Mann braucht keine Worte, wenn mann mal sehr müde ist.
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An der Kreuzung in Divarata, gegenüber der Taverne gab es einen der herrlichen griechischen Mini – Markets, kaufte ich mir einen neuen Hut. Meine Frau übernahm meinen alten Hut. Und auf dem Parkplatz ließen wir ihren noch älteren Hut zurück. Zur freien Verwendung. Dann fragte meine Frau den Hutverkäufer, ob es vor Ort einen Geldautomaten gäbe. „No, no. Not here. But soon. May be in three oder four weeks!“ Was heißt? Drei Jahre? Oder vierzig? Braucht man den Geldautomaten? Ach Veränderungen!
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Unter den älteren Hüten brodelt ein seltsames Wüten
Schaut man in den Spiegel sitzt du auf einem Igel
Im fremden Fleisch der Stachel juckt mich nicht
Doch meine Angst die sticht und sticht klare Sache kurz mal Rache
Über’s eigene Versagen stellt uns keine Fragen wir antworten später oder nie
Mundwinkel zucken und verziehen sich wo gestern noch Verlass mich nicht
Heute geh‘ ich selber und auf der Schlachtbank Kälber im Ringelreih’n versammelt
Altes Vertrauen gammelt schweigend vor sich hin sage sage deine Klage auf und lauf
Den abgelaufenen Hut an einen Ständer hänge und ändere die Gesänge oder kreisel weiter
Dann wenigstens ein bisserl heiter
Junge Köpfe alte Hüte meine deine gute Güte hüte oder nicht
Kommst du vorbei der alte Hut ist frei
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Giorgos Dalaras wieder. Pame Gi‘ Allou. Gehen wir woanders hin.
„Schule des Homer“ / bei Stavros / Ithaka / 7. Juni 2023
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Das WIR ist wirrer denn je.
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„Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung, vieler Menschen Städte geseh‘n und Sitte gelernt hat, und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet, seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft.“
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Mit 10 Jahren war ich wohl noch lernfähiger oder – bereiter wie dieser Tage. Die üblichen Alterserscheinungen halt. Am Ende der Quarta – entsprach auf einer höheren Bildungsanstalt einer 7. Klasse – wurde ich auf Grund großen Engagements im Deutsch – und Geschichtsunterricht mit einem Buchgeschenk ausgezeichnet. Gustav Schwabs unsterbliches „Die Sagen des klassischen Altertums“. Ein Wunder. Mehrfach verschlang ich die Geschichten, Mythen und Göttersagen. Besonders angetan hatte es mir natürlich die Odyssee. 10 lange Jahre irrte der Held kreuz und quer übers Mittelmeer bis ihn die Götter aus ihren undurchsichtigen Ränkespielen entließen und der Gott der Winde Aeolus den Weitgereisten an die Gestade seiner Heimatinsel Ithaka warf.
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Schon als Bub war mir einleuchtend, daß da jemand nicht für sich und den Nachruhm seine Abenteuer durchleidet, die oft genug herzliche Irrtümer und Dummheiten waren, sondern Homers Erzählung so eine Art Stellvertretersaga war, die sich an ein WIR richtete. Lese Menschenkind und verstehe. Im Schicksal des Heroen spiegelt sich die Welt und ihre Mühsal, also auch Du. Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß Bob Dylan seine Dankesrede in Sachen Nobelpreis mit einem Zitat aus der Ilias begann. “Sing in me, oh Muse, and through me tell the story.”
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Also saß ich unlängst auf Ithaka unter einem uralten Olivenbaum, rechts und links davon ein paar spärliche steinerne Reste, die darauf hindeuten, daß hier vielleicht der Palast des Odysseus gestanden haben könnte. Könnte wohlgemerkt, bis zu 3 Weiler auf der Insel beanspruchen Heimat des Helden gewesen zu sein und vor einigen Jahre hat ein Altertumsforscher sogar rausgefunden, daß der Palast eigentlich auf der Halbinsel Paliki stand, welche ein wunderschöner und wild abgelegener Teil von Kefalonia ist. Da nicht nur Gott, sondern auch die Götter inzwischen tot sind, kann man die auch nicht mehr fragen. Es war ein glücklicher Moment, jedoch spürte ich auch eine ungeheure Müdigkeit in mir.
