…..

…..
Ich erinnere mich, weiß aber nicht mehr wie und wann genau, was nunmal Wesen oder Wesentlichkeit des Erinnerns ist, entgegen anderer Be- oder soll man sagen Enthauptungen, aber da war was, was mir gestern, als wir von Braunfels, anläßlich des Todestages von Elvis spielte im Schloßpark in der Konzertmuschel, welch ein angemessener Ort für die lauschende Klientel, eine sehr kompetente Amateurband aus der Region, angemessen gekleidet in memoriam der „Rückkehr“ der Hüfte (Pelvis! Gelle! Hüfte und Braunfels!) im Jahre 1968, ins Erinnern ploppte, als wir so nach Hause fuhren. Und die liebste Gattin ständig ihr Lieblingslied vor sich hin summte.
*
Elvis Presley ist mir ein paarmal beruflich über den Weg gelaufen. Mitte der Achtziger (Ach so liebes Gießelein! Was für ein hochnotpeinliches Stadtfestwochenende war das denn? Verzeihung! Nur ein kleiner Touretteeinschub!) spielte ich in Düsseldorf mit meiner damaligen Freundin „Burning Love“ von Fitzgerald Kusz. Ein kleiner Prolet und Motorradschrauber liebt den King und träumt von einer Kawasaki 750 und davon einmal nach Graceland zu pilgern. Seine Liebste arbeitet im Vorzimmer einer Behörde. Eine Aufstiegsgarantie war das damals noch. Geht aber nicht gut aus die Geschichte. Der Regisseur war ein überzeugter Presleyianer und überreichte mir, das Grundstudium zu absolvieren, zwei Musikkassetten mit der Mucke des essentiellen Meisters. In unserer Südstadtkneipe zu Kölle reichte ich die zwei Teile über den Tresen. Eine lange, recht verknutscht und freudig trunkene Nacht war die Konsequenz. Ich war platt, was der Mann mit seiner Musik noch immer auslösen konnte.
*
Jahre später, nun in Gießen, hat ein wunderbarer Kollege, Antonio Lallo, Verehrer, Maniac, einen kleinen Abend in Sachen König der Hüfte im damaligem TiL zusammengebastelt. Ich, damals noch aufstrebender Jung-(45!)-regisseur, hab mal – heißt so – draufgeguckt. Ein Jahr später ging Toni nach Oberhausen und es sollte zwecks Neueröffnung des dortigen Studios ein richtiger „Abend“ werden aus der kleinen szenischen Lesung mit karaokischer Musik. Haben wir verantwortungsvoll gerockt und ich durfte als ein dürrer Colonel Parker am Ende des Abends die legendären Worte „Elvis has left the building. Have a save drive home!“ sprechen.
*
1977 trampte ich – erinnert sich wer noch an diese orangenen Rucksäcke mit Gestell? – mit meiner damaligen Liebsten durch Irland. Freundlichkeit ohne Ende. Mal protestantisch. Dann katholisch. The problem is here. Or over there? Eins, zwei, drei. Du mußt Dich entscheiden. Oder es einfach aushalten. Eines Morgens aber. Wie auch immer. Einsteigen. Den Dialog annehmen. Als Smalltalkneuling, der man stets bleibt in Fortbildung.
*
„Good Morning! Thanks for givin‘ us a ride. It’s a nice day. Is’nt it?“
„Fellows! This ain’t no nice day!“
„The sun is shining after three days of heavy rain! So what?“
„He’s dead. The King is dead! There cannot be nice days anymore!“
„Don’t get me wrong. Is’nt he a she? The queen is dead?“
„Hey you guys! I’m talking about the one and only King. About the REAL King!“
„OK! I’ll try to understand. I see you weeping.“
„The King is dead! But never forgotten!“
*
Dann schob der Mann, der uns nach Galway mitnehmen wollte und es auch tat, eine MC in den Player. Eine wunderbares Kreuz wie quer durch das durchaus ambivalente Schaffen von Elvis. Großartiges und auch die Songs aus den Movies. Ich hatte als Bube die seltsamen Filme mit Elvis in den Hauptverirrungen gerne geschaut. Ein Jahr später sollte auch ich raus aus dem Städtele. Erst nach Freiburg. Dann gen North Carolina. Dann Kölle. Das Puppenspiel zu erlernen. Den Vorwürfen aber enteilt ein Abreisender nie.
…..
…..




