bagatelle vierundfünfzig / konstanz 3

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„zwei bilger bräu!“

das war der auftrag des vaters

„und zwei reval!“

hatte der tag und nacht nach tabak riechende nachbar

dem jungen zugeraunt

zehn pfennige extralohn inklusive

eine kugel eis damals

zigaretten solle der vater sich selber holen

so die mutter

hereinbrechende dunkelheit

der junge rennt und ist sich sicher

fänden die nächsten bundesjugendspiele im dunklen statt

er bräche alle persönlichen rekorde

das leergut mit bügelverschluß

lässt er rotieren um die zeigefinger

und stolpert über seine dünnen beine

dahin sein lohn der pfand

unten am bahnhöfle fällt der holzarm des besitzers

hart auf den tresen

schnapshauch ins gesicht des jungen pusten die worte

„und wo isch des leergut, kerle?“

abgezähltes geld

das zehnerle des nachbarn begleicht die schuld

meist zahlt man doppelt

frühe erkenntnisse

der heimweg verbummelte sich

furcht lähmt den größten sprinter

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