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Zurück zum WIR, welches seit einiger Zeit, auch angesichts toter Götter schrumpelt und ächzt und reduziert bleibt auf Heldengesänge auf ein angeblich allmächtiges Ego. Verbindende Erzählungen tun Not.
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Mein ganz persönlicher Held aber war Argos, der alte Jagdhund und vielleicht gar Schwarze Hund des Vielgereisten, der seinen Herrn erkannte, der unter einem alten Olivenbaum saß, er erkannte ihn, obwohl er schon im Sterben lag, räudig und vom Ungeziefer eines langen Lebens und Wartens zerfressen. Nach zwanzig Jahren, Odysseus zehn Jahre vor Troja und die zehnjährige Irrfahrt durchwartend, erkannte er den geliebten Herrn, wedelte dies kundzutun einmal mit dem Schwanz und ließ sich dann von Charon in den Hades rudern. Falls es einen Hundehades gibt. Eine wunderbare Treue, zu der man selber oft nicht fähig und erst in Zeiten der Anfechtungen und Krisen erkennt, was eine solche Treue wert ist. Sollte ich jemals sterben und ich werde dies nicht verhindern, auch wenn es noch etliche Jahre dauern mag, man spiele dieses Lied. Mann braucht keine Worte, wenn mann mal sehr müde ist.
Dann durch Gotha. Blick auf den Busbahnhof. Oben eingeschrieben in die Kante der Überdachung ein Zitat des weltweiten Frankfurter Geheimrats. Tusch! „Denn man reist doch wahrlich nicht, um auf jeder Station einerlei zu sehen und zu hören!“ Goethe heißta, der ahle Maista!
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Der Zug leert sich. Will denn keiner in den Westen weiter? Oder halluziniere ich? Die Gewitter sollen nahen, tun es nicht. Ich krame in meiner Tasche rum. Ach und ach! Eben noch in Torgau im Schloß Hartenfels eine kleine, feine Ausstellung angeschaut. „Die Stasi“. Tatsächlich angekündigt in Anführungszeichen. Mein derzeitiger Wohnort war dem Schild der Partei offensichtlich nähere Betrachtung wert. Wieder nix Neues, aber gut immer wieder daran erinnert zu werden. Siehe das Photo oben. Stift und Reim her.
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Passionen revisited
Ich vertraue nicht mehr den trockenen Worten
Die Schleifen basteln mögen
Und Kurven drehen geradeaus
Statt mit Säure angereichert
Zwischen den Zähnen herauszuschießen
Auch auf die Gefahr hin
Zu schlittern
Herr Oberin
Zahlen bitte
13 48 3 24 8 37
Wir hörten die Gewinnzahlen der Mittwochsziehung
Protokoll
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Dann Eisenach. Mein Hirn wird weich und weicher. Blasen an den überhitzten Füßen. Zeit für einen Limerick.
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Geboren ward der Basti Bach
Vor Jahren einst in Eisenach
Dort lernte er von Flöten
Und auch von den Nöten
Er orgelt seitdem Gottes „Ach“
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Dann schlug mir die Hitze den Stift aus der Hand. Und ich überfuhr die alte Grenze. Ich schau da immer noch aus dem Fenster. Es gibt sie nicht mehr. Sagen die Einen. Und die Anderen nicht! Jeder bleibt vor sich allein. Das WIR ist und bleibt wirrer denn je.
Was, bitte, wolltest Du eigentlich von mir? Sprich!
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„Nächster Halt Erfurt Hauptbahnhof! Der Ausstieg ist links! Next Schtopp is Öhrfut Meenschteschn! Exit iss on the left seid!“ Am linken Ausstieg ein Zettel. „Türe unbenutzbar!“ Der Zug rollt in den Bahnhof. Von der Tür nach links drei Mädel. Eines mit Kopftuch und zwei bauchnabelfreie Instagramfiguren. Die zwei Letzteren heben ihren Blick von den an ihren Händen festgewachsenen Kommunikationsgeräten und ziehen einen Wagen weiter. Ohne der wohl zu analogen Altersgenossin vor ihnen Bescheid zu sagen. Diese scheint verwirrt. Man hört die Bremsen des einfahrenden Zuges quietschen. Ich mache auf mich aufmerksam winkend und weise in Richtung des vorderen Wagens. Sie eilt den zwei anderen Mädels hinterher. Wenige Sekunden die Bühne leer. Dann Auftritt eines Mitfünfzigers. Bier formte seinen Körper. Hat wohl vor sich hingeträumt, mußte aufspringen vom Platz. Die Erkenntnis: „Scheiße, ich muß ja hier raus!“ Steht da wie der Ochs vorm Berg. Rührt sich nicht. Ein Legastheniker? Frühsenile Lesestörung? Winken hilft nicht mehr. Ich rufe ihm zu: „Da hängt ein Zettel!“ Er liest was, Gott sei Dank. Eilt davon, drei Mädels hinterher. Und er hatte noch ein in sich selbst versunkenes „Danke, Danke, Danke!“ in meine Richtung gemurmelt. Ich blicke aus dem Fenster rechterhand und suche die berühmten Buchstaben auf dem Dach des ehemaligen Erfurter Hofs. „Willy Brandt ans Fenster“. Sie sind noch da, rechterhand.
