Vom Lachen des windlosen Drachens oder dem Ruhen ohne die Bedeutung

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Drachen können selten lachen

Müssen’s halt die and’ren machen

Wenn Professor Ohnewind

Keine Luft unter den Schwingen

Will weiter seine Lieder singen

Weil die doch so wichtig sind

Wie er meint und weiter greint

Doch noch ist er warm der Sand

Es murmelt leise an den Strand

Die See mal schwer und grau

An manchen Tagen dennoch blau

So bleibe liegen

Von den Siegen

Nicht mehr träume

Sondern räume

Ein das Ende des Bedeutens

Die Tage werden schneller kurz

Nicht mehr die Zeit des Häutens

Man lebt als Flatulenz

So erspart man sich den schlechten Reim

Auf den eig’nen Gang hinab

Gräber leicht zu finden

Doch oben in den Winden

Sie segelt noch

Die Schnur

An der wir hingen stets und

Niemals abgenabelt

Blast, Bälger, blast

Die Nüstern bläht

Bald ist’s zu spät

Drum lache

Drache

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Die geheimen Sehnsuchten der Giraffen teilen gelegentlich sogar die Affen

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Es wären die Giraffen

Mal gerne einfach Affen

Statt mit den langen Hälsen

Die gern Probleme wälzen

Und glauben zu verstehen

Was sie von oben sehen

Der Affe aber tobend

Und stets sich selber lobend

Jagend durch die Wipfel

Das ist doch der Gipfel

Giraffe sich empört

Was sie letztlich stört

Sie muß will sie was trinken

Zwischen ihre Schenkel sinken

Mit dem Kopf

Armer Tropf

Doch auch ein Affe

Wäre gern Giraffe

Man glaubt es kaum

Wär‘ er doch so sein eig’ner Baum

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Von der Zweisamkeit eines Elefanten

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Die Einsamkeit des Elefanten

Nicht mal seine Mütter kannten

Später dann die Väter

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In einer allzu sehr gefüllten Schüssel

Rieb freudig nachts er mal den Rüssel

Vergaß so was er aß

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Es wedelten seine großen Ohren

Die Orientierung ward verloren

Im Krater der schreckliche Kater

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Des Elefanten Einsamkeit

Währt schon eine Ewigkeit

Die Lenden aber enden

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Man sah den Elefanten steppen

Mitten in den kargen Steppen

Doch nah dem Wasserloch

Das trocken ward gefallen

Trotz allem

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(Wiesbaden / 1999)

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Sheep shiting hitting neighbors plate

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Der Magen eines Schafes

Könnt nicht länger tragen

Was verzehrt ward voller Gier

Drum öffnet er die Tür

Und alle Schleusen auch

Entleert froh rülpsend sich

Am Nebentisch ein Nachbartier

Getrieben von derselben Gier

Auf seinem Teller Kötelmassen

Doch man frisst weiter

Kann’s nicht lassen

Es wetzt der Schäfer gar nicht nett

Am Stein das Messer

Lammkotlett

Auch dies das Schaf

Man glaubt es nicht

Anficht in keiner Weis‘

Wird schon werden blöken alle

Leise vor sich hin so brav

Was ich nicht weiß

Erhitzet nicht ’s Gemüt

So weit, oh meine Güt‘

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Esel im Schatten / Reim zur Zukunft

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Unter jenem Baum voller Äpfel und ohne Pflaum‘

Stand ein Esel man sah ihn kaum

Im Schatten und wir hatten

Kaum noch Zeit um hin zu sehen

Wir mussten ja nach Hause geh’n

Wohin war uns nicht klar

Jedoch im nächsten Jahr

Da werden wir es wissen

Wenn wir in uns’re Kissen

Weinen

Und scheinen

Zu schreiten

Beizeiten

Voran und stets zurück

Der Esel fraß ein Stück

Der Nesseln nieder

Iaah Iaah er blöckte leise

Eine wunderschöne Weise

Und stand starr

Graues Haar

Ohne mich das Toben

Karger Tisch

Die Disteln zu loben

War sein einziges Brevier

Nach Hause fuhren wir

Gelassen dann

Und irgendwann

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Die Raute wird uns verlassen / ein Reim

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Es stehen die Moralisten

Meist an den steileren Pisten

Und finden nicht was sie vermissten

Seit jenem, ach nenn ihn, den Tag

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Es weinen die Pessimisten

Vor ihren ach so vollen Kisten

Und rezitieren vergnüglich die Listen

Ihrer alltäglichen Klag‘

*

Es rufen uns an die Vermissten

Seit Jahren die Flaggen sie hissten

Wir waren doch damals noch Christen

Da vorne der Gegner, den jag‘

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Es rutschten von steileren Pisten

Männer die schrieben die Listen

Der Frauen die sie vermissten

Da keiner die andere mag

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Es schreien so gern Optimisten

