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Fuß ist Hand und Hand ist Fuß oder Neulich in Winston-Salem / Teil 8
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Geschichte wiederholt sich und, weil der Mensch ein Mensch ist, auch der Dauerton und Mentaltinnitus namens Hysterie. So, what’s the new, pussy cat? Neunzehnhundertneunundsiebzig wähnten sich die Staaten mal wieder am Abgrund. NYC is dropdead, konnten wir lesen. Geiselnahme in Teheran und der unfähige Erdnußfarmer kriegt das alles nicht in den Griff. Die Folge? Der Weltraumcowboy Ronnie Rpunkt ante portas. Die Stimmung in diesen Monaten war manchmal eine gereizte. Ob ich dies damals schon oder nur jetzt in der G’scheitlerückschau bemerke, who knows. In NYC gab es in diesen Tagen täglich an die 2 bis 3 Banküberfälle. Und wir mittendrin und nicht nur dabei. Abends saßen wir gerne auf dem legendären, west side story behafteten fire escape vor unserem Hotelzimmer – forbidden! only enter in the case of emergency! – rauchten und ließen uns von den allgegenwärtigen Polizeisirenen, der Hitze, der skyline und den Inhalationen benebeln. Ein Mann mit einer Tüte in der Hand stürmt um sich schießend aus der kleinen Bankfiliale neben dem Pennhotel. Zu unseren zurückzuckenden Füßen. Um die Ecke schießen sogleich zwei, drei policecars. Eintritt frei. The blues brothers are in town. Realität als movie in Echtzeit. Auch später, als ich alleine zu Julie und zurück ins liebesleere Freiburg hitchhikte, war es gelegentlich recht kribbelig. Der Typ, der mich auf dem highwayring rund um Kansas ins Handschuhfach greifen ließ und ich darin Pornohefte mit sehr jungen Buben und eine Knarre entdeckte. Do you wanna read interesting stuff? Enjoy. Kurze Zeit später stand ich mitten auf der Fahrbahn. Der cop, der mich hinter Reno / Nevada auflas – i drive you to a saver place und ich stand morgens um sechs in the middle of nowhere, 40 miles von der nächsten Autobahnauffahrt entfernt. Ohne Wasser und Brot. Ein Raketentechniker, der jeden Morgen an dieser Ecke vorbeifuhr, weil er wußte von dem Bullen, der da gerne mal mal seine perversen Spielchen betrieb, rettete mich. Der fette Sack, ich schrieb davon, der mich in Arkansas mit Auto und Wohnwaggon aufsammelte, come on, i pay you a room. Can i take a shower? Dann lieg er vixend auf dem Bett! Let me see your slip. I got a knife in my pocket. Mein Messerchen war eine Fingernagelfeile. Für Marie, lieber Woyzeck, hätte es nicht gereicht. Gott sei Dank. Er ließ mich raus. Oder der Aua, dem ich, nachdem wir in einer Bar in Banff Bier und Whiskey in uns hineingekippt hatten, mich mitten im Wald auf einem Parkplatz hatte, zugedröhnt schlafend, liegenlassen, ich erwachte, das Auto weg. Wenig später, die Götter wachten über mich, kam ein Ranger um die Ecke. Boy! We‘ve got a lots of bears around here. No good idea to sleep in this area. Ich erzählte meine Geschichte und er fuhr mich in ein Hotel mit grandiosem Blick auf die Grand Tetons. Eine Freundin betrieb dort die Küche. Give that german boy a big breakfast and then he can have some beers. Wer sich nicht Gefahr begibt, kommt halt anders um.