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Heute sitze ich zu Hause und lese, daß in den Umfragen die AfD die SPD überholt hat. In Thüringen, der Heimat meiner Vorfahren, regiert noch der Ex – Gießener Linke Bodo Ramelow. Noch. Mein Trost wäre, führe ich das nächste Mal wieder in den Osten, ist die Türe rechterhand unbenutzbar und linkerhand ruft man Willy ans Fenster. Deutsches Land, was willlst Du eigentlich noch außer einem neuen Bundestrainer und in Ruhe gelassen zu werden?
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Im Westen nichts Neues, dachte ich eben. Und natürlich möchte ich, auch wenn das senil klingen mag, lieber von einem depressiven Alkoholiker und Schürzenjäger regiert werden. Der empfindet wenigstens etwas. Aber ich bin nicht das Volk. Genauso wenig wie Du, Genosse. Und schon gar nicht das inexistente WIR.
Selbstredend ist es nicht die Regel und über einen Kamm geschoren. Aber eine Conclusio wäre, daß ich letztlich unter den wohlsituierten Bürgerkindern, welche die Theater dominieren und dies mehr und mehr tun, ist doch der wütige Aufsteiger von unten her schon länger als toxisch markiert, immer etwas fehl am Platze war. Und die Sache mit den eingeschmierten Ellenbogen, ich konnte es nie. Die Schafe anmalen mit angeblich wissendem Herzen schon gar nicht. Wie gesungen: keine Klagen.
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Menschen und Landschaften, welche ihre Wunden und Narben überschminken, sind mir fremd. Menschen und Landschaften und Städte, welche ständig von ihren Verletzungen singen und für ihre Narben und Wunden Denkmäler bauen und Feiertage einführen, sind mir auch fremd. Am fremdesten jedoch sind mir jene, die behaupten durch ein Leben gekommen zu sein, ohne jemals einen Schaden angerichtet zu haben.
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Theaterseelchen
Gekränkte Idioten die wir
Puhlen die eine Erbse
Auf der wir unsere Empfindlichkeiten
Wollen zu Ende liegen
Bis uns Denkmäler gesetzt
Und schneller vergessen sind als Morgentau
Wenn aber diese gestürzt vor der Zeit
Welch Erlösung für die Hülsenfrüchte und Seelchen
Unter den durchgelegenen
Matratzen wohlfeiler Scheinwütelei
Es schwenkt nach Dir der Verfolger
Heller Bühnenfleck der Rest
Säuft ab zum Hintergrund und
Rein in die Kulissen Abgang
In Schmoll
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Was, bitte, wolltest Du eigentlich von mir? Sprich!
Die letzten zwei Tage ein durchaus sentimentaler Ausflug nach HoyWoy. In Sachen Gundi. Eine sehenswerte, manchmal wild hin und her springende, aber die Musik Gundermanns überraschend neu interpretierende Aufführung des Staatsschauspiel Dresden in der dortigen, ja, legendären Lausitzhalle. Viele Altvordere vor Ort, die wußten, von was gesungen wurde. Und vor allem, dank der wunderbaren Auswahl von Gundis Texten, was da verhandelt wurde. Ergreifend teils. Und nie sentimental. Nix Ostalgia. Nichts vergessen wurde, aber vorwärts gedacht wird.
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Sechs Gundermänner und Gunderfrauen teilten sich die Worte und die Lieder. Do it like Dylans „I’m not there“. Mehr Ambivalenz auf der Bühne geht kaum. Stimmig, aber am Ende wurde es lang und länger. Klar. Da müssen noch die Hits gesungen werden. Hoyerswerda jubelte. Schön. Gerührte Mimen.
