The Boys are back in town / Thin Lizzy

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Kunscht / Wer hat auf den Kaktus gekackt? / Haus Mödrath / Kerpen / Anfang Oktober 2023

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Bubendämmerungen

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Sind wir nicht nur noch Smartphonepunker

Deren Schlauchboot ohne Anker

Fern von Humor und Ironie

So wie ich war so werd‘ ich nie

Auf Teichen voller Trüblichkeit

Kauen auf vergang’ner Zeit

Rum als seien dies Prothesen

Was damals war sei doch gewesen

Ach ich hab’s mir so gewünscht

Manche kahle Wand getüncht

Mit allzu schrillen Farben

Verneig‘ Dich vor den Narben

Und schwätz nit rum

Bleib halt dumm

Den letzten Schuss aus meinem Colt

Denn hab‘ ich leider nicht gewollt

Hätte hätte Fahrradkette

Und ich verlier die eine Wette

Auf alle Ewigkeiten

Länger schon

Bubbele

Das hast Du nun davon

Mann oh Mann

Wer es kann

Lässt es auch mal sein

Trink mer noch ein letztes Glaserl …

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(gießen / regen / kalt / herbstmärchen rules ausdauernd ok)

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„Retrace your steps!“ (sagte mir Oblique Strategies eben / Brian Eno)

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Am Hafen von Sami / Kefalonia / gleich Überfahrt nach Ithaka / 6. Juni 2023

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Schattenbuben

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Wenn ich sagte Einmal nur

Forderte ich ein Immer

Ich sah nur den Schatten den ich werfe

Vor meine eigenen Beine

Sonne im maladen Rücken

Voranstürzend und jene in meinen Fußabdrücken

Fluchend hinterher

Die nicht geboren wurden zu folgen

Seit‘ an Seit‘

Die einsetzende Dämmerung nun

Zeichnet sanftere Konturen

Auf den noch schwitzenden Asphalt

Einmal noch

Diesmal einmal nur

Lügner

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(gießen / regen / kalt / herbstmärchen rules weiterhin ok)

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„Die Spiele von England sind weniger interessant als vom Ufer aus verfolgte U-Boot-Rennen in tiefem Gewässer.“

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Lynmouth / Devon / GB / 2. August 2017

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Auf Geleisen

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Man muss mit den Wassern der Erinnerung sparen

Rief mir zu ein Wasserhahn

Mit mattem Kikeriki

Er aber tropft nun seit Jahren

Gerne nächtens

Zu laut

In den Tagen seiner ausgiebigen Reisen

Hatte er dichtgehalten noch und

Geplappert lediglich leise

Geschickt umschiffend Schmerzen

Fingerzeigend geduldiger

Während unter mir die Schienen

Klopften und sangen

Dadamm-dadamm- dadamm-dadamm- dadamm-dadamm-dadamm

Und ich schlief ein wie heute nimmermehr

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(gießen / regen / kalt / herbstmärchen rules ok)

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Nachtrag: Zitat oben: Rod Stewart. Hat er recht. Auch wenn sich Jude am Sack kratzt.

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„Größer als wir sind nur unsere Schatten!“ (Fred Schreiber)

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Agios Issidoros / Leros / Dodekanes / Hellas / 19. August 2016

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Im Schatten alten Mutes die Flauten und kaum Ufer

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Weh oh Weh Dir Mut

Da unter schlaffen Segeln ich ausharrte auf den Wellen

Da Penelope in mir nicht mal eine Erinnerung blieb

Weh oh Mut der wehte mein Boot gegen die Küsten der Erinnerung

Unzähmbare Gicht nach mir griff und die Ruder glitschig meinen Händen

Entglitten und Dein Schatten Höllenhund glitzerte

Zurück oh zurück zum Weh oh Mutiger

Odysseas Du oh Weh geprüft von bitteren Göttern

Wie wir kein süßer Wein sie sind es nie die Unwirschen

Wehe oh wehe Wind aber vor meinem Bug

Und ich wende nicht den Blick

Das schäumende Wasser wirft mir keinen Schatten zu

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(gießen heute, da ich obiges photo entdeckte in meinen archiven und dachte: da hast du ihn mal vor der linse gehabt, den schwarzen hund)

