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Fuß ist Hand und Hand ist Fuß oder Neulich in Winston-Salem / Teil 7
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Man hätten oder man hätten eben nicht gehalten. Soll mal der unsäglich lästige Manu N. gesagt haben. Hä? Draußen tanzt das Thermometer in die Höh‘ wie ein Skyscraper und ein blödes Witzle als Überleitung sei mir weichhirnig erlaubt. Ei laik to have two mirroreggs! Manhattan morgens früh um acht. 1979. Der erste Morgen. Der erste Jetlag. Ein breakfastladen Ecke 34th street / 8th avenue. Frühstücksangebot angeschlagen am Schaufenster. Eier / Toast / Kaffee / Butter und Jam. Neunundneunzig cent. Der Dollar kostete im Jahre 1979 etwa eine Mark achtzig. Rein. Wie wollt ihr eure Eier, Buben? Der Weg vom stolz erlernten Schoolenglish hinaus in die Welt ist ein weiter Weg. Ich hatte mir gemerkt: scrambled egg. Gerührt und nicht geschüttelt. Mein bester Reisegefährte – Weißt Du wie … dings … Spiegel … Mirror oder so? Keine Ahnung. Ei laik to have mirroreggs. Die Bedienung, die in einem durchchoreographierten Höllentempo hinter dem Tresen, am dem wir saßen, hin und her tanzte, es galt Büromenschen und Menschinnen vor Dienstantritt schnell und schweigend zu bedienen, grinste uns an wie Nanny Mc Fee. Sekunden später knallte sie uns die Teller vor den Latz. Boys! That‘s what WE call sunny side up. Über dem Hudson war die Sonne aufgegangen. Aber wir waren noch nicht so weit. Ähem. Ob wir noch einen zweiten coffee? Ähem. Refill. Refill. Refill. This is a free concert from now on. Als wir etwas später im rasenden Elevator das empire state buildng hochfuhren, auf der vergitterten Aussichtsterrasse standen, waren wir uns sicher, hier riecht es massiv nach Menschenaffenschweiß. Was scherte uns schon die Wirklichkeit? King Kong Kane. Interlude of memories. Ich hoffe die white lions werden Weltmeister. Klischee ist Menschenrecht.
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Wir kamen an. JFK. Wollten zur U-Bahn. Dachten so, einsteigen, hinfahren. Rein in den großen Apfel. Zwei sehr große und sehr breite schwarze Cops nahmen uns in Empfang und wiesen uns an den JFK-Express zu besteigen. Stiegen ebenfalls ein. Der isch aber scho recht teurer. Isch des ein Sonderzug? Des glaub i doch it. Süddeutsche Buben empört. Geiz war schon immer geil. Wir wollten dann austeigen, Times Square, nachts, Taxi Driver, 42nd street. Nee, Boys: hier halten wir nicht für Touris. Dort wird ausgestiegen. Da ist eine policestation und dort meldet ihr euch an. Zwei junge Möchtegernhelden leicht indigniert. Zurück zum Klischee. Die Rolltreppe fährt hinauf in den Nachthimmel. Ecke Lexington / 42nd street und rechter Hand wächst und wächst und wächst das Chryslerbuilding und die Titelmelodie von Kojak erklingt. Polizeisirenen. Von den Amis lernen hieß damals, daß zwischen Klischee und Realität kein Fingerbreit passte. Fragt zu diesem Thema gerne die Omas gegen rechts oder die Insassen des Hospizes zur altlinken Ernüchterung in den Tagen der sinkenden Sonne. Wir meldeten uns brav an bei der angewiesenen police station – dort empfing uns Whoopi Goldberg, ok sie sah wohl nur so aus – check that boys, passt mal auf: das hotel, das hotel oder das hotel. Die anderen nicht. Natürlich – ich laß mir doch von denne Neger nix verzähle – wurde das erste indizierte Teil angeschaut. Oben im ersten oder zweiten Stock der counter. Ein Treppenhaus wie in der Schießerei im Taxi Driver, als Harvey Keitel dran glauben muß und rückwärts die Treppen hinab kullertre. Ja! Klischee! Noch mehr davon? Am Empfangstresen drei Riesen. Schwarz. Blauer Anzug. Gelber Anzug. Grüner Anzug. Schlaghosen. Ask Quentin Tarantino. Breites Grinsen. Wir schulterten unsere Seesäcke und ab dafür. Gegenüber der Pennstation, ein paar Blocks weiter, das Pennhotel. Chinesen am Empfang. Ein alter baumlanger schlurfender freundlicher Schwarzer. Führt uns zum lift. Lift? Heys Boys. This might be a lift over there in europe. It is an eleavator over here. Schulenglisch. Dig it. Na ja. Er zeigte uns noch das Zimmer, im dem Leonard Cohen eine Zeit lang gewohnt hatte. Wir öffneten die Badezimmertür und, da wir die Glühbirne anschalteten, jagten etliche fette Kakerlaken in die feuchten und dunklen Nischen. Weg von uns. Auch wenn wir sie nicht sahen, sie lebten weiter.
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Sechs, sieben Jahre später war ich mal wieder etwas länger in NY. Meine damalige Freundin, Schauspielerin, war schon vorgefahren und hatte Unterkunft in der Wohnung einer Frau, die an der Börse arbeitete. Wir waren fasziniert von dem unfassbaren Tempo, in dem sich die Menschen in dieser Stadt, vor allem downtown Manhattan, bewegten, aßen, tranken, redeten, gestikulierten und über die sidewalks jagten. In High heels schneller als Armin Hary in Turnschuhen. An einem dieser Tage nahmen wir uns vor, Schauspieler aka Nachäffer der Realitäten (Klischees?), die wir waren, uns diesem Höllentempo anzupassen / mitzugehen / get the flow / halt das gelbe Auto an, am Strassenrand winkend – dies Jahrzehnte vor Frau Bärengeißlein – und wir scheiterten kläglich. Atemnot. Blasen im Schuh. Angerempelt. Langeweile. Magenweh. Wie ist es möglich diese Strassen zu überqueren? Traffic lights hin oder her? Wir fuhren dann nach Coney Island und schauten uns stillgelegte Riesenräder an, lauschten den Möwen und Büchsenbier ist eine segensreiche Erfindung der Amis. Wenn man aufs Meer blickt. Sagte einst selbst Joschka Fischer. Falls ich nicht irre. Hihihi. Und, soweit ich mich erinnere, gab es 1979 in der Nähe des times square ein Hofbrewhouse. German Bier und Kellner in leathertrousers. Dahin waren wir geflohen nach dem mirror eggs desaster am Morgen. Und old boys, die damals in fränkfört oder bremärhaven oder gar friedberg dienten in the name of … democrazy … saßen da auch. Und die Zeit verschob sich vor und wieder zurück und lag einfach so rum.
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Nichts vom dem stimmt, was stimmt und das was stimmt, war gänzlich anders und morgen dann – vorletzte Folge – von der Finsternis und dem naiven Balancieren an den Rändern der eigenen Hybris. Aber sonst: das waren einfach nur:
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