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Danach dann doch die Traurigkeiten. Die Gundermann – Projekte 1 & 2 waren meine letzten ernstzunehmenden Theaterarbeiten. Dann kam Corona und danach – Sorry Kiel – nur noch schwachbrüstige Komödchen, denen ich versuchte wenigstens einen Hauch vom Ernst des Lebens und Liebens einzuhauchen. Doch diese Mühsal ist Vielen nicht mehr geheuer oder gar emotional etwas zu teuer. Also trennten sich unsere Wege, traurig, aber klaglos. Das Theater da lang und ich bog ab.
Wenn so der Hades aussähe, ich hätte nichts dagegen, dachte ich als wir dieser Tage über den See in der Melissani – Höhle gerudert wurden. Und wenn Charon dich so charmant radebrechend in die Dinge, die im Jenseits zu beachten sind, einführt wie die sieben Ruderer vor Ort, gerne genommen.
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Ich glaube, Dylan war dem Orpheus gleich schon auf Besuch im Reich der Schatten. Er scheint von den letzten Dingen zu wissen. Er singt seine alten, neu erfundenen Lieder in einer inszenierten Düsternis, die angeblichen Musiker hinter ihm sind Schauspieler und eingespielt hat er das ganze mit einer Riege nicht genannter, aber sehr prominenter Musikusse. Wer sich die Mühe macht, findet dazu was in den Netzen. Er spielt Spiele. Ernstgemeinte und voller dunklem Humor. Der Roving Gambler. Meint man ihm auf die Schliche gekommen zu sein, schlägt er einen neuen Haken. Er liebt es nicht da zu sein und ist präsenter denn je. Er wird alt und älter jünger. Wahrscheinlich hat er dem Teufel sogar die Seele von Robert Johnson abgequatscht, die jener an den legendären Crossroads dem Gehörnten verkauft hatte.
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Das meiste was Dylan in den letzten Jahren produziert hat, waren und sind Meisterwerke, wenn nicht sogar alles, sagt der Spitzfindige, sind doch die Werke des „Meisters“ eh Meisterwerke. Doch Shadow Kingdom ist tatsächlich ein Werk, welches mich als alten Betrachter sehr beeindruckt. Klang er auf seinem ersten Album wie ein alter Mann, ist seine Stimme dieser Tage frisch wie seine ewig junge Seele. Das Suchen und die stetige Bewegung machen gescheit. Ein Meister klagt nicht, noch jammert er.
Vielleicht, so dachte ich eben im sogenannten Männerbadeverein, der tatsächlich so heißt und eine Art Campingplatzpizzeria vor den Toren des Wohnortes ist, sollte ich in diesem Blog eine neue Einlassung stets mit dem letzten Satz des vorherigen Beitrags beginnen. Kursiv und fett. Gut, ich gestehe obiger Satz entspringt der vorletzten Gedankenvergießerei. Und stand auch nicht am Schluß, sondern kurz davor. War aber erster Abschluß des Gedachten. Dann kam noch ein PS auf Anregung der Gattin. Demnächst dann konsequent oder gar konsequenter. Meine Frau hört mit und lacht.
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Eben waren wir von Kefalonia zurückgekehrt. Etliche Inseln der Griechen habe ich schon besucht. Diese gefiel mir und uns ganz besonders. Vorsaison, keine deutschen Lehrer, sehr wenige Schwaben und dafür viele ältere englische Ehepaare mit unfassbaren Hüten und Vormittagsbieren ausgestattet. Später mehr davon. Ein erster Blick in den digitalen Postkasten also. Man hat mir ein Bild geschickt. Der Meister alias Robert Zimmermann aka Bob Dylan wurde in Wolfegg gespottet. Siehe oben.
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Siehe unten einen Ausschnitt aus seiner neuen Scheibe. Dylan hatte zu Coronazeiten das Königreich der Schatten betreten und ein weiteres sehr erhellendes Album gebastelt. Frühe Songs seines Werkes, die unter Verwendung altvorderer musikalischer Zugriffe strahlen, als wäre Zukunft schon immer ein Reich des Gestern gewesen. Höret den König der Schatten.
Gießen / Letztes Jahr / Nach dem Abwasch ist vor dem Abwasch / In der Küche
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Es ist ein Kreuz mit dem Alter. Schwieriger als das eigene Altern zu ertragen ist es gnädig auf das Altern um einen herum zu blicken. Sprechen wir mal von der Jugend. Dachte ich heute. Dann stirbt wieder ein Mensch. Und alles fummelt in seinem Erinnerungshandtäschle rum. Me too.