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Schrieb vor Tagen hier, dass Toni Schumacher seinen Schwarzen Hund als Graue Wölfe bezeichnet hatte im Gespräch mit Litti. Gefiel mir. Einem jedem sein eigenes Lied, wenn das Düstere zupackt. Einer oder die Etlichen. Hat vielleicht damit zu tun, dass der Tünn oft von ganzen Rudeln angefallen wurde. Stürmer. Fans. Presse. Und und und. Ich bleibe beim Schwarzen Hund. Singularität. Ich weiß, wo er entlaufen. Einer reicht mir auch.

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Als ich obiges Photo machte, war der Schwarze Hund mir so fern und so vergessen wie selten überhaupt. Wahrscheinlich hat er sich deshalb ins Bild gemogelt. Der Hund, der gescheite. Wobei ich mich nicht erinnern kann, ob nicht vielleicht sogar die liebste Gattin dieses Bild gemacht hat. Die kennt mich eh besser als ich mich selbst.

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„Man vergisst, wo man die Friedenspfeife vergraben hat, aber vergisst niemals, wo die Beile liegen.“ (Mark Twain)

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August 2011 / Steilküste Rügen / Nach einem Unwetter nachts / Nicht von Caspar David Friedrich

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„Shut up and breeze!“ Dies sagte wohl mal ein Zenmönch zu Doris Dörrie, als sie keinen Ausweg fand aus einer Traurigkeitsspirale. Atmen. Aus. Ein.

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Gestern mal wieder Dylan gesungen. Unfassbares Wetter. Vor dem Unwetter und dem Anpfiff gegen die Dänen. Luft zum Schneiden. Kreislauffolter. Handverlesen das Publikum. Belesene Damen und ein paar versprengte Herren unseren Alters. Rentner musizieren für Rentner. Schön. Aber Sport.

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Apropos Sport. Weil es in Dortmund unwetterte, kamen wir rechtzeitig zur zweiten Hälfte heim. Kurz und knapp: ich kapiere diese sogenannten Hinweis- und Bewertungskeller nicht mehr. Die grauenhaft und so menschenfremde Sehnsucht nach einer Wahrheit und angeblich daraus resultierender Gerechtigkeit ist nicht nur bei der Pöhlerei der größte Schwachsinn ever. Behauptungen werden nur auf andere Deutungsfelder verlagert. Die Schiedsrichter werden als Deppen vorgeführt. Und gechipte Bälle übernehmen das Regiment. Der im Nachtrag Bewertungen bewertende Nagelsmann bleibt dann doch nur noch als ein kleiner Unsympath über.

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Irgendwann kommt noch jemand auf die Idee meine Erinnerungen aus den Kölner Kellern heraus zu beurteilen. Die Abschaffung der Fehlbarkeit ist unmöglich. Den alten Göttern sei Dank. Die Christen und ihre schrecklichen Nachahmer rund um Mekka haben dies lediglich versucht und fallen über ihre Selbstgerechtigkeit in die selbst ausgehobenen Gräber. Man mag wieder der Anarchie huldigen. Und aus Gedärmen die Zukunft lesen.

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Und natürlich: Hop Schwyz! Wie hurengeil isch das denn! Senza Italia isse wunderbar! Jetzt noch Georgien nach vorne, die hoffentlich erst Espana und dann Almanya rauswerfen. Und später im Endspiel ein herzliches Duell der Löhlis gegen die Ösis. Utopien entwerfen. Nach der letzten Europawahl.

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Was oder wer bitte ist eigentlich Europa? Die Tochter des Aganor!

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Werde die nächsten Tage weinen ohne Ende, weil ein Spiel der Türken nicht im TV übertragen wird for free. Schnief! Sammer deppert, liebe Landsleute?

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Hier singt Österreich. Hier singt die Schwyz.

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Auch Dylan stolpert. Oder muss sich echauffieren. Ermahnt. Und stolpert also. Steht schneller auf als Joe Biden. Spielen wir oder posieren wir?

