Erfolgreiche Ernte und Übertrittszeiten / Von Charon und so dem Acheron / Fangen wir wieder an zu rauchen 08

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Vilstal / noch Österreich / Gott sei Dank tagsüber / 14. Juni 2022

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Vor ein paar Tagen las ich von einer Frau, die folgendes nach dem Tod des Sohnes zu ihrem Mann sprach:

„Wir werden immer immer immer traurig sein, IMMER!

Aber bitte: Laß uns nicht immer immer immer unglücklich sein.

Das dürfen wir nicht!“

Besser, dachte ich, kommst Du kaum aus einer Begegnung mit vermeintlich endgültigen Verlusten oder tatsächlich endgültigen Verlusten nicht raus.

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Dann dachte ich an Charon und an den Acheron, den wir vor bald zehn Jahren hochwateten. Eiskaltes Gewässer. Viel Überwindung. Aber eine Schlucht von grandioser Schönheit, welche jedoch geradewegs in Richtung Pforte Unterwelt führte. So einen Kilometer vor der Höllenpforte stand mir das eiskalte Wasser bis zum Hals. Wir kehren um und hatten den Rest des Tages gut durchblutete Leiber. In Ammoudia setzten wir uns an das Ufer des ins ionische Meer mündenden Flußes und tranken ein Üzelchen. Einen vor dem Speisen. Einen danach. Geburt und Ernte. Yamas! Zu seinen Ehren.

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Man muß die Ernte einbringen gewiß! Irgendwann! Wie reichhaltig diese dann sein wird? Es entscheiden andere! Nicht ich!

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RAUCHPAUSE / Teil 08

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Wie gesagt. Daumen und Zeigefinger. Den letzten Krümel reinziehen. Not und Genuß in einer Haltung vereint. Joints zieht man sich komischerweise immer noch so rein. Obersuperaffig waren schon immer diese Mittelfinger – Ringfingerkonsumenten. „Es war schon immer etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben: Attica.“: Attica. Ernte 23. Kurmark. Chesterfield. HB. Astor. Eckstein. Juno. Overstolz. Reval. Players Special. Lux. Kent. Peter Stuyvesant. Krone. Meine Sorte. Peer Export. Rothhändle. Salem Nr.6. Club. Karo. Ducados. Gitanes. Austria. Memphis. Muratti Ambassador. Parisienne. Karelia. MS. Neapel sehen und sterben. Neapel. In Neapel ist seit kurzem auch der Abusus von Stäbchen unter freiem Himmel verboten. In Parks mußt du das Stäbchen ausdrücken, wenn Neugeborene, Kinder unter 12 und Schwangere in der Nähe sind. Sonst kostet das bis zu 500€ Strafe. Also ich sehe ja auf zwei Kilometer sofort, ob eine Frau im zweiten Monat schwanger ist oder nicht. Und ich sehe auch, ob sie vielleicht noch abtreiben will. Vielleicht. Darf man dann das Ding brennen lassen? Oder muß man fragen? „Entschuldigung, Sie sehen so glücklich aus. Junge oder Mädchen?“  (zieht einen neuen Zettel aus der Tasche) Hier!

 „Eltern rauchen häufiger als Leute, die keine Eltern sind. Besonders häufig rauchen junge Eltern. Junge Mütter (25 bis 29 Jahre alt) mit Kindern unter sechs Jahren rauchen zu 50%. Was das Rauchen im Haushalt betrifft, müssen die Väter mit einbezogen werden. So gerechnet sind 60 Prozent aller Haushalte mit Kindern unter sechs Jahren nicht rauchfrei. In der unteren sozialen Schicht wird sogar in drei von vier Haushalten mit Kindern unter sechs Jahren geraucht.“

