am winterteich / drei

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Vor der Zeit schreien

Kraniche irren umher

Ein Schneeglöckchen sucht Licht

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Gestern gefrorener Pfad

Heute Wasser in den Schuh’n

Greif meine Hand, Gleichmut

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Knospen weiten sich

Der Glücksvogel kehrt zurück

Vergiß nicht zu atmen

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Immer wieder Sonntags …

… ein Blick zum Himmel und in den Kopf / drei

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Seit zwei Wochen jeden Sonntag ein Blick in den Himmel im Kopf. Stelle mir vor, ich begebe mich in den Winterschlaf wie ein Bär. Erwache erst, wenn der ganze Mist vorüber. Träume mich durch alte Lieder. Ab und an hebe ich ein Augenlid, blicke in den Himmel und schaue nach, ob es sich lohnt, mich wieder zu bewegen. Jeden Sonntag. Seit zwei Wochen.

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ich hatte gestern

also ich war eingeladen

ich sollte und bin dann

zu dieser hochzeit

ich trug einen schwarzen anzug

den trug ich

anläßlich dieser hochzeit

trug ich den und ich war

allein

ohne dich war ich dort mit schwarzem anzug

in meinem gesicht und davor hingen meine haare

hingen mir in die sicht

schwer

naß

der regen hatte sie schwer

gemacht und sie hingen und ich ging hinab zum fluß

dann den hügel hinter dem fluß

dort hinauf

du warst nicht dabei als ich

den hügel hinter dem fluß hinauf

hinaufgestiegen bin

und der himmel war kein dach

als ich hinauf blickte in den taschen wühlte und eine münze

fiel

kullerte

ruhte und

lag da

ich mich bückte

im weißen anzug auf dem weg

auf dem weg zu einer

beerdigung

in der nächsten bar würde ich schlafen

schlafen mit dieser nacht

unter den schwarzen blättern

des herbstes ohne dich

ohne

ganz ohne

ein fühlen

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am winterteich / zwei

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Gefrorener Teich

Der Reiher steht geduldig

Gewicht des Winters

Tropfen brechen den Spiegel

Ein Fuß vor den anderen

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Tief der Himmel grau

Unermüdlicher Regen

Bäche schwellen an

An den Rändern nächtens Eis

Noch nicht die Zeit zu hasten

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In memoriam Arik Brauer: ein Reim

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Stünd ich nach meinem letzten Stündlein dann

Am Pult des Grossen Gautama

Er lächelte wie stets er‘s tut

Spräch: „Liaber Bub, da bist Du ja!“

Mir in die Hos‘ das Herzerl rutschte

„Hoff‘ ich bin nicht zu spät!“

„Geh sorg Dich nicht Du Hosenscheißer,

mir kaaner durch die Lappen geht!“

Darauf griff ich dann voll des Mut’s

Zu meiner letzten Frage

„Was ist denn mit der Wiederg’burt?“

Das wär‘ es was ich sagte

Der Gautama grinst breiter gleich

Und bohrt sich in der Nas‘

I sag: „Im nächstn Lebn an Weaner Künstler,

geh bitte, dös wär doch was.“

„Mein Bub, geht dös vielleicht

ein klein wenig genauer,

wärst lieber so an Heller – Typ

oder sowas wie der Brauer?“

Ich dächte hin und dächte her

Das dauerte Minuten

„Geh Hosenscheißerl, ich hab an Durst,

kannst Du Dich jetzt mal sputen?“

Es donnerte sein Gottorgan

Und mich hauts um, ich sitz

Am Hosenboden, der Gott, er lacht

Und erzählt ein Witz

Dös tut er schließlich stundenlang,

Vergißet seinen Durst

Und i hock da und lach mich tot

Und es ist mir wurscht

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Mir fällt es heute nicht ein, wo es war, daß ich öfters Arik Brauer hörte. Konschtanz, Köln, Tübingen? Ob ich die Platte hatte? Oder ein Freund, ein Kollege? Wurscht! Weiß nur noch, zu Schauspielschulzeiten, ein lieber Kollege wollte mir den Heller nahebringen (ja, hatte er auch geschafft), aber der Brauer war mir irgendwie näher. Auch wegen der Minute 2:50.