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Die Wirtschaft da drüben ächzte und stöhnte, trotz der guten Tipps von Helmut und Giscard, und die Zahl der sich abgehängt fühlenden, whether it‘s a fact or just illusion, schien tagtäglich zu steigen. Die meisten Brummifahrer waren independent truckers. Was heißt: sie fahren die geladene Ware im eigens gekauften Truck über die Highways und werden dann ausbezahlt oder auch nicht. Was dies bedeutet, durfte ich Jahrzehnte später begreifen, als mich die Pandemie zum SOLOSELBSTSTÄNDIGEN erklärte. Bis ihr uns nicht bezahlt, streiken wir. Sagten sie also, die Unabhängigen, Vorfahren der Gelbwesten, die Michel Houellebecq besingt. Zu Recht? Frau Zeh? Was sagen Sie? Da die trucker auch ihren Überlebensstoff, das gasoline – eine gallone kostete damals weit unter einem dollar, also vierzig Pfennige pro Liter – Empört Euch! – auslieferten, also dies sollten, gab es kaum Stoff an den filling stations. Nicht endenwollende Schlangen und keine Tankrabatte. Wir, nachdem wir den roten Datsun in Oakland abgeliefert hatten, trampten den Highway Nr 1 runter nach LA. Vor der Hauptstadt der Engel nahm uns ein Truck mit. Sein Tankanzeiger kurz vor minus null. Was das bei einem Diesel bedeuten kann? Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker! Wir fuhren auf einen Parkplatz, der Mann holte einen Gummischlauch aus dem Handschuhfach und dann wurde kurz angesaugt und beim Kollegen der Stoff geklaut. Das war irgendwo in suburbia. Danke Boys. Just walk down there, three or four blocks and you gonna hit the highway. Aber suche mal einen sogenannten Bürgersteig in den Vororten LA’s. Wir lernten ungläubiges Staunen. Im nächsten MC Donalds saßen uns nur Übergewichtige gegenüber. Die Verkäuferinnen begrüßten uns mit einem aggressiven Schimpansengrinsen. Can i help you? Chicanos. Aber die Ware, die wir erstanden war wunderbar glitschig und schmeckte großartig. Find ich. Und Ronald Mc Donald verkaufte noch beer. Auch an dürre germans.
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Auf dem Weg nach Mehicho war Key West Pflichtabstecher. Davor kurzer Stop in Fort Lauderdale. Hier kickt jetzt Gerd Müller. Und da vorne der Ocean Boulevard. Da wohnt Eric Clapton. In Key West das Haus von Hemingway, die verlausten Katzen im Garten, ein paar beers in Sloopy Joe‘s Bar, don’t miss the legend, es war damals noch nicht überfüllt, die Schwulen hatten die absolute Mehrheit vor und hinter dem Tresen und zu Wohlstand gekommene Chinesen und deutsche Studienräte glänzten (noch) mit Abwesenheit. Abends saß man am Mallory Square, ohne food trucks, Souvenirstände und anderen ChiChi – oder CheChe – Kram. Es roch wie nach dem Erlaß des Haschgesetzes der Ampel auf Gießens öffentlichen Plätzen, ich klimperte ein bisserl Dylan, daneben ein Bibelprediger – boy stop smoking the devil is on your heels und – da hinten mußte Kuba sein, es ersoff die Sonne in Euphorie. Ein kleines recht zierliches Mädel, wie sich herausstellte Tochter eines Großindustriellen und auf der Slackline Bipolarität unterwegs, fragte uns, ob sie uns auf ein paar drinks einladen dürfe. Ok. Wir enterten den Poolbereich des Firstclass Hotels nebenan und wurden vorzüglich – Chicanos do the job! Ask T.C. Boyle – bedient. Cocktail so und Cocktail anders. My dad does the bill. Dann saßen wir auf ihrem Zimmer, sie hielt ein großes Glas mit Magic Mushrooms in den Händen. Enjoy! Als wir wieder in den Poolbereich zurückkehrten, waren wir etwas verhaltensauffällig. Wir flogen in hohem Bogen raus. Zu Recht. Am nächsten Morgen hatten wir alle drei keine Stimme mehr. Nicht wegen der heiligen Pilze, sondern angesichts der unseligen Klimaanlage im Hotelzimmer. Kannten wir noch nicht. So und heading ab for mehicho.
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Was mich in diesen Tagen stets begleitete, alleine, zu zweit, zu dritt, vor allem nachts und rollend, war neben den nicht geschriebenen und nie abgeschickten Briefen, den Sternen und den ewig glimmenden Stengeln, das Autoradio. Countrystation, Hitradio und vor allem der Biblefunk, der uns nachts ins Gewissen redete und uns, ohne daß wir das damals begriffen, zurief: so ganz alleine seid ihr nicht. Hey! Jungs!
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