Was schlußfolgern wir daraus? Kinder sind gefährlich. Kinder gefährden nicht nur den Seelenfrieden, sondern ganz massiv und direkt ihre, unser aller Gesundheit. Ich merke das überall. Die Bahn hat ja kürzlich alle Giftabteile geschlossen. Schade: Diese Abteile waren selbst für Nichtgiftler so eine Art Rückzugsgebiet. Man fand dort Schutz vor den aufgedrehten Gören alleinreisender und wahrscheinlich auch alleinerziehender Mütter. Jetzt sind sie überall: Quäkend, frühreif, altklug, hyperaktiv. 4 Jahre alt und schon den I-pod in den Ohren. Lesen? Arbeiten? Aus dem Fenster gucken? Kannst Du alles vergessen. Und das Beste: die gestreßten Mamis rennen wahrscheinlich ständig aufs Klo, um sich dort eine reinzuziehen. Laut Statistik. Aber der Schaffner hat Dich als Täter im Verdacht. Schaut Dich ständig schief an, weil Du seit 150 Kilometer aussiehst, als stündest Du kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Also: Kinder machen krank. Aber wie bringen wir jetzt Neapel und diese Sache mit den jungen Müttern unter einen Hut. Man schützt, wo man geht und steht das werdende Leben und dann 9 bis 12 Monate später, spätestens nach dem Abstillen, steht Mami mit der Fluppe in der Hand am Kinderwagen: „Gutschigutschi – goo, wo ist denn mein kleiner Hosenscheißer?“ Gut, Frauen und Konsequenz, heikles Thema, ich weiß. Und die Frau ist da auch komplett unschuldig. Es ist wahrscheinlich wieder ein Mann. Z.B. Keith Richards. Ich könnte mir vorstellen, diese Frauen haben in der Schwangerschaft zu viel „Rolling Stones“ gehört. Unterschätzen sie das nicht. Der Keith haut sich seit 45 Jahren zwei Päckchen Gift am Tag rein, verdünnt das mit einer Flasche Wodka und der ein oder anderen Spritze.  Und das ist in der Musik drin. Das hört man, das spürt man und das hat seine Auswirkungen. Wie bei Hypnose. „I can`t get no satisfaction.“ Aah, noch eine. „And i try and i try.“ Tief einatmen. Also: sich von allem fernhalten, was das Gift oder die Materialisation giftiger Gedanken enthält. Da kommt schon was zusammen. Hier: (zieht eine Liste aus der Tasche) Albert Einstein, Marylin Monroe, Willy Brandt, Miles Davis, Bette Davis, Tom Waits, Marcello Mastroianni,  Romy Schneider, Andy Warhol, Groucho Marx, Fidel Castro, Che Guevara, Bob Dylan, Jean Paul Belmondo, Alain Delon, Truman Capote, Paul Auster, T.C.Boyle, Winston Churchill, John Lennon, Sean Connery, Jean Genet, Jean Gabin, Jean Cocteau, Jack Kerouac, Paul Bowles, Yves Saint Laurent, Coco Chanel, Jack Nicholson, J.F. Kennedy, Orson Welles, Pablo Picasso, Sophia Loren, James Dean, Helmut und Loki Schmidt, Helmut Kohl, Yves Montand, Clint Eastwood, Humphrey Bogart,  Oscar Wilde, Roland Topor, David Bowie, Ian Fleming, Marlene Dietrich, Jean Luc Godard, Madonna, Dean Martin, Sammy Davis jr. , Frank Sinatra, Alfred Hitchcock, John Wayne, John Travolta, Sigmund Freud, Virginia Woolf, Woody Allen, Brad Pitt, Robbie Williams, Hape Kerkeling und.. an alle werdenden Mütter noch mal: Keith Richards. Beschäftigen wir uns um Gottes Willen mit den Werken gesundlebender Menschen: Mogli, Das Urmel aus dem Eis, Wolfgang Schäuble, Bully Herbig, Tom Cruise, Nina Ruge, Uschi Glas, Eva Herman, Rudolf Heß, General Franco, Erich Honecker, George W. Bush, Adolf Hitler. (lange Pause) Aua, aua, aua. Entschuldigung. Nein, das wollte ich nicht. Scheiße, jetzt ist es mir auch passiert. Der unselige Vergleich.

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(Gießen / Spätherbst 2009 / to be fortgesetzt)

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Vilstal / nicht mehr Österreich / hinten die Zugspitze / 14. Juni 2022

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