Zwesche Finsterbredd un Stenz / Teil 10

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Wäscheleine / Konschtanz – Staad / Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

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Fuß ist Hand und Hand ist Fuß oder Neulich in Winston-Salem / Teil 1

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Wir kamen an. Mitten in der Nacht. Von wo kommen wir? Von da hinten, wie mein Reisegenosse und selbsternannter Amateurcowboy gerne tönte, wenn uns einst am Bodensee die Polizei mal anhielt. Und wohin wollten wir? Nach da vorne, schob dann der Möchtegernheld hinterher. Das sollte sich, wir befinden uns im Jahre 1979 in North Carolina, relativ schnell erledigen, diese postpubertäre Aufgeblasenheit. Aber wir kamen an in einer schwülen Mainacht, damals in Winston – Salem / North Carolina.

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Sieben Tore in einem Testspiel, die ich mit einem bestenfalls viertelgeöffneten Auge in einem Mini-Fernseher in Bad Soden, einen der 10 Orte mit der höchsten Einkommensmillionärsdichte nicht nur Hessens, sondern ganz Deutschlands, sah, in einem dennoch bezahlbaren Hotelzimmer, Blick Richtung Kurpark, welches ich zu Ehren des Geburtstags meiner liebsten Gattin bezogen hatte. Man nennt diese Veranstaltung immer noch Fußball-WM. Der unsägliche Kommentator hyperventilierte. Man will wohl der in großen Teilen desinteressierten Nation sowas wie stattlich … ähem …  staatlich … verordnete Euphorie implementieren. Tom Bartels heißt er und zwingt mich dazu bei meiner Lieblingssportart Vierschanzentournee stets zu Eurosport zu switchen. Ist Frau Lea Wagner denn inzwischen schon niedergekommen? Was macht Sven Tannenwald? Endlich ein Schweigen zwischen den Wipfeln und Gipfeln?

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Meine Frau hat am selben Tag Geburtstag wie der orangenköpfige Heiopei aus Miami. Gestern also. Wir schauten im Kurpark von Bad Soden aber nicht auf Käfige in der, um den Ehrentag zu feiern, sich Dummbatzen gegenseitig aufs Maul hauten, sondern in eine Konzertmuschel, in der erst eine schwäbische Coverband und dann Egerländer Schmankerl aus Grünberg gelassen musizierten. Und vergessen wir nicht die ewige Stefanie Graf. Man sucht sich so ein Datum nicht aus, an dem man in die Welt flutscht. Noch nicht mal die Eltern. Die spekulieren lediglich.

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Wir, der Reisegenosse und ich, waren 1979 Ende April von London, Ryan Air hatte sich eben gegründet, für billiges Geld nach NY geflogen, hatten von dort einen klapprigen Datsun nach Oakland überführt, uns ein paar Tage in Kalifornien rumgetrieben und sind dann per Daumen nach North Carolina gereist. Zurück gen Osten. Ein Klassenkamerad von mir studierte dort an der NCSA – North Carolina School of Arts – Lichtdesign und Stagemanagment und ich, frisch von herzlichstem Liebeskummer gepeinigt, hatte eben Freiburg im Breisgau verlassen und wollte was Ordentliches lernen: die Schauspielerei. Nachts um – vielleicht – elf oder zwölfe – standen wir auf dem Campus – Wie kamen wir da hin? Don’t ask me! – We looking for Ulrich! – Are you the german guys he is expecting?– Guess so! – Come on, follow us. Dann standen wir nach wenigen minutes in the centre of einer Studentenparty. In einer schwülen Nacht in Winston- Salem. Heute wohnen da, gleich um die Ecke, wieder ein paar german kids. Wird es nochmal eine wilde Party?

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Vor zwanzig Jahren lernte ich meine Frau kennen und lieben. Eigentlich wollte ich dem unsäglichen Kaff Gießen eben den Rücken kehren. Damals als ein Sommer über das Land fiel. Erstens kommt es anders und der Rest ist Schweigen. Wir schauten gemeinsam Fußball und hoppla. Poldi machte zwei Hütten. Sommermärchen wurde das dann getauft. Es wimpelte sich ein Land in eine Ekstase, die irgendwie stimmte. Und in der Lokalpresse gab es eine – tägliche? – Kolumne, die auf die Kickerei inklusive weltbetrachtender Anhänge schaute. Mit Humor. Ich tippte gelegentlich etwas dazu. Kinder wie die Zeit vergeht und der Spaß an der Freud in Sachen Pöhlerei zur Zwangsveranstaltung mutierte. Schaun mer mal und Beckenbauer ist auch schon eine schöne Leich‘.

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Mein Sommer in Winston-Salem damals war ein langer und schöner. Etliche Geschichten klingeln noch. Und Liedlein.

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(soon to be continued)

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