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Tina Turner ist in Gießen aufgetreten. Did you know that? Ich auch nicht.
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Starke oder schwächere Geschlechter? Wie kommt der schlechter tanzende Bub auf die Idee sein T – Shirt auszuziehen? Wo ist denn bloß die Tina?
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Ein japanischer Kurzreim sei noch nachgereicht:
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am geländer ich
kippt schwer der kopf nach unten
was ich schon vergaß
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Jetzt aber weg hier. Raus hier. Proud Mary. Nicht nett und netter. Sondern nett und weil man es gerne machte. Kann auch mal schmerzen. Also nett und rauh. Ist das easy? Sonst? Der letzte George Dalaras vor dem Abflug.
Meine liebste und (einzige) Schwester hat zwei Tage vor dem Meister Geburtstag. An der Kante der Sternzeichenwende. Eben hatten sich die bockig verbissenen Stiere vom Firmament gemacht und überließen den ambivalent bestimmten und fröhlich verwirrten Zwillingen das Himmelszelt. Es wurde so entspannter. Aber auch etwas uneindeutiger.
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Ich glaube dieses Sternzeichen wurde für Dylan erfunden. Und für die beste Ehefrau aller Zeiten. Und sogar für den Bruder. Selbstredend wissend von den unzähligen Turbulenzen. Meine erste Ehe war eine in Sachen Stier. Nun, jeder macht und ich das auch gerne mal mit unüberlegter Überzeugung, schwere Fehler. Zahle aber dann ohne lautes Murren alle Rechnungen.
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Ach und unvergessen die Abende in kölschen Kneipen. Nachts. Alle breit. Letzte Runde. Zahlen. Proteste. Nie habe man 12 Kölsch getrunken. Höchstens 11. Alaaf. Habe ich gerne mal den leeren Geldbeutel gezückt. Machet op minge Deckel. Drissejal. Dat letzte Hemd hätt keine Däsche. Stößchen. Gelle. Und auch für den Kurzen, den Roman. Aber das war schon wieder in Gießen. Wo beginnt und wo endet Humor? Mit oder ohne Galgen?
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Mein guter alter Mentalmentor wird heute mal wieder älter und alt. Also oben ihn feiern und unten feiert er einen anderen. Schön dies zu sehen.
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Las die Tage ein wunderbares Buch. Wie man von Okapis träumt und dann wird irgendwo im Dorf gestorben. Und wie die Liebe selbst bis nach Japan reichen kann. Und zurück. Und wie irgendwann jemandem auffällt, daß die Hauptfigur und Mutter und Oma, mit dem herrlichen Namen Selma versehen, aussieht wie Rudi Carrell. Geht das? Ja. Es geht. Und bleibt.
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Irgendwann in den frühen „Nullern“ hatte ich meine Schwester und ihren Gatten (Einwurf: Hömma! Mach Dich keine Sorgen! Wir werden Maista!) zu einem Dylan – Konzert nach Düsseldorf eingeladen. Die Jugend soll ja was lernen dürfen. Und die Schwester sagte, der Meister sähe aus wie …
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Meine Mutter ist Krebs. Sternzeichen natürlich. Und da lauern dann schon wieder neue Geschichten. Und Reime. Und bald ist vorbei auch dieser Mai. Als extrem launischer April verkleidet schleicht er laut von dannen. Vom Ruhme kaum bekleckert. Meine Mutter heißt nicht Robert Zimmermann.
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Nachtrag zwei Stunden später. Da kommt die teure Gattin nach Hause. Etwas zu laut singt das Geburtstagskind von der Katze, der es prinzipiell gut geht, die aber dann doch auch mal schlafen sollte. Eines dieser eher belanglosen Lieder des Meisters. Das sind diese, welche ich liebe. Dann werde ich noch im Vorbeigehen aufs andere Geburtstagskind hingewiesen.
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Auf den Knien meines Herzens gedenke ich also stante pede des zweiten Mentalmentors und wertvollen Wegweisers zu Zeiten, da ich zwischen und unter den Probebühnen hin und her irrte. Dauernd verwirrt. Aber: Warten ist die wahre Zeit. Hat er gesagt. Als er „Mein Kampf“ schrieb. Der Györgi!