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Es wird gestorben derzeit. In dichter Taktung. Unfreiwillig. Sehr oft aber auch freiwillig. Manche kokettieren damit öffentlich rum diesen Weg mal beschreiten zu wollen, andere schweigen und tun es einfach und sind dann einfach mal weg. Während Hape Kerkeling der nächste Bundespräsident werden soll. Verzeihung für das Wortgespiele. Die Hinweise auf die Abgänge sind oft Spurenelemente. „Möchte meine letzten Jahre als Einsiedler in Alaska verbringen.“ Las ich eben. Dies sagte der nun Verstorbene, vielleicht schon länger innerlich Tote. Nach jahrelanger Krankheit? Auch so eine gerne wiedergekäute Formulierung. Alte Gefährten aber müssen sich selbstredend äußern: „So früh. So früh!“ Darf man dann auch noch lesen! Wie lange kann man Lebenszeit raushandeln als saufender Depressiver? Als depressiver Säufer? Ich weiß, ich spekuliere an den Rändern rum. Jedoch statt dem Menschen seine Möglichkeit der endgültigen Weltflucht zu gestatten, gibt es unten rechts (sic!) das Kästchen mit den Telefonnummern. Sind Sie suizidgefährdet? Rufen Sie uns an. Vorschlag: Nennen wir es einfach: Lebbe tut weh! Ist extrem gefährlich und führt sehr oft zum Tod. Oder wie es ein mir einst bekannter Blogist punktgenau formulierte: „Vor dem 24 Stunden und sieben Tage währenden Lärm der Stadt gibt es keinen Schutz.“ Ach nee?
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0800-1110111 oder keine warmen Worte mehr
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Wenn ich gehe
Gehe ich
Wenn ich schweige
Schweige ich
Wenn ich dich liebe
Habe ich es zumindest versucht
Wenn ich müde bin
Bin ich die ganze Nacht wach
Wenn ich mehr wüßte
Könnte ich es dir sagen
Nein
Schreiben tät ich es
Eine Postkarte aus Alaska
Oder vielleicht
Das letzte Telegramm
Aufgegeben im plattgemachten Postamt
Das mal ein Gegenüber mir war
Ich habe den Schlüssel mitgenommen
Zur Not und man weiß ja
Ein bisserl vielleicht
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(Heute / eben / Gießen)
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