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Immer wieder Sonntags …

… ein Blick zum Himmel und in den Kopf / zwei

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Seit einer Woche jeden Sonntag ein Blick in den Himmel im Kopf. Stelle mir vor, ich begebe mich in den Winterschlaf wie ein Bär. Erwache erst, wenn der ganze Mist vorüber. Träume mich durch alte Lieder. Ab und an hebe ich ein Augenlid, blicke in den Himmel und schaue nach, ob es sich lohnt, mich wieder zu bewegen. Jeden Sonntag. Seit einer Woche.

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ich hatte gestern

gestern hatte ich dieses gefühl

hatte es gehabt

wie man sagt

läßt sich nicht dran rütteln

das gefühl hatte ich ging nicht weg

weg ging das nicht

das gefühl schieb den himmel

schieb einfach den himmel zur seite

wenn deine freunde

deine freunde denken tu es nicht nein

nein wenn sie dann denken

deine freunde vielleicht

tu es doch tu es einfach schieb den himmel

schieb einfach den himmel zur seite

und ich denke daß ich fühle

ich fühle daß ich denke weshalb bin ich

bis hierher ist das alles weshalb ich hier bin

wenn du alles hast und nichts mehr

nichts mehr willst du

dann mach weiter schieb den himmel

schieb einfach den himmel zur seite

manche sagen es ist nur

es ist nur rock’n’roll

ist es nur sagen sie aber dort wohnt

wohnt dort schmerz dann

wieder und wieder schieb den himmel

schieb einfach den himmel zur seite

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Immer wieder Sonntags …

ein Blick zum Himmel und in den Kopf / eins

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Ab heute jeden Sonntag ein Blick in den Himmel im Kopf. Stelle mir vor, ich begebe mich in den Winterschlaf wie ein Bär. Erwache erst, wenn der ganze Mist vorüber. Träume mich durch alte Lieder. Ab und an hebe ich ein Augenlid, blicke in den Himmel und schaue nach, ob es sich lohnt, mich wieder zu bewegen. Jeden Sonntag. Ab heute.

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ich hatte gestern

heute nacht schon wieder

wieder hatte ich heute nacht

geträumt

ja

ja gewiß aber

es ist kalt in mir

geworden ist es

kalt

und ich dachte obwohl das nicht geht

denke denke mal warum im traum doch

denken geht nicht wenn man schläft

wenn man schläft ist es anders

blitze lichter pfeile

gewitter im hirn dem ruhesuchenden gehirn und die muskeln

die muskeln vibrieren auch

obwohl sie ruhen aber

die blitze lichter pfeile bleiben sie

und ich blieb wach

obwohl ich nicht geschlafen hatte

und dann war der frühling da

da war er doch der frühling und ich

ich war auch da

da war ich noch im traum

aber auch der frühling

der war schon wach war der und da

der frühling im traum

und dieser lenz der kalte jetzt plötzlich

plötzlich so kalt der lenz

gewiß

und sonst

so viele träume im körper und

im kopf träume und luft

überall

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Should I stay or should I go?

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Die Pattexe

Oder

Ich lasse mich nicht von Einem entlassen, der nur wegen mir Einer ischt

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Kleb Kleb nicht mehr Streb

Heb Heb nicht den Arsch

Fett Fett weiter Marsch

Recht Recht immer sein

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Smile Smile ich bin geil

Grins Grins in die Lins’

Oben Oben weil ich bin’s

Ruder Ruder ohne Ruh’

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Kratz Kratz Spiegeleier

Nix Nix koi Idee

Weia Weia Schwarzer Schnee

Feig Teig Helmut Kohl

For Ever

Never gang I

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Heilandzack aber au

Jetzt pack halt emol!

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(Für den Jogi am Laternenpfahl auf der Krim / Sommer 2018)

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Tja, früher hatte man sich noch wenigstens diese Frage gestellt. Isch halt au vorbei, it bloß bei de Amis!

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PS: Obiger Pattex war Teil meines Bühnenbilds für eine Inszenierung vom (sic!) „Männerhort“ am Freiburger Wallgrabentheater. Do hemmer scho e paar Fläschle Tannezäple kepfe misse, das mr dem sei Heiligeschein zsemme kriegt henn. Ha jo!

PS2: Gia fotografia parakato, efcharisto sto o gynaika / Kardamili / Lounios 2018

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