnt mein Kopf im Nacken knirschend Tag wie Nacht

Wie soll ich beweisen meine unzähligen Fähigkeiten

Denn besser und strenger und den Anderen selten nur ein Gegenüber seiend

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So flog ich dann mit Mama nach Amerika ins Große Hotel zu groß

Die Augen mir zu Schlitzen wuchsen vor lauter Angst vor meinen Freunden

Ich brauchte kein Feuerzeug in Foxborough nein

Meine Lunte glomm immer in steter stiller Wut seit jenen Tagen

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(gießen am 3. Juli / irgendwo zwischen frankfurt und winston-salem hin- und herpendelnd. Und natürlich KN-Staad.)

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Wer lässt wen erst rein und dann wieder raus und so weiter und so weiter? Experten abschaffen! Fragen und nach den Fragen noch mehr Fragen und weniger Antworten. Kein auratischer Messias is needed! Aber Messi vielleicht doch. Noch. Good Luck, Bub Julian Nagelsmann.

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