Sie betanken die fetteren Kisten

Die voller Hoffnung sie leasten

Ersehnend das Ende der Plag‘

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Es murren noch ein paar Faschisten

Das Bier fällt aus traurigen Kisten

Keine Bauern mehr Ställe ausmisten

Die Säge säget das Hag‘

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Am Ende die meisten sie schießten

Auf den anderen und so sich vermiesten

Das Denken

Und ins eigene Beet sich so gießten

Gülle in Fülle und Hülle

Wer’s mag

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PS: Seltsamer Wahlkampf. Ob aber obiger Song, den Rio Reiser 1976 für unseren Eisernen Helmut im Kampf gegen die Walz‘ aus der Pfalz einst auftragsgemäß (warum nur?) geschrieben hatte, Armin Baerbock, Olaf Laschet, Annalena Scholz, Markus Habeck oder gar Robert Söder über die Ziellinie tragen könnte?  Mer waas et net, mer munkelt nur … Ei Gude wie!

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Damals / heute der Tag des Limericks

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Es weinen die Identitären

Bitterlich sauere Zähren

Es blubbern die Klagen

Aus vollem Magen

Wie gerne ein Opfer wir wären

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Es jagen die Sprachpolizisten

Es wachsen und quellen die Listen

Man kackt die Korinthen

Den Fehler wer`n finden

Die an den Hängen da pissten

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Empörte Gärtner die jäten

Mit scharfer Klinge sie mähten

Stramm stehen die Halme

Man erklettert die Palme

Als wir im Winde verwehten

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Ein Rüde aus Thessaloniki

Dem war nach ordentlich Ficki

doch die Dacklin aus Kiel

die war ihm zuviel

die war ihm zu schicki zu micki

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Ein Eisbär der froh und munter

Sich rubbelte einen runter

In seinem Hotel

Doch er kam viel zu schnell

Das Leben war auch schon mal bunter

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Was ist der Empörung der Zweck

Der Juckreiz der soll bitte weg

Doch er wird nie verschwinden

Auch wenn wir uns winden

Ich höre jetzt Schobert und Black

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Heute ist der Tag des Limericks. Schobert und Black waren da die unangefochtenen Weltmeister. Als wir auch Weltmeister waren. Nicht nur mit dem Bomber der Nation, der diesen Titel trug und ignorierte. Unter anderem eben im mehr Demokratie wagen. 1974. Heute habe ich mehr und mehr das Gefühl, ich werde als Altlinker ständig von den Junglinken rechts überholt. Dabei schaue ich selten in den Rückspiegel. Weil da keiner ist. Mein Fahrrad braucht keinen. Obwohl, die sich wie Karnickel vermehrenden rasenden I – Beiks? Die Zukunft von hinten rollt sie heran, sozusagen.

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d‘ nasentrompeter gibt kei‘ ruh‘ also du

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Hör zu was ich gepfiffen hab‘

uff meiner langen Nas‘

so halte ich die Sau auf Trab

sie jagt durchs Dorf mit Spaß

auch schon gehört fragt man verstört

ertrinkt in Reizes Flut

Zeigefinger sich reckt empört

ein Bürger badet in Wut

und postet printet kommentiert

so langsam den Verstand verliert

sogar auf seinem Nagelbrett

im fernen Kloster Ruhebett

der Fakir und die letzte Nonne

Verzweiflung an der Welt ist Wonne

so hallt es allenthalben

auf Plätzen Straßen Foren

sogar die Gletscher kalben

ham im Galopp verloren

Vernunft Verstand und Maß

und weiter pfeift die Nas`

auf ihrem letzten Loch

wie lange ach wie lange noch

sogar die Engel liegen auf dem Rücken

ohne jegliches Entzücken

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PS: Nein nein, obiger Nasentrompeter ist nicht der weltbeste Reimer und Sangesbruder, welcher bald 80 werden wird, sondern er hängt mit der Trompete nach unten im Hauptportal des Freiburger Münsters, rechts oben. Ich habe ihn mal etwas auf links gedreht. Jetzt liegen dafür die Engel, die sonst aufrecht stehen neben ihm auf ihrem Rücken.

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PS2: Weshalb i etz da druff kumm? Stand heute in einer mittelhessischen Bäckerei neben einem alten Herrn der gnadenlos Dialekt sprechend Brezzele (die heißet so und schmecke halt au wie se heiße!) bestellte. Der Verkäufer war etwas irritiert. Ich übersetzte dann ä wengele. Und denn noch so drei Mohnweck. Hätter au no gsagt. Und machet ses in ein Beutel! Und was macht etzt en Badener in Hesse? Ho, de Bub schafft do! I au! Des henn i denn gsagt. Isch aktuell it so, aber egal. Schöne Begegnung in Sachen Alte Heimat. Aus aktuellen Anlässen den Nasentrompeter aus dem Archiv geholt.

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