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„Humor ist, bei einer Medaille die dritte Seite zu sehen.“ (Zitat / nicht von Dylan)

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Hellas / Kreta / Kreuzung zwischen Matala, Pitsidia und Kommos Beach / September 2009

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Warum Bob Dylan wichtig ist

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Als wir auf jener Kreuzung verharrten

Und Du und Dein Fuchteln

Und ein wenig Wind um meine Nase

Ich müsse mich entscheiden

Endlich

Ende oder Scheiden

Da oder hier lang

Oder schmeiß die Münze

In welche Luft auch

Immer

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Der Teufel hatte keine Zeit uns zu helfen

Also blieb ich stehen

Was Dir missfiel

Ich vergaß wohin Du abgebogen

Obwohl ich mich nicht erinnern mag

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Heute ist unsere Kreuzung ein Karussell

Wir dürfen nur nicht vergessen

Uns

Festzuhalten

Nichts zu wissen aber auch

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(gießen heute / morgen ein auftritt)

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„Es verleidet einem das ganze Sterben, wann der Tod ein Piefke ist!“ (Robert Palfrader / Geschichtenerzähler / „A“)

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Cementary / Irgendwo in Südengland / Wo? / Vergessen / August 2017

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Was das Leben angeht bin und bleibe ich Dilettant! Fingerzeige in anderer Richtung werden von mir entgegengenommen. Meine letzte Band, so isses, nennt sich DieDylanTanten. Zweimal spielen wir die noch. Stets gegen die deutschen Kicker. Zimmermänner gegen Nagelsmänner. If I had a Hammer.

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Natürlich stehe ich seit gestern fest an der Seite der Kickereicombo „Felix Ralf Austria“. Auch schon länger. Keine weißen Hemden? Aber weiße Gesichter? Geh scheißen! Die deutsche Zahnlücke mag ich auch ganz gerne, jedoch ruft Vienna an. Humor? Gewiß! Und vor allem wegen der Fundsache.

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War unlängst in Recklinghausen. Die Nacht von Sevilla. Heute Nacht, von Austria beflügelt, eine Fundsache wieder. Litti statt Lohmeyer. So erzählt sich Geschichte ohne überheblichen Überbau und falsches Pathos statt Erinnerung. Einfach und mit Humor und Schmerz. Ist Litti eigentlich Ösi?

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Manchmal erreichen mich Nachrichten. Warum ich immer mit dem Tod und so rummache? Ich glaube fest daran, daß die Beschäftigung mit den letzten Dingen ein Leben verlängern kann, denn mit steter Verneinung des Alterns und / oder alternativ eine vergangene Jugend wieder herbeirufende Aktivitäten zu bejagen. Ob mit Wort oder Bein. So viel Neues geht eh nicht mehr voran in unseren abgestorbenen hängenden Hemden und Hosen.

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It was twenty years ago today. Hessische Theatertage in Gießen. Remenber Rehakles. Jetzt aber Tünn und Litti sich erinnern lassen. Schumacher nennt den Schwarzen Hund die Grauen Wölfe. Muß meine Rubrik umbenennen.

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„Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor der Sterberei!“ (Harald Nägeli)

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Huy / Wallonien / Belgien / Oktober 2023

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Bitte

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lieber bestattungsunternehmer

ein altes grabloch schreit leise nach mir

es tröpfeln einzelne worte

plopp

fallen stumm hinab

in jenes grab doch

welches ich aushob wütend mal

bannte es auf papier auch

das grab welches ich aushob

jene hinein zu legen meiner ruhe

geschuldet jedoch die

zunge sandpapier

ein lied erflehend

hält offen den mund mir gelegentlich

wund und weh und reibt

den rachen angefüllt mit

müden schreien

warteschleife munchgesicht

dummbatzig heute den kopf zurückgeworfen

steifer nacken

mutiger mal sehnend mich

ab in die kiste

aber es mir dauert

meist zu lange

gott sei dank

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(entwurf vom januar 2022 / gießen / überarbeitet heute)

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